Süddänemark

Süddänemark (dänisch Region Syddanmark) reicht von der Insel Fünen über Südjütland bis an die Nordsee. Höhepunkte sind Odense als Geburtsstadt von H. C. Andersen, Legoland in Billund, die älteste Stadt Ribe, die UNESCO-Wikingerstätte Jelling und das Wattenmeer bei Rømø – ebenfalls UNESCO-Welterbe. In Nordschleswig lebt zudem eine anerkannte deutsche Minderheit. Bezahlt wird mit der Dänischen Krone, nicht mit dem Euro. Beste Reisezeit ist Mai bis September.

Süddänemark (Region Syddanmark) ist die vielfältigste der dänischen Regionen: Sie umfasst die grüne „Garteninsel“ Fünen mit ihren kleineren Inseln, den Osten Südjütlands mit sanften Fjorden und die weite, flache Marsch- und Wattenmeerküste an der Nordsee. Verwaltungssitz ist Vejle, größte Stadt ist Odense.
Für Reisende bündelt die Region Märchen, Familienspaß und Geschichte auf engem Raum: das Andersen-Erbe in Odense, den Freizeitpark Legoland in Billund, mittelalterliche Städte wie Ribe und das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Amtssprache ist Dänisch; in Nordschleswig ist Deutsch als Minderheitensprache verankert.
Wichtig zu wissen: Dänemark gehört zur EU und zum Schengenraum, hat den Euro jedoch nicht eingeführt. Gezahlt wird mit der Dänischen Krone (DKK), meist per Karte. Für die Einreise genügt Deutschen der Personalausweis.
Region & Lage
Die Region erstreckt sich über die Insel Fünen und den südlichen Teil der Halbinsel Jütland. Im Osten grenzt sie über die Storebælt-Brücke an Seeland, im Norden an Mitteljütland und im Süden – als einzige dänische Region – an Deutschland. Die Nordseeküste ist flach und von Marschland, Watt und Deichen geprägt.
Landschaftlich reicht die Spanne von den sanften Hügeln und Herrenhöfen Fünens über die grünen Fjorde um Vejle und Kolding bis zu den weiten Horizonten der Marsch. Südjütland (Sønderjylland) wechselte im Lauf der Geschichte mehrfach die Zugehörigkeit und kam nach der Volksabstimmung von 1920 wieder zu Dänemark – bis heute prägt das die zweisprachige Grenzregion.
Fünen & Odense – Andersens Insel
Fünen (Fyn) gilt als „Garteninsel“ Dänemarks: sanfte Hügel, blühende Felder, Obstgärten, Herrenhäuser und Schlösser wie das prächtige Egeskov mit seinem Wassergraben. Rund um die Insel liegt der Fünische Inselbogen (Det Sydfynske Øhav), ein Paradies für Segler und Radfahrer.
Hauptstadt der Insel ist Odense, die Geburtsstadt des Märchendichters Hans Christian Andersen. Das moderne H.-C.-Andersen-Haus, die kopfsteingepflasterte Altstadt und das Freilichtmuseum Den Fynske Landsby machen die drittgrößte Stadt Dänemarks zu einem lohnenden Ziel für Familien.
Legoland & Billund
Im Herzen Jütlands liegt Billund, die Heimat der weltberühmten Klötzchen und Standort des ersten Legoland-Freizeitparks, der 1968 eröffnet wurde. Millionen Bausteine formen hier ganze Miniaturwelten – der Park ist eines der beliebtesten Familienziele Nordeuropas.
Ergänzt wird das Angebot durch das Erlebnishaus Lego House im Ortszentrum und den internationalen Flughafen Billund, das zweitgrößte Drehkreuz des Landes. Von hier aus lassen sich viele Ziele Jütlands bequem erreichen.
Ribe & Jelling – Geschichte pur
Ribe gilt als älteste Stadt Dänemarks und ganz Skandinaviens, gegründet um 700 in der Wikingerzeit. Krumme Kopfsteinpflastergassen, Fachwerkhäuser, der mächtige Dom und die Störche auf den Dächern machen den Ort zu einem lebendigen Freilichtmuseum; das Wikingermuseum Ribe VikingeCenter lässt die Frühzeit auferstehen.
Bei Jelling nahe Vejle stehen die berühmten Runensteine mit den Grabhügeln und der alten Kirche – als „Taufurkunde Dänemarks“ UNESCO-Welterbe. Der große Stein König Harald Blauzahns aus dem 10. Jahrhundert nennt erstmals den Namen „Dänemark“ und gilt als Gründungsdokument des Königreichs.
Das Wattenmeer & Rømø – UNESCO-Welterbe
Die Nordseeküste Süddänemarks ist Teil des Wattenmeers, das gemeinsam mit den deutschen und niederländischen Anteilen zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Bei Ebbe fällt das Meer weit zurück und gibt endlose Wattflächen frei – ein einzigartiger Lebensraum für Millionen Zugvögel.
Die Marschinsel Rømø mit ihren extrem breiten Sandstränden ist über einen Damm erreichbar; von Havneby verkehrt die Fähre nach Sylt. Ein Naturschauspiel ist der „Sort Sol“ (Schwarze Sonne), wenn im Frühjahr und Herbst gewaltige Starenschwärme über der Marsch tanzen. Von hier stammt auch die Nordseeinsel Fanø vor Esbjerg.
Sønderjylland & die deutsche Minderheit
Der Süden der Region, Sønderjylland (Nordschleswig), ist eine ehrlich zweisprachige Grenzlandschaft. Nach der Volksabstimmung von 1920 kam das Gebiet zu Dänemark; seither lebt hier eine anerkannte deutsche Minderheit von rund 15.000 Menschen mit eigenen Schulen, Kirchen, Zeitung und Verbänden – ein europäisches Vorbild für gelebtes Miteinander zweier Kulturen.
Sehenswert sind die alte Königsstadt Tønder mit ihrer Spitzenklöppel-Tradition, die reetgedeckten Häuser von Møgeltønder und das Schloss Sønderborg an der Ostseeförde. Die historischen Schauplätze der Schleswig-Kriege erinnern respektvoll an eine bewegte gemeinsame Geschichte.
Vejle, Kolding & die Fjordstädte
An den Ostküstenfjorden liegen lebendige Städte: Vejle am Ende seines Fjords mit dem markanten Wellenhaus „Bølgen“, umgeben von bewaldeten Hügeln. In Kolding thront die Schlossruine Koldinghus über der Stadt, eindrucksvoll modern wiederaufgebaut.
Die Hafen- und Fischereistadt Esbjerg an der Nordsee ist mit ihrer weißen Skulptur „Der Mensch am Meer“ das Tor zur Wattenmeerküste und Fährhafen nach Fanø. Zusammen bilden diese Städte das wirtschaftliche Rückgrat der Region.
Kultur, Natur & Kulinarik
Von Andersens Märchen über die Wikingerstätten bis zum Wattenmeer erzählt Süddänemark eine dichte Geschichte. Radwege und Wanderwege führen über Fünen, an den Fjorden entlang und durch die Marsch; Segler schätzen den Fünischen Inselbogen.
Auf den Teller kommen Fisch und Krabben von der Nordsee, Fünen-Äpfel und regionale Spezialitäten. In Sønderjylland lohnt der berühmte „Sønderjysk Kaffebord“ – eine üppige Kaffeetafel mit vielen selbstgebackenen Kuchen, ein lebendiges Stück Grenzlandkultur.
Beste Reisezeit & Anreise
Am schönsten ist die Region von Mai bis September, wenn Fünen blüht, die Strände von Rømø und Fanø locken und die Marsch in vollem Grün steht. Für die Vogelschwärme des „Sort Sol“ eignen sich Frühjahr und Herbst am besten.
Aus Deutschland ist Süddänemark besonders bequem erreichbar – über die Landgrenze bei Flensburg oder den Flughafen Billund. Von Seeland führt die mautpflichtige Storebælt-Brücke herüber. Vor Ort gilt die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), gezahlt wird mit der Dänischen Krone; der Personalausweis genügt.
Reisetipps & Geheimtipps
Verbinden Sie Odense und Legoland zu einem Familienurlaub und planen Sie für Ribe und das Wattenmeer einen eigenen Tag ein – eine geführte Wattwanderung bei Ebbe ist ein besonderes Erlebnis. Für Jelling reicht ein Halbtagesausflug ab Vejle.
Als Geheimtipp gelten die stillen Inseln im Südfünischen Inselmeer, die reetgedeckte Idylle von Møgeltønder und die Kaffeekultur Sønderjyllands. Wer weiterreist, verbindet Süddänemark mit der Nachbarregion Mitteljütland im Norden oder über die Storebælt-Brücke mit Seeland.
Häufige Fragen
Was macht Süddänemark als Reiseziel besonders?
Die Region Syddanmark reicht von der Insel Fünen über Südjütland bis zur Nordsee. Höhepunkte sind Odense als H.-C.-Andersen-Stadt, Legoland in Billund, die älteste Stadt Ribe, die UNESCO-Wikingerstätte Jelling und das Wattenmeer bei Rømø (UNESCO). In Nordschleswig lebt zudem eine anerkannte deutsche Minderheit. Bezahlt wird mit der Dänischen Krone.
Warum ist das Wattenmeer UNESCO-Welterbe?
Das Wattenmeer an der Nordseeküste ist das größte zusammenhängende System aus Wattflächen und Sänden weltweit und gemeinsam mit den deutschen und niederländischen Anteilen UNESCO-Weltnaturerbe. Bei Ebbe fällt das Meer weit zurück; die Flächen sind ein einzigartiger Rastplatz für Millionen Zugvögel. Bei Rømø lässt sich das gut erleben.
Gibt es in Süddänemark eine deutsche Minderheit?
Ja. In Sønderjylland (Nordschleswig), das nach der Volksabstimmung von 1920 zu Dänemark kam, lebt eine anerkannte deutsche Minderheit von rund 15.000 Menschen mit eigenen Schulen, Kirchen, einer Zeitung und Verbänden. Das deutsch-dänische Grenzland gilt als europäisches Vorbild für ein friedliches Miteinander zweier Kulturen.
Was ist an den Jelling-Steinen so bedeutend?
Die Runensteine von Jelling mit Grabhügeln und Kirche sind UNESCO-Welterbe. Der große Stein König Harald Blauzahns aus dem 10. Jahrhundert nennt erstmals den Namen „Dänemark“ und dokumentiert die Christianisierung des Landes – deshalb gilt Jelling als „Taufurkunde“ und Gründungsdokument des dänischen Königreichs.
Zahlt man in Süddänemark mit Euro?
Nein. Dänemark ist EU- und Schengenland, hat den Euro aber nicht eingeführt. Gezahlt wird mit der Dänischen Krone (DKK), meist per Karte – auch direkt an der Grenze zu Deutschland. Für die Einreise genügt der Personalausweis; die Storebælt-Brücke von Seeland ist mautpflichtig.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Dänemark?
Offizielle Auskünfte gibt VisitDenmark, die nationale Tourismusorganisation Dänemarks, mit deutschsprachigem Portal und Kontakt; Adresse und Website finden Sie unten auf dieser Seite. Das offizielle Reiseportal ist visitdenmark.de. Einen Überblick über das Land bietet die Dänemark-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Dänemark, die Nachbarregionen Seeland im Osten und Mitteljütland im Norden sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.