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Bremen

Illustration des Bremer Marktplatzes mit Rathaus, Roland und Stadtmusikanten, Bremen

Bremen ist mit seinen beiden Städten Bremen und Bremerhaven das kleinste Bundesland Deutschlands und ein eigener Stadtstaat an der Weser. Die Freie Hansestadt lebt vom Wasser und vom Welthandel: der historische Marktplatz mit Rathaus, Roland und den Bremer Stadtmusikanten, die verwinkelte Böttcherstraße und das mittelalterliche Schnoorviertel prägen die alte Kaufmannsstadt, während Bremerhaven mit seinen Havenwelten das maritime Tor zur Welt öffnet. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Landkarte Bremen
Landkarte Bremen

Bremen ist das kleinste Bundesland Deutschlands und eine Besonderheit unter den Ländern: Die Freie Hansestadt Bremen besteht aus zwei Städten, die rund 60 Kilometer voneinander entfernt an der Weser liegen – der alten Kaufmanns- und Universitätsstadt Bremen im Binnenland und der jungen Hafenstadt Bremerhaven an der Wesermündung zur Nordsee. Dazwischen erstreckt sich, ringsum von Niedersachsen umschlossen, ein schmales Band aus Weserufern, Marschland und Hafenanlagen.

Als Hansestadt blickt Bremen auf über tausend Jahre Handel und Seefahrt zurück. Die stolze Kaufmannstradition ist bis heute in Stein gemeißelt: im prächtigen Renaissance-Rathaus, im wehrhaften Roland als Zeichen städtischer Freiheit und in den Speichern der Überseestadt. Zugleich ist Bremen weltoffen, grün und überraschend gemütlich – eine Stadt der kurzen Wege, in der man vom mittelalterlichen Schnoor in wenigen Minuten an die belebte Weserpromenade Schlachte spaziert. Bremerhaven wiederum verbindet Hochseefischerei, Auswanderergeschichte und moderne Erlebniswelten zu einem faszinierenden maritimen Ziel.

Bremen & Bremerhaven – die zwei Städte des Landes

Das Land Bremen ist ein Zwei-Städte-Staat, und jede der beiden Städte hat ihren ganz eigenen Charakter. Für Reisende lohnen sich beide – am besten kombiniert:

  • Bremen-Altstadt – das historische Herz mit Marktplatz, Rathaus, Roland, Dom, Böttcherstraße und dem malerischen Schnoorviertel.
  • Schlachte & Weserufer – die belebte Flusspromenade mit Schiffsanlegern, Biergärten und Restaurants entlang der Weser.
  • Das Viertel & Ostertor – das kreative Szeneviertel rund um die Sielwallkreuzung mit Kneipen, Boutiquen, Theater und Kunsthalle.
  • Überseestadt – der zum Wohn- und Kulturquartier gewandelte alte Hafen mit Backsteinspeichern, Lofts und Speicher-Museen.
  • Bremerhaven-Havenwelten – die neu gestaltete Hafenfront mit Klimahaus, Auswandererhaus, Schifffahrtsmuseum und Aussichtsturm.
  • Bremerhaven-Fischereihafen – das quirlige Quartier mit Schaufenster Fischereihafen, Fischgastronomie und dem Zoo am Meer.

Wahrzeichen & Sehenswürdigkeiten in Bremen

Das Herz der Stadt ist der Marktplatz, einer der schönsten Europas. Hier stehen dicht beieinander gleich mehrere Wahrzeichen: das gotisch-weserrenaissancehafte Rathaus, das zusammen mit dem Roland seit 2004 zum UNESCO-Welterbe zählt. Der über zehn Meter hohe steinerne Roland von 1404 gilt als Sinnbild der Stadtfreiheit und der Marktrechte. Direkt daneben ragt der St.-Petri-Dom mit seinen beiden Türmen empor, gegenüber steht das gläserne Haus der Bürgerschaft.

An der Westseite des Rathauses kauern die Bremer Stadtmusikanten – Esel, Hund, Katze und Hahn übereinander –, die bronzene Figurengruppe zum berühmten Märchen der Brüder Grimm; wer die Vorderbeine des Esels umfasst, dem soll Glück beschieden sein. Ein weiteres Juwel ist die Böttcherstraße, eine expressionistische Backsteingasse aus den 1920er-Jahren mit Glockenspiel, Kunstmuseen und Handwerkshöfen. Ganz in der Nähe liegt das Schnoorviertel, das älteste erhaltene Quartier Bremens: ein Gassengewirr aus winzigen Fachwerkhäuschen, heute voller Galerien, Cafés und kleiner Läden.

Bremerhaven: Häfen, Havenwelten & Maritimes

Rund 60 Kilometer flussabwärts liegt Bremerhaven, die maritime Seite des Landes. Rund um die neu gestalteten Havenwelten am Alten und Neuen Hafen reihen sich die großen Erlebnisorte aneinander. Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost nimmt Besucher mit auf eine Reise entlang des achten Längengrades durch alle Klimazonen der Erde. Das Deutsche Auswandererhaus erzählt bewegend die Geschichte der Millionen Menschen, die von Bremerhaven aus in die Neue Welt aufbrachen.

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum mit seiner historischen Hansekogge und den Museumsschiffen im Alten Hafen dokumentiert die deutsche Seefahrtsgeschichte. Vom Aussichtsturm SAIL City reicht der Blick weit über die Häfen und die Wesermündung. Familien zieht es zusätzlich in den Zoo am Meer mit Eisbären und Robben sowie in den Mediterraneo. Wer Bremerhaven als Arbeitshafen erleben will, unternimmt eine Hafenrundfahrt zwischen Containerterminals, Fischereihafen und den gewaltigen Autoverladeanlagen, über die ein großer Teil der deutschen Fahrzeugexporte verschifft wird.

Natur, Weser & grüne Oasen

Bremen ist erstaunlich grün. Mitten in der Stadt liegt der weitläufige Bürgerpark, eine der größten privat finanzierten Parkanlagen Deutschlands, mit Wiesen, Teichen, Waldpartien und einem Tiergehege – ideal zum Spazieren, Rudern und Radeln. Die Wallanlagen auf den ehemaligen Festungsgräben ziehen sich als grüner Gürtel mit einer historischen Mühle um die Altstadt.

Prägend ist die Weser, an deren Ufern man auf der Promenade Schlachte flaniert und mit dem Ausflugsschiff ablegen kann. Im Süden lädt der Werdersee zum Baden, Segeln und Grillen ein, im Norden erstreckt sich das Blockland, eine weite Fluss- und Wiesenmarsch mit Deichen, Kühen und Kanälen, die sich hervorragend zum Radfahren eignet. Ein botanisches Highlight ist der Rhododendronpark mit der Botanika, in dem im Frühsommer Tausende Rhododendren und Azaleen in voller Blüte stehen.

Kultur, Museen & Wissenschaft

Für seine Größe hat Bremen ein bemerkenswert dichtes Kulturangebot. Die Kunsthalle Bremen am Ostertorsteinweg zeigt eine hochkarätige Sammlung vom Mittelalter bis zur Moderne mit Werken von Dürer, van Gogh und den Malern der Worpsweder Künstlerkolonie. Das Übersee-Museum am Hauptbahnhof verbindet Völkerkunde, Naturkunde und Handelsgeschichte zu einem der interessantesten Museen seiner Art in Deutschland.

Wissenschaft wird in Bremen erlebbar gemacht: Das Universum Bremen, ein muschelförmiger Science-Center-Bau, lädt zum Experimentieren und Staunen ein. Die Universität Bremen und Forschungsinstitute wie das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (mit Sitz in Bremerhaven) machen das Land zu einem bedeutenden Wissenschaftsstandort. Bühnenkunst bieten das Theater Bremen und die freie Szene im Viertel, und im nahen Worpswede lässt sich das Erbe der berühmten Künstlerkolonie entdecken.

Kulinarik & Spezialitäten

Die bremische Küche ist norddeutsch, deftig und maritim. Der Winterklassiker schlechthin ist Braunkohl und Pinkel – Grünkohl mit der geräucherten Grützwurst „Pinkel“, Kassler und Kochwurst –, der traditionell auf geselligen „Kohlfahrten“ verspeist wird. Eine echte Bremer Spezialität ist der Knipp (auch Grützwurst), eine kräftige Wurst aus Hafergrütze und Fleisch, die knusprig gebraten mit Bratkartoffeln und Gurke serviert wird.

Vom Wasser kommen Fischgerichte, Matjes und das Fischbrötchen, das man am besten im Bremerhavener Fischereihafen isst. Süßer Star ist der Bremer Klaben, ein schwerer, mit Rosinen und Zitronat gefüllter Butterstollen. Als Handelsstadt ist Bremen zudem seit jeher die deutsche Hauptstadt von Kaffee und Gewürzen – ein Kaffeehaus-Besuch gehört dazu. Getrunken wird ein Beck’s, das weltbekannte Bremer Bier, oder ein Glas des berühmten Rheinweins im ehrwürdigen Bremer Ratskeller unter dem Rathaus, einem der ältesten Weinkeller Deutschlands.

Beste Reisezeit für Bremen

Von Mai bis September zeigt sich Bremen von seiner freundlichsten Seite: milde Temperaturen, lange Abende an der Schlachte und volle Biergärten laden zum Bummeln ein. Das gemäßigte Seeklima bringt allerdings zu jeder Jahreszeit Wind und den ein oder anderen Schauer – eine winddichte Jacke gehört ins Gepäck. Höhepunkt des Jahres ist der Bremer Freimarkt im Oktober, eines der ältesten und größten Volksfeste Deutschlands mit über fünf Jahrhunderten Tradition.

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Auch die Adventszeit ist besonders stimmungsvoll: Der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz und der maritime Schlachte-Zauber am Weserufer, wo mittelalterliche Buden und Feuerkörbe für Atmosphäre sorgen, ziehen viele Besucher an. Im Frühsommer lohnt sich die Reise wegen der spektakulären Rhododendronblüte, und wer den maritimen Trubel liebt, kommt zu den großen Hafenfesten und der „Sail“ nach Bremerhaven.

Anreise & Mobilität

Bremen ist bestens erreichbar. Der Flughafen Bremen (BRE) liegt nur rund vier Kilometer vom Zentrum und ist per Straßenbahn direkt mit der Innenstadt verbunden – einer der stadtnächsten Flughäfen Deutschlands. Als ICE-Knoten verbindet der Hauptbahnhof Bremen mit Hamburg, Hannover und dem gesamten Fernverkehr; Regionalzüge fahren im Halbstundentakt weiter nach Bremerhaven. Über die Autobahnen A1, A27 und A28 gelangt man bequem in beide Städte.

Vor Ort ist Bremen eine Fahrrad- und Straßenbahnstadt: Das dichte Netz der BSAG aus Straßenbahnen und Bussen erschließt die ganze Stadt, und die kompakte Altstadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Bremen gilt als eine der fahrradfreundlichsten Großstädte Deutschlands – ein Leihrad ist ideal für Touren an der Weser und ins Blockland. Für einen Städtetrip lohnt sich die BremenCARD, die freie Fahrt im Nahverkehr mit Rabatten für viele Attraktionen verbindet.

Reisetipps & Geheimtipps

Ein Muss ist der frühe Morgen auf dem Marktplatz, bevor die Reisegruppen kommen, sowie ein Bummel durch das verwinkelte Schnoorviertel mit seinen Kunsthandwerksläden. In der Böttcherstraße lohnt sich der Blick auf das Glockenspiel, das zu bestimmten Zeiten erklingt, während sich in der drehenden Bildergalerie zehn Porzellanglocken bewegen. Wer das lebendige Bremen sucht, zieht abends ins Viertel rund um den Ostertorsteinweg mit seinen Kneipen und Programmkinos.

Ein Geheimtipp ist die Überseestadt, wo alte Hafenspeicher zu Lofts, Restaurants und Museen umgebaut wurden und man das industrielle Erbe der Hansestadt entdeckt. Fußballfans zieht es zum Weserstadion, der stimmungsvollen Heimat von Werder Bremen direkt am Fluss. Naturfreunde radeln ins Blockland oder besuchen die Rhododendronblüte im Rhododendronpark. Und ein Ausflug nach Bremerhaven lohnt sich immer – nicht nur wegen der Havenwelten, sondern auch für ein frisches Fischbrötchen direkt am Hafenbecken.

Geschichte, Hanse & Wissenswertes

Bremens Geschichte ist untrennbar mit Handel, Freiheit und dem Meer verbunden. Bereits 787 als Bischofssitz gegründet, stieg die Stadt im Mittelalter als bedeutendes Mitglied der Hanse zu einem der wichtigsten Handelsplätze Nordeuropas auf. Der Roland von 1404 und das Rathaus verkörpern das Selbstbewusstsein einer Bürgerstadt, die sich ihre Reichsunmittelbarkeit und städtische Freiheit über Jahrhunderte bewahrte und keinem Fürsten unterstand.

Weil die Weser zu versanden drohte, gründete Bremen 1827 an der Mündung den Vorhafen, aus dem Bremerhaven hervorging – seither bilden die beiden Städte gemeinsam den Stadtstaat. Von hier brachen im 19. Jahrhundert Millionen Auswanderer nach Amerika auf. Der Titel Freie Hansestadt Bremen erinnert bis heute an diese stolze Tradition. Heute ist das Land mit seinen Häfen, der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Lebensmittelwirtschaft und der Wissenschaft ein moderner Wirtschaftsstandort – und bleibt zugleich, ganz hanseatisch, bei aller Weltläufigkeit angenehm bodenständig.

Praktische Reisetipps für Bremen

Für einen Städtetrip reichen zwei bis drei Tage, um Bremen und Bremerhaven zu verbinden – die Bahnfahrt zwischen beiden Städten dauert nur rund eine halbe Stunde. Die kompakte Bremer Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden; für weiter entfernte Ziele wie die Universität oder die Überseestadt ist die Straßenbahn praktisch, weshalb sich die BremenCARD mit freier Fahrt und Rabatten schnell lohnt. Die großen Erlebnishäuser der Havenwelten in Bremerhaven – vor allem Klimahaus und Auswandererhaus – sollten an Regentagen und in den Ferien möglichst mit Zeitfenster-Ticket vorab gebucht werden. Wegen des wechselhaften Küstenwetters empfiehlt sich Zwiebellook zu jeder Jahreszeit. Wer den Freimarkt oder den Schlachte-Zauber erleben möchte, sollte Unterkünfte rechtzeitig reservieren, da die Hotels dann stark gefragt sind.

Häufige Fragen


Was muss man über Bremen wissen?

Bremen ist das kleinste Bundesland Deutschlands und ein Stadtstaat aus zwei Städten: der Freien Hansestadt Bremen an der Weser und der Hafenstadt Bremerhaven an der Wesermündung, rund 60 Kilometer entfernt. Das Land wird vollständig von Niedersachsen umschlossen. Bezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Deutsch. Bremen lebt seit über tausend Jahren von Handel und Seefahrt und ist bis heute eine stolze Hanse- und Kaufmannsstadt.


Was sind die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bremen?

Zu den Höhepunkten zählen der Marktplatz mit Rathaus und Roland (UNESCO-Welterbe), die bronzenen Bremer Stadtmusikanten, die expressionistische Böttcherstraße und das mittelalterliche Schnoorviertel. In Bremerhaven locken die Havenwelten mit Klimahaus, Deutschem Auswandererhaus und Schifffahrtsmuseum. Dazu kommen die Kunsthalle, das Übersee-Museum und das Universum Bremen.


Wann ist die beste Reisezeit für Bremen?

Mai bis September ist ideal für einen Städtetrip mit milden Temperaturen und langen Abenden an der Schlachte. Höhepunkt des Jahres ist der Bremer Freimarkt im Oktober, eines der ältesten Volksfeste Deutschlands. Auch die Adventszeit mit Weihnachtsmarkt und maritimem Schlachte-Zauber ist stimmungsvoll. Wegen des Seeklimas gehört Regenschutz ganzjährig ins Gepäck.


Welche Spezialitäten sollte man in Bremen probieren?

Typisch sind Braunkohl und Pinkel im Winter, der Bremer Knipp (Grützwurst) mit Bratkartoffeln sowie frische Fischbrötchen im Bremerhavener Fischereihafen. Süßer Klassiker ist der Bremer Klaben, ein Rosinenstollen. Als Handelsstadt ist Bremen zudem berühmt für Kaffee. Getrunken wird ein Beck’s oder ein Wein im historischen Bremer Ratskeller.


Wie bewegt man sich am besten durch Bremen?

Am besten mit den Straßenbahnen und Bussen der BSAG oder dem Fahrrad – Bremen gilt als eine der fahrradfreundlichsten Großstädte Deutschlands. Die Altstadt erkundet man gut zu Fuß. Der stadtnahe Flughafen Bremen ist per Straßenbahn angebunden, ICE-Züge halten am Hauptbahnhof, und Regionalzüge fahren im Halbstundentakt nach Bremerhaven. Für Rabatte lohnt die BremenCARD.


Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Bremen?

Offizielle Auskünfte gibt Bremen Tourismus, der Geschäftsbereich Marketing und Tourismus der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, sowie das Portal bremen.de. Kontaktadresse, Tourist-Informationen und die BremenCARD finden Sie auf unserer Ämter-Seite.


Weiter zur Reiseplanung: die offiziellen Kontakte auf der Seite Fremdenverkehrsamt Bremen, das gesamte Land in der Übersicht Deutschland sowie das umgebende Nachbarland Niedersachsen und die zweite Hansestadt Hamburg. Mehr Reiseziele in der Übersicht Europa.

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