Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt in der Mitte Deutschlands ist ein Land der Superlative des Welterbes: fünf UNESCO-Stätten von Quedlinburg über die Lutherstadt Wittenberg und das Bauhaus Dessau bis zum Naumburger Dom. Dazu kommen der Harz mit dem Brocken, die Weinberge an Saale und Unstrut und die Himmelsscheibe von Nebra. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober.

Sachsen-Anhalt liegt im Herzen Deutschlands und ist ein Land von erstaunlicher kultureller Dichte. Kaum ein anderes Bundesland versammelt auf so kleinem Raum so viel Welterbe: die Reformation Martin Luthers, das Bauhaus, die Kaiserzeit der Ottonen und die Gartenkunst der Aufklärung. Landschaftlich reicht das Land vom Harz mit dem sagenumwobenen Brocken über die weiten Ebenen der Magdeburger Börde und der Altmark bis zu den sonnigen Weinbergen an Saale und Unstrut.
Durchzogen wird Sachsen-Anhalt von den großen Flüssen Elbe, Saale und Unstrut, an deren Ufern Auenlandschaften, Schlösser und Hansestädte liegen. Für Reisende bedeutet das eine seltene Verbindung aus Kultur und Natur: Wandern und Wintersport im Harz, Weinproben im nördlichsten Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands, das Staunen vor der 3.700 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra und das Wandeln auf den Spuren Luthers.
Regionen & Landesteile Sachsen-Anhalts
Sachsen-Anhalt gliedert sich in mehrere sehr unterschiedliche Reiseregionen:
- Harz – das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands mit dem Brocken, den Fachwerkstädten Wernigerode und Quedlinburg und den dampfenden Schmalspurbahnen.
- Anhalt-Dessau-Wittenberg – das Land der Reformation und der Aufklärung mit der Lutherstadt Wittenberg, dem Bauhaus Dessau und dem Gartenreich Wörlitz.
- Saale-Unstrut – die liebliche Fluss- und Weinlandschaft um Naumburg und Freyburg, das nördlichste Qualitätsweingebiet Deutschlands.
- Magdeburger Börde & Elbe-Börde-Heide – rund um die Landeshauptstadt Magdeburg, mit fruchtbaren Ebenen und dem Elbtal.
- Altmark – die stille „Wiege Preußens“ im Norden mit den Hansestädten Stendal, Tangermünde und Salzwedel.
- Mansfeld-Südharz & Halle-Saale – das Land um Luthers Geburtsstadt Eisleben und die größte Stadt Halle an der Saale.
Die schönsten Städte in Sachsen-Anhalt
Die Fachwerkstadt Quedlinburg ist ein Juwel: Ihre mittelalterliche Altstadt mit über 1.300 Fachwerkhäusern und die romanische Stiftskirche zählen zum UNESCO-Welterbe. Die Landeshauptstadt Magdeburg beeindruckt mit dem ersten gotischen Dom auf deutschem Boden, dem Grab Kaiser Ottos des Großen und der grünen „Zitadelle“ von Friedensreich Hundertwasser. Halle (Saale), die größte Stadt des Landes, ist Händels Geburtsstadt und Sitz der Franckeschen Stiftungen.
Zum Welterbe gehören auch die Lutherstadt Wittenberg mit der Schlosskirche der 95 Thesen, Dessau-Roßlau mit den weltberühmten Bauhaus-Gebäuden und Naumburg mit seinem Dom, in dem die steinerne Uta zu den schönsten Skulpturen des Mittelalters zählt. Dazu kommen die „bunte Stadt am Harz“ Wernigerode mit ihrem Märchenschloss, die Lutherstadt Eisleben und die Hansestadt Tangermünde über der Elbe.
Natur & Landschaft
Der Harz ist Sachsen-Anhalts große Naturbühne. Auf seinem höchsten Gipfel, dem Brocken (1.141 m), weht oft der Wind der Sagen – hier tanzen in der Walpurgisnacht die Hexen, und die dampfende Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen schnauft bis zum Gipfel hinauf. Im wilden Bodetal bei Thale ragen die Felsen von Rosstrappe und Hexentanzplatz über die Schlucht, die man per Seilbahn erreicht.
Im Süden prägen die Terrassenweinberge von Saale und Unstrut das Bild, durchsetzt von Trockenmauern, Weinbergshäuschen und mittelalterlichen Burgen. Entlang der Elbe schützt das Biosphärenreservat Mittelelbe weite Auenwälder mit Elbebibern und Störchen. Ein Höhepunkt der Gartenkunst ist der Wörlitzer Park, der älteste englische Landschaftsgarten auf dem europäischen Festland, den man mit Gondeln erkundet.
Kultur & Sehenswürdigkeiten
Sachsen-Anhalt trägt mit fünf UNESCO-Welterbestätten die höchste Welterbedichte aller deutschen Länder: die Altstadt und Stiftskirche von Quedlinburg, die Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben, die Bauhausstätten in Dessau, der Naumburger Dom und das Gartenreich Dessau-Wörlitz. Hinzu kommt mit der Himmelsscheibe von Nebra die älteste bekannte Himmelsdarstellung der Menschheit, ausgestellt im Landesmuseum Halle und erlebbar in der Arche Nebra am Fundort.
Ein weiteres Markenzeichen ist die Straße der Romanik, die auf zwei Rundtouren über 80 Dome, Klöster, Burgen und Kirchen aus der Zeit der Ottonen und Salier verbindet – ein einzigartiges Netz frühmittelalterlicher Baukunst. In Wittenberg begann 1517 mit Luthers Thesen die Reformation, in Dessau ab 1925 die Moderne des Bauhauses. Selten liegen Mittelalter, Reformation und Avantgarde so nah beieinander.
Kulinarik & Spezialitäten
Die Küche Sachsen-Anhalts ist herzhaft und regional. Weltberühmt ist der Baumkuchen aus Salzwedel, der über offener Flamme Schicht für Schicht gebacken wird und als „König der Kuchen“ gilt. Aus dem Harz kommt der würzige Harzer Käse (Sauermilchkäse), aus der Börde deftige Fleischgerichte und die berühmten Halberstädter Würstchen.
Im Süden lädt das Weinland Saale-Unstrut zur Verkostung: Trockene Weißweine wie Weißburgunder, Silvaner und Müller-Thurgau gedeihen an den nördlichsten Qualitätsweinbergen Deutschlands, und in Freyburg residiert mit Rotkäppchen eine der bekanntesten Sektkellereien. Dazu passt ein kräftiges Bier, etwa aus der Hasseröder oder Wernesgrüner Tradition der Region. Süße Genießer kosten die Dessauer oder Magdeburger Spezialitäten und den Nordhäuser Doppelkorn aus dem benachbarten Harzrand.
Beste Reisezeit für Sachsen-Anhalt
Von Mai bis Oktober zeigt sich das Land von seiner besten Seite: milde Temperaturen zum Wandern im Harz, blühende Gärten in Wörlitz und die Weinlese an Saale und Unstrut im September. Der Frühsommer eignet sich für Städtereisen entlang der Straße der Romanik, der Herbst färbt Weinberge und Auen. Ein Höhepunkt ist die Walpurgisnacht am 30. April, wenn im Harz die Hexenfeuer brennen und Thale, Wernigerode und der Brocken zum Zentrum eines uralten Brauchtums werden. Auch der Winter hat mit den Fachwerkstädten im Schnee und der Brockenbahn seinen besonderen Reiz.
Anreise & Mobilität
Sachsen-Anhalt liegt zentral und ist gut erreichbar. Die Städte Halle und Magdeburg sind wichtige Bahnknoten; über Halle verläuft die ICE-Strecke Berlin–München, und der nahe Flughafen Leipzig/Halle bindet das Land an den internationalen Verkehr an. Über die Autobahnen A2, A9, A14 und A38 gelangt man bequem in alle Landesteile.
Im Harz sind die nostalgischen Harzer Schmalspurbahnen ein Erlebnis für sich – auf über 140 Kilometern dampfen sie durch die Wälder bis auf den Brocken. Für Aktivurlauber locken der Elberadweg, der Saale-Radweg und der Weinwanderweg an der Unstrut sowie zahllose Wanderwege im Harz. Die kulturellen Höhepunkte lassen sich gut zu Themenrouten wie der Straße der Romanik oder der Lutherstraße verbinden.
Reisetipps & Geheimtipps
Abseits der bekannten Ziele lohnt die Arche Nebra am Fundort der Himmelsscheibe, deren Aussichtsturm den Blick über das Ur-Land der Bronzezeit öffnet. Ein Geheimtipp ist die Weinstraße Saale-Unstrut mit ihren Weinbergshäuschen und der mächtigen Neuenburg über Freyburg. Im Harz beeindrucken die Seilbahn ins Bodetal bei Thale und die geheimnisvollen Karsthöhlen der Region.
Kulturreisende folgen der Straße der Romanik zu abgelegenen Klöstern wie Memleben oder zur Burg Falkenstein, dem Vorbild der Eichendorff-Romantik. In der stillen Altmark warten die backsteingotischen Hansestädte Tangermünde, Stendal und Salzwedel darauf, entdeckt zu werden. Und wer die Gartenkunst liebt, sollte eine Gondelfahrt im Wörlitzer Park unternehmen, vorbei an künstlichen Vulkanen, Tempeln und Brücken der Aufklärung.
Geschichte, Ottonen & Reformation
Sachsen-Anhalt ist Kernland der deutschen Geschichte. Im 10. Jahrhundert regierten von hier die Ottonen: Kaiser Otto der Große machte Magdeburg zu einer der bedeutendsten Städte des Reichs, und in Quedlinburg residierten die Königinnen des Stifts. Diese Zeit hinterließ das dichte Netz romanischer Bauten, das heute die Straße der Romanik verbindet. Noch älter ist die Himmelsscheibe von Nebra, die zeigt, dass die Region schon vor über 3.700 Jahren ein Zentrum bronzezeitlicher Kultur war.
In der Neuzeit wurde das Land zur Wiege gleich zweier Weltbewegungen: In Wittenberg löste Martin Luther 1517 die Reformation aus, in Dessau begründete Walter Gropius mit dem Bauhaus die moderne Gestaltung. Das heutige Land entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde in der DDR aufgelöst und 1990 neu gebildet. Diese Fülle an Geschichte auf engem Raum macht Sachsen-Anhalt für kulturell Interessierte zu einem der spannendsten Reiseländer Deutschlands.
Praktische Reisetipps für Sachsen-Anhalt
Für die Fachwerkstädte im Harz wie Quedlinburg und Wernigerode empfiehlt sich eine Übernachtung, um die Altstädte auch in den ruhigen Abendstunden zu erleben; in der Hauptsaison und zur Walpurgisnacht sollte man früh buchen. Wer die Himmelsscheibe im Original sehen möchte, findet sie im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, während die Arche Nebra am Fundort das Erlebnis inszeniert – beide lassen sich gut kombinieren. Die Harzer Schmalspurbahnen sind beliebt; für die Brockenfahrt lohnt es sich, Tickets vorab zu sichern. Im Weinland Saale-Unstrut haben viele Winzer nur am Wochenende geöffnet – eine Voranmeldung sichert die Weinprobe. Und wer mehrere Welterbestätten besuchen will, plant großzügig, denn die kulturelle Dichte verführt schnell dazu, länger zu bleiben als geplant.
Häufige Fragen
Was muss man über Sachsen-Anhalt wissen?
Sachsen-Anhalt liegt in der Mitte Deutschlands. Landeshauptstadt und Regierungssitz ist Magdeburg. Bezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Deutsch. Das Land besitzt mit fünf Stätten die höchste UNESCO-Welterbedichte Deutschlands und reicht vom Harz mit dem Brocken über die Elbe bis zu den Weinbergen an Saale und Unstrut.
Was sind die schönsten Sehenswürdigkeiten in Sachsen-Anhalt?
Zu den Höhepunkten zählen die Fachwerkstadt Quedlinburg, die Lutherstadt Wittenberg, das Bauhaus Dessau, der Naumburger Dom und das Gartenreich Wörlitz (alle UNESCO-Welterbe), dazu der Brocken im Harz, der Magdeburger Dom und die Himmelsscheibe von Nebra.
Wann ist die beste Reisezeit für Sachsen-Anhalt?
Mai bis Oktober ist ideal zum Wandern im Harz, für Städtereisen und für die Weinlese an Saale und Unstrut im September. Ein besonderer Höhepunkt ist die Walpurgisnacht am 30. April, wenn im Harz die Hexenfeuer brennen. Auch der Winter hat mit den verschneiten Fachwerkstädten seinen Reiz.
Welche Spezialitäten sollte man in Sachsen-Anhalt probieren?
Typisch ist der Baumkuchen aus Salzwedel, dazu Harzer Käse und Halberstädter Würstchen. Aus dem Weinland Saale-Unstrut kommen trockene Weißweine wie Weißburgunder und Silvaner sowie der Rotkäppchen-Sekt aus Freyburg. Dazu passt ein regionales Bier.
Wie reist man am besten durch Sachsen-Anhalt?
Für die Anreise dienen die Bahnknoten Halle und Magdeburg, der Flughafen Leipzig/Halle sowie die Autobahnen A2, A9 und A14. Im Harz dampfen die Harzer Schmalspurbahnen bis auf den Brocken. Für Aktive eignen sich der Elberadweg und der Saale-Radweg, für Kulturreisende die Straße der Romanik.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Sachsen-Anhalt?
Offizielle Auskünfte gibt die IMG Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH in Magdeburg sowie das Portal sachsen-anhalt-tourismus.de. Kontaktdaten und Ansprechpartner finden Sie auf unserer Ämter-Seite.
Weiter zur Reiseplanung: die offiziellen Kontakte auf der Seite Fremdenverkehrsamt Sachsen-Anhalt, das gesamte Land in der Übersicht Deutschland sowie die Nachbarländer Sachsen, Thüringen und Niedersachsen. Mehr Reiseziele in der Übersicht Europa.