Elsass

Das Elsass an der Grenze zu Deutschland verzaubert mit den Fachwerkstädten Straßburg und Colmar, der Elsässer Weinstraße, malerischen Winzerdörfern und den berühmten Weihnachtsmärkten. Gezahlt wird mit dem Euro. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober – und die Adventszeit.

Das Elsass (französisch Alsace) im Nordosten Frankreichs liegt zwischen den Vogesen und dem Rhein und verbindet französische und deutsche Kultur auf einzigartige Weise. Die Hauptstadt Straßburg beeindruckt mit ihrem gotischen Münster, dem malerischen Gerberviertel „La Petite France“ und den europäischen Institutionen. Colmar gilt mit seinen bunten Fachwerkhäusern und Kanälen als „Klein-Venedig“, und entlang der Elsässer Weinstraße reihen sich einige der schönsten Dörfer Frankreichs.
Seit der Gebietsreform 2016 gehört das Elsass zur Großregion Grand Est; 2021 erhielt es mit der Collectivité européenne d’Alsace wieder eine eigene Gebietskörperschaft. Für Reisende bedeutet das eine seltene Dichte an Fachwerkidylle, Spitzenweinen, Burgen und Gastlichkeit auf engem Raum. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Französisch, dazu der elsässische Dialekt; für die Einreise genügt der Personalausweis.
Straßburg – Hauptstadt Europas
Straßburg ist das Herz des Elsass und Sitz von Europäischem Parlament, Europarat und Menschenrechtsgerichtshof. Über der Altstadt erhebt sich das rosafarbene gotische Münster, dessen filigrane Fassade und astronomische Uhr weltberühmt sind; vom Turm reicht der Blick bei klarem Wetter bis zum Schwarzwald. Das Gerberviertel La Petite France mit seinen Fachwerkhäusern, Kanälen und gedeckten Brücken (Ponts Couverts) ist als Teil der Grande Île UNESCO-Welterbe.
Zu Straßburg gehören lebendige Plätze, elegante Kaufhäuser und die Weinstuben (Winstub) der Altstadt. Im Advent verwandelt sich die Stadt in die „Hauptstadt der Weihnacht“: Der Christkindelsmärik zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Europas – wunderschön, aber in dieser Zeit auch sehr voll und mit höheren Preisen.
Colmar & das südliche Elsass
Colmar ist der Inbegriff des elsässischen Fachwerkidylls. Das Gerberviertel und das Kanalviertel „Petite Venise“ mit seinen bunt bemalten Häusern und Blumenbrücken gehören zu den meistfotografierten Orten Frankreichs. Im Unterlinden-Museum hängt mit dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald eines der bedeutendsten Werke der deutschen Renaissance.
Rund um Colmar liegen weitere Höhepunkte: die Töpferstadt Soufflenheim im Norden, das mittelalterliche Kaysersberg und das lebendige Winzerstädtchen Turckheim. Colmar ist zudem der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge an die Weinstraße und in die Vogesen.
Die Elsässer Weinstraße
Die rund 170 Kilometer lange Elsässer Weinstraße führt von Marlenheim bis Thann durch eine der schönsten Kulturlandschaften Europas. Sie verbindet Winzerdörfer, die wie aus dem Bilderbuch wirken: das ummauerte Riquewihr, das blumengeschmückte Eguisheim (Wiege des Elsässer Weinbaus), das elegante Ribeauvillé und Kaysersberg – viele davon tragen das Siegel „Plus Beaux Villages de France“ (Schönste Dörfer Frankreichs).
Zwischen Fachwerkfassaden, Storchennestern und Rebhängen laden Weinstuben und Winzerhöfe zur Verkostung ein. Ehrlich gesagt sind die bekanntesten Dörfer im Sommer und zur Weinlese stark besucht – wer die frühen Morgenstunden oder die Nebensaison wählt, erlebt sie in Ruhe. Eine Radtour über die Weinstraße ist eine entspannte Alternative zum Auto.
Elsässer Weine
Das Elsass ist eine der großen Weißweinregionen Frankreichs – und eine Besonderheit: Die Weine werden nach Rebsorte benannt. Zu den Klassikern zählen der trockene, mineralische Riesling, der blumige Gewürztraminer, der kräftige Pinot Gris sowie Muscat und Sylvaner. 51 herausragende Lagen dürfen sich Grand Cru nennen. Der spritzige Crémant d’Alsace ist einer der beliebtesten Schaumweine Frankreichs. Eine edelsüße Rarität sind die Spätlesen „Vendanges tardives“ und „Sélection de grains nobles“, die zu Foie gras und Desserts hervorragend passen. Die Weine lassen sich am besten direkt beim Winzer verkosten – viele Höfe entlang der Weinstraße öffnen ihre Keller für Gäste.
Die Vogesen & Natur
Westlich der Rebhänge steigen die bewaldeten Vogesen auf, ein ideales Wander- und Wintersportgebiet. Die Höhenstraße Route des Crêtes führt über die Kämme mit weiten Ausblicken, vorbei am höchsten Gipfel Grand Ballon und dem Ballon d’Alsace. Rund um Bergseen wie den Lac Blanc und den Lac Vert, durch die Hochweiden (Hautes-Chaumes) und den Naturpark Ballons des Vosges verlaufen zahllose Wanderwege – im Winter locken kleine, familiäre Skistationen.
Auf den Hochweiden bewirten im Sommer die Fermes-auberges, urige Bauernhof-Gasthäuser, mit selbst gemachtem Munster-Käse und deftigen Bergmahlzeiten. Von den Kämmen reicht der Blick an klaren Tagen über die Rheinebene bis zum Schwarzwald und – bei Föhn – sogar zu den Alpen. Wer die Vogesen abseits der Route des Crêtes erkunden will, findet in den stillen Tälern rund um Munster, im Val d’Orbey und an den Wasserfällen bei Wildenstein ruhige, ursprüngliche Natur.
Burgen & Geschichte
Über den Rebhängen thronen zahlreiche Burgen. Die mächtige, im frühen 20. Jahrhundert wiederaufgebaute Haut-Kœnigsbourg ist die berühmteste und bietet einen weiten Blick über die Rheinebene. Auf einem Bergsporn liegt der Wallfahrtsort Mont Sainte-Odile, der Schutzpatronin des Elsass geweiht, umgeben von der geheimnisvollen „Heidenmauer“. Diese Bauten erzählen von einer bewegten Geschichte im Grenzland zwischen Frankreich und Deutschland.
Weihnachtsmärkte im Advent
Kaum eine Region ist so eng mit der Weihnachtszeit verbunden. In Straßburg, wo der Christkindelsmärik seit 1570 stattfindet, in Colmar mit seinen mehreren stimmungsvollen Märkten und im romantischen Kaysersberg duftet es im Advent nach Glühwein (Vin chaud), Zimt und gebrannten Mandeln. Traditionelle Bredele (Weihnachtsplätzchen), Lichterglanz und geschmückte Fachwerkgassen machen den Zauber aus – ein Höhepunkt, aber auch die vollste und teuerste Reisezeit.
Kulinarik & Genuss
Die elsässische Küche ist herzhaft und deutsch-französisch geprägt. Ihr bekanntestes Gericht ist der dünne Flammkuchen (Tarte flambée) mit Zwiebeln und Speck. Dazu kommen das deftige Baeckeoffe (ein Schmortopf aus drei Fleischsorten), die Choucroute (Sauerkraut mit Wurst und Fleisch), der Gugelhupf Kougelhopf und die Bretzel. Als Käse reift der würzige Munster in den Vogesen; auch Foie gras hat im Elsass eine lange Tradition.
Eingekehrt wird am schönsten in einer Winstub, der typischen elsässischen Weinstube mit gemütlicher Holztäfelung. Dazu passt ein Glas Riesling oder Gewürztraminer – oder, ganz elsässisch, ein Bier, denn die Region ist auch eine bedeutende Brauereigegend.
Kultur, Geschichte & Gebietsreform
Das Elsass wechselte im Lauf der Geschichte mehrfach zwischen Frankreich und Deutschland – eine Vergangenheit, die Sprache, Architektur und Küche bis heute prägt. Der elsässische Dialekt (Elsässisch) ist ein alemannischer Mundart, viele Ortsnamen sind deutschen Ursprungs. Für Reisende gut zu wissen: Seit 2016 gehört das Elsass zur Großregion Grand Est; seit 2021 bündelt die Collectivité européenne d’Alsace wieder elsässische Zuständigkeiten. Für die touristische Vermarktung ist heute Alsace Destination Tourisme mit Sitz in Colmar zuständig.
Beste Reisezeit
Das Elsass ist von Mai bis Oktober ideal für die Weinstraße, die Städte und die Vogesen – bei mildem Wetter, blühenden Fassaden und langen Tagen. Der Herbst lockt mit der Weinlese und golden gefärbten Rebhängen. Eine ganz eigene Saison ist der Advent, wenn die Weihnachtsmärkte die Region in ein Lichtermeer verwandeln.
Ehrlich gesagt sind sowohl der Hochsommer an der Weinstraße als auch die Adventswochenenden in Straßburg und Colmar sehr gut besucht; Unterkünfte sind dann früh ausgebucht und teurer. Wer es ruhiger mag, reist unter der Woche, im Frühsommer oder im goldenen Oktober.
Anreise & Mobilität
Das Elsass ist aus Deutschland besonders bequem erreichbar. Straßburg liegt direkt an der Grenze und ist von vielen deutschen Städten in kurzer Fahrt zu erreichen; der Flughafen Straßburg (SXB) und der grenznahe EuroAirport Basel-Mulhouse (BSL/MLH) bieten Flugverbindungen. Mit dem TGV ist Straßburg von Paris in rund zwei Stunden erreichbar; Regionalzüge verbinden Straßburg, Colmar und Mulhouse.
Für die Weinstraße und die Vogesen ist ein Mietwagen praktisch (Rechtsverkehr), im Sommer bietet sich das Fahrrad an. Ehrlich und wichtig: In Straßburg gilt eine Umweltzone mit Crit’Air-Plakettenpflicht – die Vignette gehört an die Windschutzscheibe. In den Innenstädten sind Tram und Fahrrad ohnehin bequemer als das Auto.
Reisetipps & Geheimtipps
Wer die berühmten Dörfer ohne Menschenmassen erleben will, kommt früh am Morgen oder außerhalb der Hauptsaison. Ein Geheimtipp für Familien ist das Écomusée d’Alsace bei Ungersheim, das größte Freilichtmuseum Frankreichs. Aktive erwandern die Route des Crêtes oder radeln über die Weinstraße, Genießer besuchen eine Winzerkellerei zur Verkostung. Auch kleinere Orte wie Obernai, Barr und Bergheim lohnen abseits der Hotspots.
Wer die Weihnachtsmärkte besucht, sollte unter der Woche anreisen und die stimmungsvollen kleineren Märkte (etwa in Kaysersberg oder Ribeauvillé) den großen vorziehen. Und für den vollen Elsass-Zauber gehört ein Abend in einer Winstub bei Flammkuchen und einem Glas Riesling einfach dazu.
Häufige Fragen
Was muss man über das Elsass wissen?
Das Elsass liegt im Nordosten Frankreichs am Rhein, Hauptstadt ist Straßburg. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Französisch, dazu der elsässische Dialekt. Seit 2016 gehört die Region zur Großregion Grand Est. Für die Einreise genügt der Personalausweis; die Kultur ist deutsch-französisch geprägt.
Was sind die schönsten Reiseziele im Elsass?
Zu den Höhepunkten zählen Straßburg mit Münster und La Petite France, Colmar mit „Petite Venise“, die Winzerdörfer der Elsässer Weinstraße wie Riquewihr, Eguisheim und Kaysersberg, die Burg Haut-Kœnigsbourg sowie die Vogesen mit der Route des Crêtes.
Wann ist die beste Reisezeit für das Elsass?
Mai bis Oktober ist ideal für Weinstraße, Städte und Vogesen, der Herbst für die Weinlese. Eine besondere Saison ist der Advent mit den berühmten Weihnachtsmärkten. Hochsommer und Adventswochenenden sind allerdings stark besucht – wer es ruhiger mag, reist unter der Woche oder in der Nebensaison.
Was macht die Elsässer Weinstraße besonders?
Die rund 170 Kilometer lange Weinstraße führt von Marlenheim bis Thann durch malerische Winzerdörfer wie Riquewihr, Eguisheim und Ribeauvillé. Berühmt sind die Weißweine, die nach Rebsorte benannt werden – Riesling, Gewürztraminer und Pinot Gris –, dazu der Crémant d’Alsace. Eine Radtour ist eine entspannte Alternative zum Auto.
Was sollte man im Elsass essen?
Typisch sind Flammkuchen (Tarte flambée), Baeckeoffe, Choucroute (Sauerkraut) und der Gugelhupf Kougelhopf, dazu der würzige Munster-Käse und Foie gras. Eingekehrt wird am schönsten in einer Winstub, der elsässischen Weinstube, bei einem Glas Riesling oder Gewürztraminer.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zum Elsass?
Offizielle Auskünfte bündelt Alsace Destination Tourisme über das Portal visit.alsace. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Frankreich-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Frankreich, die Nachbarregionen Lothringen und Champagne-Ardenne (heute mit dem Elsass in der Großregion Grand Est vereint) sowie die Franche-Comté und weitere Ziele in der Übersicht Europa.