Saarland

Das Saarland im äußersten Südwesten ist Deutschlands kleinstes Flächenland – und ein Land der Lebensart zwischen deutscher und französischer Kultur. Die berühmte Saarschleife, das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte, der Bostalsee und die genussfreudige Küche machen es zum charmanten Reiseziel an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Das Saarland liegt im äußersten Südwesten Deutschlands, an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg, und ist mit rund 2.570 Quadratkilometern das kleinste Flächenland der Republik. Namensgeber ist die Saar, die sich bei Mettlach zur weltberühmten Saarschleife windet – dem Wahrzeichen des Landes. Sanfte Hügel, ausgedehnte Wälder und liebliche Flusstäler prägen die Landschaft, die vom Bliesgau im Süden bis zum Hochwald im Norden reicht.
Geformt wurde das Saarland von seiner Geschichte als Kohle- und Stahlrevier und von der wechselvollen Nachbarschaft zu Frankreich. Beides ist bis heute spürbar: in der monumentalen Industriekultur der Völklinger Hütte und in einer ausgeprägten Lebensart, die deutsche Gemütlichkeit mit französischem Savoir-vivre verbindet. Für Reisende bedeutet das Wandern auf preisgekrönten Premiumwegen, Baden am Bostalsee, exzellentes Essen – das Saarland hat eine der höchsten Sterne-Dichten Deutschlands – und Ausflüge über die nahen Grenzen.
Regionen & Landesteile des Saarlandes
Trotz seiner geringen Größe ist das Saarland landschaftlich vielfältig und lässt sich gut in Ferienregionen gliedern:
- Saartal & Saarschleife – das Herzstück rund um Mettlach und Orscholz mit der berühmten Flussschleife und dem Aussichtspunkt Cloef.
- Saarbrücken & Stadtverband – die Landeshauptstadt mit barocker Architektur, dem St. Johanner Markt und dem Deutsch-Französischen Garten.
- Bliesgau – das UNESCO-Biosphärenreservat im Süden mit Streuobstwiesen, Orchideen und Störchen.
- St. Wendeler Land & Bostalsee – die Seen- und Wanderregion im Norden mit dem größten Freizeitsee im Südwesten.
- Hochwald & Nationalpark – die bewaldeten Höhen des Schwarzwälder Hochwalds am Rand des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.
- Warndt & Saarlouis – die grenznahe Waldlandschaft im Westen und die von Ludwig XIV. gegründete Festungsstadt Saarlouis.
Die schönsten Städte im Saarland
Die Landeshauptstadt Saarbrücken überrascht mit barocker Eleganz: Der Baumeister Friedrich Joachim Stengel schuf hier die Ludwigskirche, eine der schönsten evangelischen Barockkirchen Deutschlands, sowie das Saarbrücker Schloss. Am lebhaften St. Johanner Markt pulsiert das Leben mit Cafés und Restaurants, und der Deutsch-Französische Garten lädt zum Flanieren ein.
Sehenswert ist die Festungsstadt Saarlouis, die der Festungsbaumeister Vauban im Auftrag Ludwigs XIV. anlegte und deren sternförmiger Grundriss bis heute erkennbar ist. In Völklingen steht mit der stillgelegten Hütte das industrielle Wahrzeichen des Landes, in Mettlach residiert der Keramikkonzern Villeroy & Boch in einer alten Abtei. Dazu kommen die Kreisstadt Merzig, die Universitätsstadt Homburg mit ihren Schlossberghöhlen und das grüne St. Wendel.
Natur & Landschaft
Das Naturwunder des Saarlandes ist die Saarschleife: Bei Mettlach windet sich der Fluss in einer fast vollständigen Kehre um einen bewaldeten Bergsporn. Der beste Blick bietet sich vom Aussichtspunkt Cloef und vom spektakulären Baumwipfelpfad, dessen Aussichtsturm über den Wald ragt. Im Süden ist der Bliesgau ein UNESCO-Biosphärenreservat mit Streuobstwiesen, seltenen Orchideen und einer der größten Storchenpopulationen Südwestdeutschlands.
Im Norden reicht das Land in den Nationalpark Hunsrück-Hochwald hinein, den es sich mit Rheinland-Pfalz teilt – hier wachsen wieder Urwälder aus Buchen, und wilde Bäche durchziehen die Höhen. Der Bostalsee im St. Wendeler Land ist der größte Freizeitsee im Südwesten und ein beliebtes Ziel zum Baden, Segeln und Wandern. Rund um Losheim und den Litermont locken stille Wälder und Aussichtspunkte.
Kultur & Sehenswürdigkeiten
Das kulturelle Wahrzeichen des Saarlandes ist die Völklinger Hütte, die 1994 als weltweit erstes Industriedenkmal in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde. Das gewaltige Eisenwerk, in dem einst Roheisen erzeugt wurde, ist heute ein einzigartiger Erlebnisort mit Ausstellungen zwischen Hochöfen und Gebläsehallen, besonders eindrucksvoll bei der abendlichen Illumination.
Weit zurück reicht die römische Geschichte: Die rekonstruierte Villa Borg bei Perl und der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim lassen keltisches und römisches Leben lebendig werden. Die barocke Baukunst Stengels prägt Saarbrücken, während Villeroy & Boch in Mettlach die Keramiktradition des Landes verkörpert. Museen wie das Saarlandmuseum und die Moderne Galerie in Saarbrücken runden ein für seine Größe erstaunlich reiches Kulturangebot ab.
Kulinarik & Spezialitäten
Im Saarland wird gegessen und getrunken mit Hingabe – „Hauptsach gudd gess“ lautet der Wahlspruch. Die Küche verbindet deftige Hausmannskost mit französischem Einfluss. Klassiker sind der Schwenker, ein mariniertes Nackensteak, das auf einem schwingenden Rost über Buchenholzglut gegrillt wird und zum geselligen Ritual gehört, sowie Dibbelabbes, ein herzhafter Kartoffelauflauf aus der Pfanne.
Typisch sind auch Gefillde (auch „Hoorische“) – gefüllte Kartoffelklöße – und die allgegenwärtige Lyoner, eine Fleischwurst, die im Saarland fast als Grundnahrungsmittel gilt. Dazu kommen Flammkuchen aus der Grenzregion und feine französisch inspirierte Gerichte, denn das kleine Land besitzt eine der höchsten Dichten an Sterne-Restaurants in Deutschland. Getrunken wird ein saarländisches Bier oder ein Wein von der nahen Mosel.
Beste Reisezeit für das Saarland
Dank seiner geschützten Lage im Südwesten hat das Saarland ein mildes Klima. Von Mai bis September ist die beste Zeit für Wanderungen zur Saarschleife, für Badetage am Bostalsee und für Radtouren entlang der Flüsse. Der Frühsommer bringt die Streuobstwiesen des Bliesgaus zum Blühen, der Herbst taucht die Wälder des Hochwalds in warme Farben. Kulinarische und kulturelle Höhepunkte wie das Altstadtfest in Saarbrücken oder Konzerte in der Völklinger Hütte verteilen sich über das ganze Jahr. Auch die Adventszeit hat mit den Weihnachtsmärkten und der grenznahen französischen Festkultur ihren Reiz.
Anreise & Mobilität
Das Saarland ist gut erreichbar und liegt verkehrsgünstig zwischen Deutschland und Frankreich. Der Flughafen Saarbrücken (SCN) bietet regionale Verbindungen, für internationale Flüge sind Frankfurt-Hahn und Luxemburg nah. Ein Höhepunkt ist die schnelle Bahnverbindung: Mit dem TGV/ICE erreicht man von Saarbrücken aus Paris in rund zwei Stunden. Über die Autobahnen A1, A6, A8 und A620 ist das Land bequem ans Fernstraßennetz angebunden.
Vor Ort verbinden die Saarbahn und Regionalbahnen die Städte, und weil das Land so klein ist, liegen die Ziele nah beieinander. Aktivurlauber schätzen die preisgekrönten Premiumwanderwege wie den Saar-Hunsrück-Steig und die Traumschleifen, dazu den Saarland-Radweg und den Saar-Radweg. Die Nähe zu Frankreich und Luxemburg lädt zu grenzüberschreitenden Ausflügen nach Metz, Trier oder Luxemburg-Stadt ein.
Reisetipps & Geheimtipps
Der Klassiker ist der Blick auf die Saarschleife vom Cloef und der Gang über den Baumwipfelpfad mit seinem 42 Meter hohen Aussichtsturm. Ein Erlebnis der besonderen Art ist die abendliche Illumination der Völklinger Hütte, wenn das Industriedenkmal in farbiges Licht getaucht wird. Für Familien und Wasserratten lohnt der Bostalsee mit Strand und Ferienpark.
Ein Geheimtipp sind die Schlossberghöhlen in Homburg, die größten Buntsandsteinhöhlen Europas, sowie die stillen Wanderwege im Bliesgau, wo im Frühjahr die Störche kreisen. Genießer folgen der saarländischen Lebensart zu einem Schwenker-Abend unter Freunden oder machen einen Abstecher über die Grenze in die französischen Weindörfer und Märkte. Auch die römische Villa Borg mit ihren rekonstruierten Bädern und Gärten ist ein lohnendes, wenig bekanntes Ziel.
Geschichte, Kohle & Grenzland
Die Geschichte des Saarlandes ist untrennbar mit Kohle und Stahl sowie mit seiner Grenzlage verbunden. Im 19. und 20. Jahrhundert machten reiche Steinkohlevorkommen die Region zu einem der bedeutendsten Industriereviere des europäischen Kontinents. Werke wie die Völklinger Hütte brachten Wohlstand, prägten aber auch eine Landschaft und eine Bevölkerung, deren Identität stark vom Bergbau geformt wurde.
Politisch war das Saarland lange ein Spielball zwischen Deutschland und Frankreich: Mehrfach wechselte es die Zugehörigkeit, stand nach beiden Weltkriegen unter französischer Verwaltung und war zeitweise ein teilautonomes Gebiet. Erst 1957, nach einer Volksabstimmung, trat das Saarland als jüngstes Flächenland der Bundesrepublik bei. Diese Geschichte erklärt die bis heute enge deutsch-französische Verbindung, die man in der Küche, der Zweisprachigkeit vieler Menschen und der grenzüberschreitenden Kultur des Landes spürt.
Praktische Reisetipps für das Saarland
Weil das Saarland so kompakt ist, lässt es sich hervorragend von einem einzigen Standort aus erkunden – ideal ist eine Basis in Saarbrücken oder rund um die Saarschleife. Für den Baumwipfelpfad und die Cloef sollte man an sonnigen Wochenenden früh kommen, da die Parkplätze schnell voll sind. Bei einem Besuch der Völklinger Hütte lohnt sich festes Schuhwerk, denn das weitläufige Gelände mit seinen Treppen und Hallen will erlaufen sein. Wer die saarländische Küche erleben will, sollte sich zu einem Schwenker-Abend einladen lassen oder ein gutbürgerliches Wirtshaus suchen – und rechtzeitig reservieren, denn Genuss wird hier großgeschrieben. Für Ausflüge nach Frankreich oder Luxemburg genügt der Personalausweis; ein Blick auf die dortigen Markttage lohnt sich immer.
Häufige Fragen
Was muss man über das Saarland wissen?
Das Saarland liegt im Südwesten Deutschlands an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg und ist das kleinste Flächenland der Republik. Landeshauptstadt und Regierungssitz ist Saarbrücken. Bezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Deutsch. Das Land ist bekannt für die Saarschleife, seine Industriekultur und eine ausgeprägte Lebensart zwischen deutscher und französischer Kultur.
Was sind die schönsten Sehenswürdigkeiten im Saarland?
Zu den Höhepunkten zählen die Saarschleife bei Mettlach mit dem Aussichtspunkt Cloef und dem Baumwipfelpfad, das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte, die barocke Ludwigskirche in Saarbrücken, der Bostalsee, das Biosphärenreservat Bliesgau und die römische Villa Borg.
Wann ist die beste Reisezeit für das Saarland?
Dank des milden Klimas ist Mai bis September ideal für Wanderungen zur Saarschleife, Badetage am Bostalsee und Radtouren. Der Frühsommer bringt die Streuobstwiesen des Bliesgaus zum Blühen, der Herbst färbt die Wälder des Hochwalds. Auch die Adventszeit hat mit den Weihnachtsmärkten ihren Reiz.
Welche Spezialitäten sollte man im Saarland probieren?
Typisch ist der Schwenker, ein mariniertes Nackensteak vom schwingenden Grill, dazu Dibbelabbes und gefüllte Kartoffelklöße (Gefillde). Allgegenwärtig ist die Lyoner-Fleischwurst. Französisch inspirierte Gerichte und eine hohe Dichte an Sterne-Restaurants runden die genussfreudige Küche ab.
Wie reist man am besten durch das Saarland?
Für die Anreise dienen der Flughafen Saarbrücken sowie die Autobahnen A1, A6 und A8; mit dem TGV/ICE erreicht man von Saarbrücken aus Paris in rund zwei Stunden. Weil das Land klein ist, liegen die Ziele nah beieinander. Für Aktive eignen sich der Saar-Hunsrück-Steig und der Saar-Radweg.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zum Saarland?
Offizielle Auskünfte gibt die Tourismus Zentrale Saarland GmbH in Saarbrücken sowie das Portal urlaub.saarland. Kontaktdaten und Ansprechpartner finden Sie auf unserer Ämter-Seite.
Weiter zur Reiseplanung: die offiziellen Kontakte auf der Seite Fremdenverkehrsamt Saarland, das gesamte Land in der Übersicht Deutschland sowie das Nachbarland Rheinland-Pfalz, mit dem sich das Saarland den Nationalpark Hunsrück-Hochwald teilt. Mehr Reiseziele in der Übersicht Europa.