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Saigon & Mekong-Delta

Illustration von Südvietnam mit der Millionenstadt Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon), der roten Notre-Dame-Kathedrale, dem kolonialen Hauptpostamt und Wolkenkratzern hinter einem Strom aus Motorrollern, sowie dem Mekong-Delta mit einem schwimmenden Markt beladener Sampans zwischen Kokospalmen, Vietnam

Der Süden Vietnams ist Energie pur: Ho-Chi-Minh-Stadt, von vielen noch Saigon genannt, pulsiert zwischen kolonialen Prachtbauten, Wolkenkratzern und endlosen Motorrollerströmen. Vor den Toren der Metropole liegt das grüne Mekong-Delta mit schwimmenden Märkten, Kokospalmen und Kanälen – und die eindringlichen Cu-Chi-Tunnel. Beste Reisezeit ist die Trockenzeit von November bis April.

Landkarte Saigon & Mekong-Delta
Landkarte Saigon & Mekong-Delta

Ho-Chi-Minh-Stadt und das Mekong-Delta bilden den quirligen, tropischen Süden Vietnams. Die einstige Hauptstadt Südvietnams ist heute die größte Stadt und das wirtschaftliche Kraftzentrum des Landes – laut, modern und mitreißend. Gleich südwestlich beginnt das fruchtbare Delta des Mekong, die „Reisschüssel“ Vietnams.

Für viele Reisende ist der Süden der dynamischste Teil des Landes: hier trifft koloniales Erbe auf gläserne Hochhäuser, geschäftiges Straßenleben auf die entschleunigte Welt der Flussarme. Ein bis zwei Tage in der Stadt und ein Ausflug ins Delta lassen sich hervorragend verbinden.

Region & Lage

Ho-Chi-Minh-Stadt liegt im Süden Vietnams am Saigon-Fluss, nur wenig über dem Meeresspiegel. Nach Südwesten schließt das weite, flache Mekong-Delta an, ein dichtes Netz aus Flussarmen, Kanälen, Reisfeldern und Obstgärten, das sich bis zur Grenze nach Kambodscha und zur Küste erstreckt.

Die Region ist gut erschlossen: Der internationale Flughafen Tan Son Nhat ist das wichtigste Luftdrehkreuz des Landes, und ins Delta gelangst du per Bus, Privatwagen oder auf organisierten Touren in ein bis vier Stunden. Plane für Stadt und Delta zusammen mindestens drei bis vier Tage ein.

Ho-Chi-Minh-Stadt: die Metropole

Das Herz der Stadt ist der Bezirk 1 mit seinen kolonialen Wahrzeichen: der roten Kathedrale Notre-Dame, dem prächtigen Hauptpostamt aus französischer Zeit und der eleganten Oper. Dazwischen schießen moderne Wolkenkratzer in die Höhe, allen voran der Landmark 81, einer der höchsten Türme Südostasiens mit Aussichtsplattform.

Auf dem überdachten Ben-Thanh-Markt feilschst du um Textilien, Souvenirs und Streetfood. Das eigentliche Erlebnis aber ist das Straßenleben selbst: Millionen Motorroller, dampfende Garküchen und ein Tempo, das anfangs überwältigt. Am schönsten erlebst du die Stadt zu Fuß im Bezirk 1 und mit einem geführten Streetfood- oder Rollerausflug.

Saigon: Kriegsgeschichte & Museen

Die jüngere Geschichte ist in Saigon allgegenwärtig. Das Kriegsopfermuseum (War Remnants Museum) dokumentiert eindringlich die Schrecken des Vietnamkriegs – in Vietnam „Amerikanischer Krieg“ genannt – und ist bewegend, aber nichts für schwache Nerven. Der Wiedervereinigungspalast ist als Schauplatz des Kriegsendes 1975 nahezu unverändert erhalten.

Diese Orte helfen, das moderne Vietnam und seinen Stolz auf die eigene Geschichte zu verstehen. Begegne ihnen mit Respekt und Offenheit. Ein Museumsbesuch am Vormittag lässt sich gut mit einem Bummel durch den kolonialen Stadtkern verbinden.

Cu-Chi-Tunnel

Rund zwei Stunden nordwestlich der Stadt liegen die berühmten Cu-Chi-Tunnel, ein weitverzweigtes unterirdisches Netz, in dem die Untergrundkämpfer während des Krieges lebten, kämpften und sich versteckten. Ein Teil der engen Gänge ist für Besucher zugänglich und für aufrechtes Gehen viel zu niedrig – ein beklemmender Eindruck vom Leben unter der Erde.

Der Besuch ist ein eindrückliches Stück Zeitgeschichte, wird aber teils recht touristisch inszeniert. Begegne dem Ort mit dem gebotenen Respekt: Für viele Menschen im Land ist der Krieg Teil einer noch lebendigen, schmerzhaften Erinnerung. Cu Chi lässt sich gut als Halbtagesausflug ab Saigon besuchen.

Nachtleben, Shopping & moderne Seite

Saigon ist Vietnams Trendmetropole mit einer lebendigen Café-, Bar- und Restaurantszene. In der Backpacker-Gasse Bui Vien tobt das Nachtleben, während elegante Rooftop-Bars einen spektakulären Blick über das Lichtermeer bieten. Die Stadt ist zudem ein Zentrum für die berühmte vietnamesische Kaffeekultur.

Zum Einkaufen locken moderne Malls, Designerläden und lokale Märkte gleichermaßen. Wer das kreative Vietnam sucht, findet in umgebauten Altbauten kleine Boutiquen und Cafés. Nach Sonnenuntergang zeigt Saigon sein weltoffenes, junges Gesicht.

Das Mekong-Delta: die Reisschüssel Vietnams

Das Mekong-Delta ist die fruchtbarste Region des Landes: Auf dem Schwemmland gedeihen Reis, Obst und Gemüse im Überfluss, weshalb es die „Reisschüssel“ Vietnams genannt wird. Das Leben spielt sich hier auf und am Wasser ab – auf schmalen Sampan-Booten gleitest du durch von Palmen gesäumte Kanäle und vorbei an Stelzenhäusern.

Beliebte Erlebnisse sind Fahrten durch die Kokospalmen-Kanäle, Besuche bei kleinen Manufakturen für Kokosbonbons oder Reispapier und Übernachtungen im Homestay bei einer Deltafamilie. Das Delta ist der ruhige, grüne Gegenpol zur hektischen Metropole.

Schwimmende Märkte

Das ikonische Bild des Deltas sind die schwimmenden Märkte, auf denen Händler ihre Waren direkt von Boot zu Boot verkaufen. Der größte und bekannteste ist Cai Rang bei Can Tho, wo jedes Boot seine Produkte an einer hochgebundenen Stange zeigt. Wer das Treiben erleben will, muss früh raus: Am lebhaftesten ist der Markt im Morgengrauen.

Eine Bootstour zu den Märkten gehört zum Delta wie der Reis zur Schüssel. Sie lässt sich gut mit dem Besuch von Obstgärten und Dorfwerkstätten verbinden. Buche über einen verlässlichen Anbieter und starte den Ausflug so früh wie möglich.

Weitere Ziele im Delta

Neben Can Tho lohnen weitere Orte: Ben Tre, das für seine Kokosnussverarbeitung bekannt ist, das nahe My Tho als schneller Tagesausflug ab Saigon, das charmante Sa Dec mit Blumengärten und kolonialem Flair sowie Chau Doc nahe der Grenze mit dem heiligen Berg Sam und schwimmenden Fischfarmen.

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Von Chau Doc aus verkehren zudem Boote nach Phnom Penh in Kambodscha – eine reizvolle Weiterreise über den Mekong. Wer tiefer eintauchen möchte, verbringt zwei bis drei Nächte im Delta statt nur eines hektischen Tagesausflugs.

Kultur, Religion & der Cao-Dai-Tempel

Der Süden ist religiös vielfältig: Neben Buddhismus und Ahnenverehrung prägt hier auch der Caodaismus das Bild, eine in Vietnam entstandene Religion, die Elemente mehrerer Weltreligionen vereint. Ihr farbenprächtiges Zentrum ist der große Cao-Dai-Tempel in Tay Ninh nordwestlich von Saigon, wo täglich bunte Zeremonien stattfinden.

Ein Besuch lässt sich gut mit einem Ausflug zu den Cu-Chi-Tunneln verbinden. Wie überall gilt in Tempeln eine Kleiderordnung mit bedeckten Schultern und Knien; verhalte dich während der Zeremonien leise und respektvoll und fotografiere nur zurückhaltend.

Kulinarik: die Küche des Südens

Die südvietnamesische Küche ist tendenziell süßer als die des Nordens, mit viel Kokosmilch, frischen Kräutern und tropischen Früchten. Probiere Com Tam (Bruchreis mit gegrilltem Schweinefleisch), die Nudelsuppe Hu Tieu und in Saigon natürlich die allgegenwärtige Banh Mi und den Egg Coffee.

Das Delta verwöhnt mit fangfrischem Fisch, exotischen Früchten wie Drachenfrucht, Rambutan und Mango sowie Süßigkeiten aus Kokos. Achte auf Hygiene: Wähle gut besuchte Stände, iss frisch Zubereitetes und trinke nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser, um Magenproblemen vorzubeugen.

Beste Reisezeit & Monsun

Der Süden Vietnams ist ganzjährig tropisch warm und kennt nur zwei Jahreszeiten. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von November bis April mit viel Sonne und wenig Regen. Die Regenzeit von Mai bis November bringt meist kurze, kräftige Nachmittagsschauer, zwischen denen es oft sonnig bleibt – Reisen ist also auch dann gut möglich.

Beachte den regional sehr unterschiedlichen Monsun in Vietnam: Während hier im Süden der Sommer die Regenzeit ist, regnet es im Norden ebenfalls im Sommer, in Zentralvietnam dagegen vor allem im Herbst. In der Regenzeit kann es im Delta stellenweise zu Überschwemmungen kommen; die Landschaft ist dann besonders grün.

Anreise, Verkehr & Einreise

Wichtigstes Tor zum Süden ist der Flughafen Tan Son Nhat in Ho-Chi-Minh-Stadt mit Verbindungen aus Europa und ganz Asien. In der Stadt herrscht dichter Motorrollerverkehr; überquere Straßen langsam und gleichmäßig, halte Blickkontakt und bleibe berechenbar. Für Fahrten nutzt du am besten die App Grab (Taxi und Motorradtaxi) mit Festpreis.

Deutsche Staatsangehörige können derzeit bis zu 45 Tage visumfrei einreisen, sofern der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig ist; für längere Aufenthalte gibt es das e-Visum (bis 90 Tage) online. Zusätzlich gilt am Flughafen Tan Son Nhat seit 2026 eine Online-Anmeldung vor der Ankunft (Pre-Arrival Card), die schrittweise auf weitere Flughäfen ausgeweitet wird. Da sich Bestimmungen und Gebühren ändern können, prüfe den aktuellen Stand rechtzeitig vor der Reise.

Praktische Tipps: Sicherheit, Betrug & Etikette

Saigon ist eine lebendige Großstadt, in der jedoch Taschen- und Trickdiebstahl vorkommen – berüchtigt ist das Entreißen von Handys und Taschen durch vorbeifahrende Rollerfahrer. Trage Wertsachen und dein Smartphone eng am Körper, nicht offen in der Hand am Straßenrand, und sei in Menschenmengen aufmerksam.

Weitere typische Ärgernisse sind überhöhte Preise ohne Festpreisabsprache und Wechselgeldtricks; nutze offizielle Taxi-Apps und zähle Wechselgeld nach. In Tempeln bedeckst du Schultern und Knie. Schütze dich vor der tropischen Sonne, trinke ausreichend abgefülltes Wasser und kläre empfohlene Impfungen vor der Reise mit einem Reisemediziner ab.

Häufige Fragen


Heißt die Stadt Saigon oder Ho-Chi-Minh-Stadt?

Offiziell heißt die Stadt seit 1976 Ho-Chi-Minh-Stadt, doch im Alltag wird sie – vor allem der zentrale Bezirk 1 – von vielen Menschen weiterhin Saigon genannt. Beide Namen sind gebräuchlich; der Flughafencode SGN erinnert bis heute an den alten Namen.


Wie viele Tage sollte man für Saigon und das Mekong-Delta einplanen?

Für die Stadt reichen ein bis zwei Tage für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Für das Delta solltest du mindestens einen langen Tagesausflug, besser aber ein bis drei Nächte einplanen, um schwimmende Märkte, Kanäle und das Landleben in Ruhe zu erleben. Zusammen sind drei bis vier Tage sinnvoll.


Wann ist die beste Reisezeit für Südvietnam?

Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von November bis April mit viel Sonne. Die Regenzeit von Mai bis November bringt meist nur kurze, kräftige Nachmittagsschauer, sodass Reisen auch dann gut möglich ist. Der Süden ist ganzjährig tropisch warm mit nur zwei Jahreszeiten.


Lohnt sich ein Besuch der Cu-Chi-Tunnel?

Ja, die Cu-Chi-Tunnel sind ein eindrückliches Stück Zeitgeschichte des Vietnamkriegs. Ein Teil der engen Gänge ist begehbar und vermittelt einen beklemmenden Eindruck. Der Ausflug ist teils touristisch inszeniert, verdient aber Respekt, da der Krieg für viele Menschen noch lebendige Geschichte ist. Ideal als Halbtagestour ab Saigon.


Wann sind die schwimmenden Märkte am schönsten?

Am lebhaftesten sind die schwimmenden Märkte im Morgengrauen. Der größte und bekannteste ist Cai Rang bei Can Tho. Für einen echten Eindruck solltest du sehr früh starten, denn gegen Mittag lässt der Betrieb spürbar nach. Eine Bootstour lässt sich gut mit Obstgärten und Dorfwerkstätten verbinden.


Wie schützt man sich in Saigon vor Diebstahl?

In Saigon kommt es zu Taschen- und Handydiebstahl, oft durch vorbeifahrende Rollerfahrer. Trage Wertsachen eng am Körper, halte dein Smartphone nicht offen am Straßenrand in der Hand und sei in Menschenmengen aufmerksam. Nutze für Fahrten offizielle Taxi-Apps wie Grab mit Festpreis.


Ein vietnamesisches Fremdenverkehrsamt mit Publikumsschalter besteht in Deutschland nicht. Offizielle Reiseinhalte bündelt das nationale Portal „Visit Vietnam“ (vietnam.travel); für Visa und konsularische Fragen ist das Generalkonsulat der S.R. Vietnam in Frankfurt am Main (Kennedyallee 49, Visastelle Rubensstraße 30) bzw. die Botschaft in Berlin zuständig – das e-Visum beantragst du online. Weiter zur Reiseplanung: das Länderprofil Vietnam mit allen Regionen, die Inseln & Südküste mit Phu Quoc und Nha Trang, das zentrale Hochland um Da Lat sowie die Übersicht Asien.