Brandenburg

Brandenburg umschließt die Hauptstadt Berlin und ist das „Land der tausend Seen“: eine weite, wasserreiche Landschaft aus Wäldern, Flüssen und Kanälen. Der Spreewald mit seinen Kähnen, die Schlösser und Parks von Potsdam-Sanssouci, die einsame Uckermark und das Ruppiner Seenland machen das Land zum Erholungsziel vor den Toren Berlins. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Brandenburg ist das flächengrößte der ostdeutschen Länder und ringförmig um die Bundeshauptstadt Berlin gelegen, die es vollständig umschließt. Geprägt ist die Mark von Wasser: mehr als 3.000 Seen, dazu die Flüsse Havel, Spree und Oder sowie ein dichtes Netz aus Kanälen machen Brandenburg zu einem der wasserreichsten Länder Europas. Weite Kiefernwälder, Wiesen und stille Alleen bestimmen das Landschaftsbild.
Als klassisches Naherholungsland vor den Toren Berlins bietet Brandenburg einen wohltuenden Gegensatz zur Metropole: preußische Schlösser und Gärten in Potsdam, den geheimnisvollen Spreewald mit seinen Fließen, die menschenleere Uckermark und die neu entstandene Seenlandschaft der Lausitz. Für Reisende bedeutet das Kanufahren, Radeln und Wandern in ruhiger Natur, verbunden mit dem kulturellen Erbe Preußens und der lebendigen Kultur der Sorben und Wenden.
Regionen & Landesteile Brandenburgs
Brandenburg gliedert sich in mehrere Reiseregionen, die jede für sich einen eigenen Charakter haben:
- Potsdam & Havelland – die Landeshauptstadt mit den Schlössern von Sanssouci, dazu die weite Flusslandschaft der Havel mit Werder und seiner Baumblüte.
- Spreewald – das UNESCO-Biosphärenreservat mit seinem Labyrinth aus Fließen, den Kähnen, Gurkenfeldern und der sorbischen Kultur.
- Ruppiner Seenland – das Land Theodor Fontanes rund um Neuruppin und das Rokokostädtchen Rheinsberg mit Schloss und See.
- Uckermark – der dünn besiedelte Nordosten mit dem Nationalpark Unteres Odertal, weiten Seen und großer Stille.
- Lausitz & Spree-Neiße – rund um Cottbus, mit dem neu gefluteten Lausitzer Seenland und den Fürst-Pückler-Parks.
- Fläming & Elbe-Elster – sanfte Hügel, Backsteinkirchen und Burgen im Südwesten des Landes.
Die schönsten Städte in Brandenburg
Die Landeshauptstadt Potsdam ist der glanzvolle Höhepunkt: Das Schloss Sanssouci mit seinen Weinbergterrassen, das Neue Palais, die Parkanlagen und das Holländische Viertel gehören zusammen mit der Berliner Museumsinsel zu den bekanntesten Ensembles Deutschlands. Im Schloss Cecilienhof fand 1945 die Potsdamer Konferenz statt, und in Babelsberg erinnert der Filmpark an die große Kinotradition.
Sehenswert sind auch die namensgebende Stadt Brandenburg an der Havel mit ihren drei Altstadtinseln und dem Dom, die zweisprachige Universitätsstadt Cottbus (sorbisch Chóśebuz) mit dem Fürst-Pückler-Park Branitz, das Fontane-Städtchen Neuruppin und das idyllische Rheinsberg. An der polnischen Grenze liegt Frankfurt (Oder), im Norden die Backsteinstadt Prenzlau und die Klosterstadt Chorin.
Natur & Landschaft
Brandenburgs Natur ist von Wasser und Weite bestimmt. Der Spreewald, ein UNESCO-Biosphärenreservat, ist ein einzigartiges Binnendelta: Auf über 200 Kilometern verzweigen sich die Spree-Arme zu den Fließen, die man am schönsten im flachen Kahn erkundet. Im Nordosten schützt der Nationalpark Unteres Odertal die letzte naturnahe Flussauenlandschaft Deutschlands – ein Rastplatz für Kraniche und Seeadler.
Rund um die Uckermärkischen Seen und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegen stille Wälder und klare Seen. Im Süden ist aus stillgelegten Tagebauen das Lausitzer Seenland entstanden, Europas größte künstliche Seenlandschaft, auf der man von See zu See segeln kann. Wer die Nacht liebt, findet im Sternenpark Westhavelland einen der dunkelsten Himmel Deutschlands.
Kultur & Sehenswürdigkeiten
Das kulturelle Herz Brandenburgs schlägt in Potsdam. Die Schlösser und Parks von Sanssouci zählen zum UNESCO-Welterbe und erzählen von der Glanzzeit Preußens unter Friedrich dem Großen. Preußisches Erbe begegnet Reisenden im ganzen Land: in den Backsteinkirchen der Mark, im Zisterzienserkloster Chorin mit seiner filigranen Backsteingotik und in den Parks des Fürsten Pückler bei Cottbus und im sächsisch-polnischen Bad Muskau.
Untrennbar mit Brandenburg verbunden ist der Dichter Theodor Fontane, dessen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ das Land literarisch erschlossen haben. In der Lausitz pflegen die Sorben und Wenden als kleinste slawische Minderheit ihre eigene Sprache und Bräuche, etwa das Osterreiten und die bunten Trachten. Die Filmstadt Babelsberg, das älteste Großatelier der Welt, ergänzt das reiche kulturelle Angebot.
Kulinarik & Spezialitäten
Die brandenburgische Küche ist bodenständig und saisonal. Das bekannteste Produkt ist die Spreewälder Gurke, eine geschützte geografische Angabe, die als Gewürz-, Senf- oder Salzgurke berühmt wurde. Ein Klassiker der Region ist Pellkartoffeln mit Leinöl und Quark, dazu die kräftige Spreewälder Küche mit Fisch aus den Fließen wie Zander, Hecht und Karpfen.
Im Frühjahr ist der Beelitzer Spargel ein Höhepunkt, dessen sandige Böden ihm einen besonderen Ruf verschafft haben. Aus dem Havelland kommen Obst und Apfelsaft, aus den Wäldern Wild und Pilze. Die alten Sorten der Teltower Rübchen waren schon zu Goethes Zeiten geschätzt. Getrunken wird ein regionales Bier, in der Lausitz ein Cottbuser, und zum Nachtisch gibt es Plinse oder Buchweizengerichte.
Beste Reisezeit für Brandenburg
Von Mai bis September ist Brandenburg am schönsten: Dann laden die Seen zum Baden ein, die Kähne fahren durch den Spreewald, und die Radwege sind bestens befahrbar. Das milde Kontinentalklima sorgt für warme, oft trockene Sommer. Ein besonderer Frühlingshöhepunkt ist die Baumblüte in Werder, wenn die Obsthänge an der Havel in Blüte stehen. Der Herbst ist die Zeit der Kranichrast, wenn Zehntausende Kraniche etwa bei Linum und im Odertal Station machen – ein eindrucksvolles Naturschauspiel. Auch der Winter hat mit den weihnachtlichen Schlössern in Potsdam seinen Reiz.
Anreise & Mobilität
Brandenburg ist über die Bundeshauptstadt hervorragend angebunden. Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) liegt auf Brandenburger Gebiet südlich von Berlin und ist das Drehkreuz der Region. Ein dichtes Netz aus Regionalexpress- und S-Bahn-Linien verbindet Potsdam, den Spreewald, die Uckermark und die Lausitz direkt mit Berlin. Über die Autobahnen A10 (Berliner Ring), A11, A12, A13 und A24 gelangt man bequem in alle Landesteile.
Weil Brandenburg Berlin ringförmig umgibt, lassen sich viele Ziele als Tagesausflug von der Hauptstadt aus erreichen. Vor Ort ist das Land ein Paradies für Wasserwanderer: Auf Havel, Spree und den verbundenen Seen kann man tagelang mit Kanu, Hausboot oder Motoryacht unterwegs sein. Radfernwege wie der Havel-Radweg, der Oder-Neiße-Radweg und der Spreeradweg erschließen die Landschaft für Aktivurlauber.
Reisetipps & Geheimtipps
Der Klassiker ist eine Kahnfahrt im Spreewald ab Lübbenau oder Burg, am stimmungsvollsten zum autofreien Dörfchen Lehde mit seinem Freilandmuseum. Ein Geheimtipp ist das Rokokostädtchen Rheinsberg, das den jungen Friedrich den Großen prägte, sowie das stille Kloster Chorin, in dem im Sommer Konzerte stattfinden. Wer Ruhe sucht, findet sie an den Uckermärkischen Seen rund um Lychen und Templin.
Für Familien lohnt der Filmpark Babelsberg, für Wasserratten das Lausitzer Seenland, das man samt schwimmender Häuser und Hafenanlagen entdecken kann. Naturfreunde erleben im Herbst die Kranichrast bei Linum, eines der größten Vogelschauspiele Europas. Und wer den dunkelsten Sternenhimmel Deutschlands sehen möchte, fährt in den Sternenpark Westhavelland, wo die Milchstraße noch mit bloßem Auge sichtbar ist.
Geschichte, Preußen & Wissenswertes
Brandenburg ist die historische Keimzelle des preußischen Staates. Aus der Mark Brandenburg, im Mittelalter von den Askaniern gegründet und später von den Hohenzollern regiert, ging das Kurfürstentum Brandenburg hervor, das sich zum Königreich Preußen und schließlich zur europäischen Großmacht entwickelte. Potsdam wurde neben Berlin zur zweiten Residenz, in der die preußischen Könige ihre Schlösser errichteten – allen voran Friedrich der Große mit Sanssouci.
Das flache, sandige Land wurde über Jahrhunderte durch Trockenlegung und Besiedlung urbar gemacht; Friedrich der Große holte Siedler ins Oderbruch und ließ Kanäle bauen. Nach der deutschen Teilung gehörte Brandenburg zur DDR und wurde 1990 als Land neu gegründet. Bis heute prägen die Mischung aus preußischer Geschichte, slawischem Erbe der Sorben und der Nähe zur Metropole Berlin das Selbstverständnis des Landes.
Praktische Reisetipps für Brandenburg
Für eine Kahnfahrt im Spreewald sollte man in der Hauptsaison und an Wochenenden früh anreisen, da die Anlegestellen in Lübbenau stark frequentiert sind – unter der Woche ist es deutlich ruhiger. Wer die Schlösser von Sanssouci besucht, bucht für das Schloss Sanssouci am besten ein Zeitfenster-Ticket vorab, da die Besucherzahl begrenzt ist; der weitläufige Park ist frei zugänglich. Für Wassertouren auf Havel und Spree braucht man je nach Bootstyp einen Charterschein, den man vor Ort erwerben kann. Im Herbst lohnt es sich, für die Kranichbeobachtung Fernglas und warme Kleidung mitzunehmen und die Abendstunden zu nutzen. Und weil viele Ziele von Berlin aus per Regionalbahn erreichbar sind, ist das VBB-Tagesticket oft die günstigste Wahl.
Häufige Fragen
Was muss man über Brandenburg wissen?
Brandenburg liegt im Osten Deutschlands und umschließt die Hauptstadt Berlin vollständig. Landeshauptstadt und Regierungssitz ist Potsdam. Bezahlt wird mit dem Euro, Amtssprache ist Deutsch, in der Lausitz wird zusätzlich Niedersorbisch gepflegt. Das Land gilt als „Land der tausend Seen“ mit über 3.000 Gewässern und ist das klassische Naherholungsziel Berlins.
Was sind die schönsten Reiseziele in Brandenburg?
Zu den Höhepunkten zählen die Schlösser und Parks von Potsdam-Sanssouci (UNESCO-Welterbe), der Spreewald mit seinen Kähnen, das Ruppiner Seenland um Rheinsberg, die einsame Uckermark mit dem Nationalpark Unteres Odertal sowie das neue Lausitzer Seenland rund um Cottbus.
Wann ist die beste Reisezeit für Brandenburg?
Mai bis September ist ideal zum Baden, für Kahnfahrten im Spreewald und für Radtouren. Ein Frühlingshöhepunkt ist die Baumblüte in Werder an der Havel. Im Herbst rasten bei Linum und im Odertal Zehntausende Kraniche – ein eindrucksvolles Naturschauspiel.
Welche Spezialitäten sollte man in Brandenburg probieren?
Typisch ist die Spreewälder Gurke, dazu Pellkartoffeln mit Leinöl und Quark sowie Fisch aus den Fließen wie Zander und Hecht. Im Frühjahr ist der Beelitzer Spargel ein Höhepunkt. Getrunken wird ein regionales Bier, in der Lausitz gern ein Cottbuser.
Wie reist man am besten durch Brandenburg?
Für die Anreise dient der Flughafen Berlin Brandenburg (BER), der auf Brandenburger Gebiet liegt, dazu die Autobahnen A10, A11 und A24. Regionalbahnen und die S-Bahn verbinden Potsdam, den Spreewald und die Uckermark direkt mit Berlin. Für Aktive locken Wasserwanderwege und Radfernwege wie der Havel-Radweg.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Brandenburg?
Offizielle Auskünfte gibt die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH in Potsdam sowie das Portal reiseland-brandenburg.de. Kontaktdaten und Ansprechpartner finden Sie auf unserer Ämter-Seite.
Weiter zur Reiseplanung: die offiziellen Kontakte auf der Seite Fremdenverkehrsamt Brandenburg, das gesamte Land in der Übersicht Deutschland sowie die Nachbarländer Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Mehr Reiseziele in der Übersicht Europa.