Färöer-Inseln

Die Färöer-Inseln sind ein autonomer Teil Dänemarks im Nordatlantik: 18 grüne Inseln mit dramatischen Steilküsten, grasgedeckten Häusern, Wasserfällen und riesigen Vogelfelsen. Gezahlt wird mit der färöischen Krone. Beste Reisezeit ist Mai bis September – wetterfeste Kleidung vorausgesetzt.

Die Färöer-Inseln (färöisch Føroyar, „Schafsinseln“) sind einer der letzten großen Geheimtipps Europas: ein Archipel aus 18 vulkanischen Inseln mitten im Nordatlantik, auf halbem Weg zwischen Island, Norwegen und Schottland. Als autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark verwalten sich die Färöer weitgehend selbst; sie gehören jedoch nicht zur EU, haben eine eigene Sprache und mit der färöischen Krone (an die dänische Krone gekoppelt) ein eigenes Zahlungsmittel.
Was die Färöer so besonders macht, ist ihre unwirkliche, oft in Nebel getauchte Landschaft: schroffe Steilküsten, die senkrecht ins Meer stürzen, smaragdgrüne Grashänge, unzählige Wasserfälle und pittoreske Dörfer mit grasbewachsenen Dächern. Es gibt keinen Massentourismus, dafür Ruhe, Weite und eine überwältigende Natur – ein Ziel für Wanderer, Fotografen und alle, die das raue Nordatlantik-Flair suchen.
Landschaft & Steilküsten
Die Färöer sind vor allem eine Landschaft der Steilküsten. Kaum eine andere Region Europas bietet eine solche Dichte an dramatischen Klippen, Felsnadeln und tosenden Wasserfällen. Berühmt ist der Wasserfall Múlafossur beim Dorf Gásadalur, der direkt über eine Klippe ins Meer stürzt – eines der meistfotografierten Motive des Nordatlantiks.
Ein weiteres Wunder ist der „schwebende See“: Vom Aussichtspunkt Trælanípa über dem See Sørvágsvatn scheint das Gewässer hoch über dem Ozean zu liegen – eine faszinierende optische Täuschung. Dazu kommen die Felsnadeln Drangarnir und Tindhólmur sowie unzählige weitere Aussichtspunkte, die man auf Wanderungen erreicht. Die Landschaft wirkt oft wie aus einem Fantasyfilm.
Tórshavn & die Dörfer
Die Hauptstadt Tórshavn ist eine der kleinsten der Welt und zugleich das quirlige Zentrum der Inseln. Ihr historisches Herz, die Halbinsel Tinganes, gehört zu den ältesten Parlamentsstätten Europas; hier stehen dicht gedrängt kleine, teerschwarze Holzhäuser mit grasbewachsenen Dächern. Cafés, Restaurants und Museen machen Tórshavn zum idealen Ausgangspunkt.
Über die Inseln verstreut liegen malerische Dörfer wie Saksun mit seiner tidenabhängigen Lagune, das idyllische Gjógv mit natürlicher Felsschlucht als Hafen und Kirkjubøur, die alte Bischofsstadt mit mittelalterlichen Ruinen. Diese Orte, oft nur von wenigen Menschen bewohnt, vermitteln ein Gefühl für das traditionelle Leben am Rande Europas.
Vogelfelsen & Tierwelt
Die Färöer sind ein Eldorado für Vogelbeobachter. Auf der westlichsten Insel Mykines brüten im Sommer riesige Kolonien von Papageitauchern (Puffins) und Basstölpeln – man kann ihnen bei einer Wanderung nahekommen. Auch die Klippen von Vestmanna sind für ihre Seevögel berühmt und lassen sich per Bootstour vom Wasser aus bestaunen.
Namensgebend sind jedoch die Schafe, die überall die grünen Hänge bevölkern und weit zahlreicher sind als die Menschen. In den Küstengewässern leben Robben, Wale und Delfine. Wer im Sommer kommt, erlebt die Vogelfelsen in ihrer aktivsten Zeit – ein Naturschauspiel, das die Färöer weltweit bekannt gemacht hat.
Wandern & Natur erleben
Wandern ist die schönste Art, die Färöer zu entdecken. Klassische Touren führen zum Leuchtturm Kallur auf der Insel Kalsoy mit spektakulärem Blick, zum See über dem Meer bei Sørvágsvatn oder auf den höchsten Berg Slættaratindur (880 m). Viele Wege verlaufen über Weideland; einige führen über privates Land, für das teils eine kleine Gebühr oder ein Guide nötig ist.
Wichtig und ehrlich gesagt: Das Wetter schlägt hier schnell und heftig um – Nebel, Wind und Regen können jederzeit aufziehen, selbst im Sommer. Wetterfeste, warme Kleidung, feste Schuhe und Vorsicht an den ungesicherten Klippen sind Pflicht. Wer diese Regeln beachtet, wird mit einer der ursprünglichsten Naturkulissen Europas belohnt.
Inseln & Tunnel
Die 18 Inseln sind erstaunlich gut vernetzt: Brücken, moderne Unterseetunnel und Fähren verbinden die meisten von ihnen. Ein technisches Highlight ist der Tunnel Eysturoyartunnilin mit dem einzigen Unterwasser-Kreisverkehr der Welt, kunstvoll beleuchtet. Kleinere Inseln erreicht man per Fähre oder Hubschrauber, was Ausflüge auch zu entlegenen Orten möglich macht.
Diese Infrastruktur erlaubt es, die Färöer bequem mit dem Auto zu erkunden – von der Hauptinsel Streymoy mit Tórshavn über Eysturoy bis zu den Nordinseln. Trotz der guten Verbindungen bleiben viele Ziele einsam und ruhig; auf den Straßen begegnet man häufiger Schafen als anderen Autos.
Kultur, Geschichte & Traditionen
Die färöische Kultur wurzelt tief in der Zeit der Wikinger, die die Inseln im 9. Jahrhundert besiedelten. Sprache, Sagas und der traditionelle Kettentanz halten dieses Erbe lebendig. Die Färöer haben eine bemerkenswerte Musik- und Literaturszene hervorgebracht, und im Sommer beleben Festivals wie die Nationalfeier Ólavsøka in Tórshavn die Inseln.
Ehrlich angesprochen sei auch der umstrittene Grindadráp, die traditionelle Treibjagd auf Grindwale, die international kritisiert wird und für Besucher ein sensibles Thema ist. Wer die Färöer bereist, begegnet einer stolzen, gastfreundlichen Gemeinschaft, die ihre Traditionen pflegt und zugleich einen modernen, weltoffenen Alltag lebt.
Kulinarik
Die färöische Küche ist von Meer und Schaf geprägt. Traditionell wird Fleisch und Fisch durch Wind getrocknet und fermentiert – die Spezialität ræst (angegoren) und der luftgetrocknete Hammel skerpikjøt sind kräftig im Geschmack und nicht jedermanns Sache. Frischer Fisch, Lamm, Muscheln und Langusten stehen ebenfalls auf der Karte.
Erstaunlich für eine so kleine Nation: Mit dem Restaurant KOKS haben die Färöer ein weltweit beachtetes, mehrfach mit Michelin-Sternen ausgezeichnetes Gourmetlokal hervorgebracht, das die nordatlantische Küche neu interpretiert. Wer das Ursprüngliche sucht, kehrt bei einer „heimablídni“ ein – einem Essen bei einer einheimischen Familie im eigenen Zuhause.
Beste Reisezeit & Anreise
Die beste Reisezeit ist das Sommerhalbjahr von Mai bis September, wenn die Tage lang, die Wege begehbar und die Vogelfelsen belebt sind. Im Juni und Juli reicht das Tageslicht fast bis Mitternacht. Das Klima ist ozeanisch-mild, aber ganzjährig windig und wechselhaft; mit Regen und Nebel muss man jederzeit rechnen, während strenge Kälte selten ist.
Die Anreise erfolgt per Flug zum Flughafen Vágar, unter anderem ab Kopenhagen und saisonal ab weiteren Städten mit Atlantic Airways. Alternativ verkehrt die Fähre der Smyril Line ab Hirtshals in Dänemark (über Island). Die Färöer gehören nicht zur EU und nicht zum Schengen-Raum; für deutsche Reisende genügt jedoch ein gültiger Reisepass oder Personalausweis, ein Visum ist nicht nötig.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für die Färöer-Inseln?
Ideal ist das Sommerhalbjahr von Mai bis September mit langen Tagen und begehbaren Wanderwegen; im Juni/Juli ist es fast bis Mitternacht hell, und die Papageitaucher sind aktiv. Das Wetter ist ganzjährig windig und wechselhaft – wetterfeste Kleidung ist unverzichtbar.
Gehören die Färöer zu Dänemark und zur EU?
Die Färöer sind ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark, gehören aber nicht zur EU und nicht zum Schengen-Raum. Sie haben eine eigene Sprache und mit der färöischen Krone (an die dänische Krone gekoppelt) ein eigenes Zahlungsmittel. Für Deutsche genügt zur Einreise ein gültiger Ausweis.
Wie kommt man auf die Färöer-Inseln?
Per Flug zum Flughafen Vágar, unter anderem ab Kopenhagen mit Atlantic Airways, oder per Fähre der Smyril Line ab Hirtshals in Dänemark (über Island). Vor Ort verbinden Brücken, Unterseetunnel und Fähren die Inseln, sodass man sie gut mit dem Mietwagen erkunden kann.
Was sind die schönsten Sehenswürdigkeiten der Färöer?
Zu den Höhepunkten zählen der Wasserfall Múlafossur bei Gásadalur, der „schwebende See“ Sørvágsvatn über dem Trælanípa-Kliff, die Vogelinsel Mykines mit ihren Papageitauchern, das Dorf Saksun, der Leuchtturm Kallur auf Kalsoy und die Altstadt Tinganes in Tórshavn.
Sind die Färöer für Wanderer geeignet?
Ja, die Färöer sind ein Wanderparadies mit spektakulären Küsten- und Bergwegen. Manche Routen führen über privates Weideland, wofür teils eine Gebühr oder ein Guide nötig ist. Wegen des rasch wechselnden Wetters und ungesicherter Klippen sind Vorsicht und wetterfeste Ausrüstung wichtig.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu den Färöern?
Offizielle Auskünfte bündelt Visit Faroe Islands über das Portal visitfaroeislands.com. Die Kontaktdaten finden Sie unten auf dieser Seite. Einen Überblick über das Königreich bietet die Dänemark-Übersicht.
Weiter zur Reiseplanung: die Übersicht Dänemark, die Nordatlantik-Nachbarn Island und Norwegen sowie weitere Ziele in der Übersicht Europa.