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Bretagne

Handgezeichnete Illustration der zerklüfteten Atlantikküste der Bretagne mit Leuchtturm

Die Bretagne im äußersten Nordwesten Frankreichs begeistert mit einer wilden Atlantikküste, der Korsarenstadt Saint-Malo, der Rosa-Granit-Küste, keltischer Kultur und den Menhiren von Carnac. Gezahlt wird mit dem Euro. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Landkarte Bretagne
Landkarte Bretagne

Die Bretagne (bretonisch Breizh) ist eine Halbinsel mit ganz eigenem Charakter – geprägt von einer über 2.700 Kilometer langen, tief zerklüfteten Küste, keltischer Kultur und einem raueren, atlantischen Wesen, das sie deutlich vom übrigen Frankreich abhebt. Die von einer Wehrmauer umgebene Korsarenstadt Saint-Malo, die rosa schimmernde Côte de Granit Rose und die dramatische Landzunge Pointe du Raz zählen zu den eindrucksvollsten Küstenlandschaften des Landes.

Im Landesinneren (dem „Argoat“, dem Waldland) lebt eine stolze keltische Kultur mit eigener Sprache, Musik und Legenden fort. Die Menhire von Carnac sind älter als Stonehenge, der Golf von Morbihan lädt zu Bootstouren, und Städte wie Quimper, Vannes und Dinan bewahren mittelalterliches Flair. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Französisch, dazu das keltische Bretonisch; für die Einreise genügt der Personalausweis.

Die wilde Küste & die Halbinseln

Das Herz der Bretagne ist ihre Küste, die die Bretonen selbst „Armor“ – das Land am Meer – nennen. Im Norden leuchten die rosa Granitfelsen der Côte de Granit Rose bei Ploumanac’h, im Westen ragt die zerklüftete Pointe du Raz wie ein Finger in den tosenden Atlantik. Die Halbinsel Crozon im Regionalen Naturpark Armorique gilt mit ihren Klippen und Buchten als eine der schönsten Küstenlandschaften Europas, und das Cap Fréhel mit seinem Leuchtturm fällt steil ins Meer ab.

Der Golf von Morbihan im Süden ist ein stilles Binnenmeer mit Dutzenden Inseln, Austernbänken und Vogelschutzgebieten – ideal für Bootstouren und Radausflüge. Wer die Küste zu Fuß erleben will, folgt dem berühmten Zöllnerpfad GR 34, der auf über 2.000 Kilometern die gesamte Küste umrundet.

Saint-Malo & die Smaragdküste

Die ummauerte Korsarenstadt Saint-Malo ist einer der Höhepunkte der Bretagne: Bei einem Rundgang auf den Wehrmauern (Remparts) reicht der Blick über Dächer, Strände und vorgelagerte Forts weit aufs Meer. Gegenüber liegt der elegante Badeort Dinard mit seinen Belle-Époque-Villen. Diese Smaragdküste (Côte d’Émeraude) ist berühmt für ihr grün schimmerndes Wasser und einige der größten Gezeitenunterschiede Europas.

Im nahen Cancale gedeihen die berühmten Austern, und flussaufwärts überrascht das mittelalterliche Dinan mit Fachwerkgassen und einem alten Hafen an der Rance. Ehrlich gesagt sind die Gezeiten hier gewaltig – Wattflächen, die morgens trockenliegen, stehen nachmittags tief unter Wasser; die Gezeitentabelle sollte man beim Strandbesuch stets im Blick behalten.

Städte & mittelalterliche Orte

Die Regionalhauptstadt Rennes ist eine lebendige Universitätsstadt mit hübscher Fachwerkaltstadt und großem Wochenmarkt. Im Westen bezaubert Quimper, die alte Hauptstadt der Cornouaille, mit gotischer Kathedrale und Fayence-Tradition. Vannes am Golf von Morbihan bewahrt Stadtmauern und Fachwerk, und das befestigte Hafenstädtchen Concarneau mit seiner „Ville Close“ auf einer Insel zählt zu den malerischsten Orten der Küste.

Dazu kommen charmante kleinere Orte: das Künstlerdorf Pont-Aven, wo einst Paul Gauguin malte, der lebhafte Fischereihafen Douarnenez, das mittelalterliche Locronan mit seinem geschlossenen Renaissance-Ensemble sowie Roscoff und Paimpol an der Nordküste. Viele dieser Städtchen tragen das Siegel „Petites Cités de Caractère“ und laden zum Bummeln durch granitene Gassen, über Häfen und lokale Märkte ein – fernab der großen Touristenströme.

Megalithen & Vorgeschichte

Rund um Carnac stehen die geheimnisvollen Steinreihen: über 3.000 aufrecht gestellte Menhire, die vor rund 6.500 Jahren errichtet wurden – älter als die Pyramiden und Stonehenge. Bei Locmariaquer liegen der einst gigantische „Große Menhir“ und kunstvoll verzierte Ganggräber, und der Cairn von Barnenez zählt zu den ältesten Bauwerken Europas. Diese steinzeitlichen Monumente geben bis heute Rätsel auf und machen die Südbretagne zu einem Freilichtmuseum der Vorgeschichte.

Inseln & Leuchttürme

Der Bretagne sind zahlreiche Inseln vorgelagert, jede mit eigenem Charakter. Belle-Île-en-Mer im Süden begeistert mit wilden Nadelfelsen und geschützten Häfen, das rosa Île de Bréhat im Norden gilt als „Blumeninsel“ mit fast mediterraner Vegetation, und das raue Ouessant ganz im Westen markiert das Ende der bewohnten Welt. Die Bretagne ist zugleich das Land der Leuchttürme: Rund um die gefährliche Mer d’Iroise steht die höchste Dichte an „Phares“ weltweit – imposante Zeugen des Kampfes gegen Sturm und Brandung.

Keltische Kultur & Sprache

Die Bretagne ist eine der sechs keltischen Nationen, und ihre Kultur ist überall präsent. Die bretonische Sprache (Brezhoneg) erlebt eine Wiederbelebung, an Festen erklingen der Dudelsack Biniou und die Schalmei Bombarde in den Kapellen der Musikvereine (Bagadoù). Beim Fest-Noz, dem nächtlichen Tanzfest (UNESCO-Kulturerbe), tanzen ganze Dörfer, und das Festival Interceltique de Lorient versammelt jeden Sommer die keltische Welt.

Tief verwurzelt sind auch die Legenden: Im sagenumwobenen Wald von Brocéliande (Paimpont) sollen Merlin, die Fee Viviane und die Ritter der Tafelrunde gewirkt haben. Die vielen Kalvarienberge (Calvaires) und Kapellen zeugen von einer eigenständigen, tief religiösen Volkskultur.

Natur & Landschaften im Landesinneren

Abseits der Küste lohnt das grüne, hügelige Landesinnere. Im Regionalen Naturpark Armorique erheben sich die Monts d’Arrée, karge Höhenzüge mit Heide und Mooren, die an schottische Highlands erinnern. Flusstäler, Kanäle (etwa der Nantes-Brest-Kanal) und dichte Wälder laden zum Wandern und Radfahren ein. Diese stille Bretagne jenseits der Ferienorte ist ein Geheimtipp für Naturliebhaber. Auf dem stillgelegten Treidelpfad entlang des Nantes-Brest-Kanals lässt sich die Region über viele Etappen mit dem Rad durchqueren, vorbei an Schleusen, Wassermühlen und alten Dörfern – eine ruhige Gegenwelt zur windigen Küste. Auch das Flusstal der Rance und die Waldgebiete um Huelgoat mit ihren sagenhaften Granitfelsen sind lohnende Ziele.

Kulinarik & Genuss

Die bretonische Küche ist bodenständig und maritim. Ihre bekanntesten Botschafter sind die herzhaften Buchweizen-Galettes und die süßen Crêpes, dazu der bretonische Cidre aus der Tasse (Bolée). Süße Klassiker sind der buttrige Kouign-amann, der Far breton und das berühmte gesalzene Butterkaramell (Caramel au beurre salé). Überall gehört die gesalzene Butter (beurre demi-sel) auf den Tisch.

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Vom Meer kommen die berühmten Austern aus Cancale und Belon, Miesmuscheln, Hummer und ganze Platten mit Meeresfrüchten (Plateaux de fruits de mer). Dazu passen frischer Fisch, Andouille-Wurst aus Guémené und – als Rarität – Salzwiesenlamm von der Küste. Ein Marktbesuch in Rennes oder Quimper zeigt die ganze Fülle.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für die Bretagne ist Mai bis September, mit den meisten Sonnenstunden und angenehmsten Temperaturen im Hochsommer (Juli/August). Frühling und Frühsommer sind reizvoll, wenn Ginster und Hortensien blühen und die Küstenpfade noch ruhig sind; der September lockt mit mildem Meer und weniger Andrang.

Ehrlich gesagt ist das Wetter das ganze Jahr über wechselhaft: Sonne, Wind und Regenschauer können sich an einem einzigen Tag mehrfach abwechseln – die Bretonen sagen, es sei „schönes Wetter mehrmals am Tag“. Wer flexibel plant, wetterfeste Kleidung einpackt und sich vom raschen Wechsel nicht schrecken lässt, wird mit einer besonders klaren, intensiven Landschaft belohnt.

Anreise & Mobilität

Die Bretagne ist gut erreichbar. Die Flughäfen Rennes (RNS), Brest (BES) und Nantes (in Nachbarschaft) bieten Verbindungen, am bequemsten reist man jedoch mit dem TGV an: Rennes ist von Paris in nur rund anderthalb Stunden erreichbar, weiter geht es per Regionalzug bis Brest und Quimper. Für Küste, Inselhäfen und das Landesinnere ist ein Mietwagen die flexibelste Wahl (Rechtsverkehr).

Zu den Inseln (Belle-Île, Bréhat, Ouessant) verkehren regelmäßige Fähren von den Küstenorten. Anders als in vielen französischen Großstädten gibt es in der Bretagne kaum verbreitete Umweltzonen – dennoch lohnt es sich, aktuelle Regelungen für Rennes vor der Fahrt zu prüfen.

Reisetipps & Geheimtipps

Ein Muss ist eine Etappe auf dem Küstenpfad GR 34, etwa an der Côte de Granit Rose oder auf der Halbinsel Crozon. Beim Strandbesuch sollte man die Gezeiten im Blick behalten, da sie hier zu den stärksten Europas zählen. Wer dem Sommertrubel entgehen will, weicht auf die stillen Monts d’Arrée, kleinere Häfen und die Vor- und Nachsaison aus.

Ein Geheimtipp für Genießer ist eine Austernverkostung direkt am Kai von Cancale, für Kulturfreunde ein Fest-Noz in einem Dorf im Landesinneren. Und wer die Seele der Bretagne sucht, findet sie bei einem Spaziergang durch den Nebel der Monts d’Arrée oder beim Blick vom Cap Fréhel auf das aufgewühlte Meer – dann zeigt sich die Region von ihrer eindrucksvollsten Seite.

Häufige Fragen


Was muss man über die Bretagne wissen?

Die Bretagne liegt im Nordwesten Frankreichs am Atlantik, Hauptstadt ist Rennes. Gezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Französisch, dazu das keltische Bretonisch. Für die Einreise genügt der Personalausweis. Die Region hat einen eigenständigen keltischen Charakter, und das Wetter ist wechselhaft.


Was sind die schönsten Reiseziele in der Bretagne?

Zu den Höhepunkten zählen Saint-Malo, die Côte de Granit Rose, die Pointe du Raz und die Halbinsel Crozon, der Golf von Morbihan, die Menhire von Carnac sowie Städte wie Quimper, Vannes, Dinan und Concarneau.


Wann ist die beste Reisezeit für die Bretagne?

Mai bis September ist am angenehmsten, mit den meisten Sonnenstunden im Hochsommer. Auch Frühling und Frühsommer sind reizvoll. Das Küstenwetter bleibt jedoch das ganze Jahr über wechselhaft – wetterfeste Kleidung gehört ins Gepäck.


Wie ist das Wetter in der Bretagne?

Das Wetter ist ozeanisch und wechselhaft: Sonne, Wind und Regenschauer können sich an einem Tag mehrfach abwechseln. Die Sommer sind mild statt heiß, die Winter regnerisch, aber selten sehr kalt. Wer flexibel plant und Regenkleidung dabeihat, genießt die klare Luft und intensive Landschaft.


Was sollte man in der Bretagne essen?

Typisch sind herzhafte Buchweizen-Galettes und süße Crêpes mit Cidre, dazu Kouign-amann, Far breton und gesalzenes Butterkaramell. Vom Meer kommen berühmte Austern aus Cancale, Miesmuscheln und ganze Meeresfrüchteplatten. Überall gehört die gesalzene Butter dazu.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zur Bretagne?

Offizielle Auskünfte bündelt das Comité Régional du Tourisme de Bretagne über das Portal tourismebretagne.com. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite; einen Überblick über das ganze Land bietet die Frankreich-Übersicht.


Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Frankreich, die Nachbarregionen Pays de la Loire mit Nantes und der Basse-Normandie mit dem Mont-Saint-Michel sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.

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