Vietnam

Vietnam reicht von der Halong-Bucht mit ihren Karstfelsen über die Altstadt von Hoi An bis zum Mekong-Delta und den Reisterrassen im Norden. Gezahlt wird mit dem Dong. Beste Reisezeit hängt von der Region ab. Für die Einreise sind bis 45 Tage visumfrei möglich.

Vietnam erstreckt sich als schmales, langgezogenes Land entlang der Küste Südostasiens, von der Halong-Bucht mit ihren Karstfelsen im Norden bis zum Mekong-Delta im Süden. Hauptstadt ist Hanoi, größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum ist jedoch Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden. Mit rund 99 Mio. Einwohnern auf gut 331.000 km² ist Vietnam dicht besiedelt, kulturell reicht die Spanne von der Kaiserstadt Hue über die Altstadt von Hoi An bis zu den Reisterrassen rund um Sapa.
Amtssprache ist Vietnamesisch, gezahlt wird mit dem Dong. Für Deutsche ist die Einreise bis 45 Tage visumfrei möglich, für längere Aufenthalte gibt es ein e-Visum. Weil sich das Land über eine große Nord-Süd-Distanz erstreckt, gibt es keine einheitliche beste Reisezeit: Im Norden eignen sich eher die Monate Oktober bis April, im Süden Dezember bis April – wer mehrere Regionen verbindet, sollte das bei der Routenplanung berücksichtigen.
Hanoi und der Norden
Hanoi ist die Hauptstadt Vietnams und für viele Reisende der erste Anlaufpunkt im Norden. Die Altstadt mit ihren 36 Gassen ist geprägt von Streetfood-Ständen, dichtem Rollerverkehr und kolonialer Architektur aus der französischen Zeit. Zentral liegt der Hoan-Kiem-See mit der roten Brücke zum Ngoc-Son-Tempel, ein beliebter Treffpunkt für Einheimische. Kulturell interessant ist zudem das traditionelle Wasserpuppentheater, das auf die Reisfelder Nordvietnams zurückgeht. Von Hanoi aus lassen sich sowohl die Halong-Bucht als auch die Bergregion um Sapa gut mit Tagesausflügen oder mehrtägigen Touren erreichen.
Halong-Bucht
Die Halong-Bucht ist mit ihren Tausenden Kalksteininseln eines der bekanntesten Landschaftsbilder Vietnams und meist mehrtägig per Boot zu erkunden. Zwischen den bewaldeten Karstformationen liegen versteckte Lagunen, Höhlen und kleine Strände, die sich per Kajak erreichen lassen. Wer dem touristischen Andrang der Hauptbucht ausweichen möchte, kann auf die ruhigere Nachbarbucht Bai Tu Long ausweichen, die landschaftlich ähnlich, aber deutlich weniger besucht ist. Übernachtungen auf traditionellen Dschunken gehören für viele zu den Höhepunkten der Reise, sollten aber bei seriösen Anbietern gebucht werden, da die Qualität der Boote stark variiert.
Sapa – Reisterrassen und Bergvölker
Im äußersten Norden Vietnams, nahe der Grenze zu China, liegt die Bergregion Sapa mit ihren terrassenförmig angelegten Reisfeldern. Die Gegend ist Heimat mehrerer ethnischer Minderheiten wie der Hmong und Dao, deren traditionelle Trachten und Dörfer das Landschaftsbild prägen. Wandertouren führen durch die Terrassenfelder zu kleinen Dörfern und bieten Ausblicke bis hin zum Fansipan, dem höchsten Berg Vietnams. Die beste Zeit für sattgrüne oder goldene Reisterrassen hängt von der Erntezeit ab, weshalb sich eine Recherche vor der Reise lohnt. Wegen der Höhenlage kann es in Sapa auch im tropischen Vietnam empfindlich kühl werden.
Hoi An und Hue – Zentralvietnam
Die Altstadt von Hoi An an der Zentralküste zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist für ihre historische Bausubstanz sowie die abendliche Beleuchtung durch bunte Papierlaternen bekannt. Über Jahrhunderte war Hoi An ein bedeutender Handelshafen, was sich bis heute in der Architektur mit chinesischen, japanischen und europäischen Einflüssen zeigt. Die Stadt ist zudem für ihre zahlreichen Schneidereien bekannt. Nicht weit entfernt liegt Da Nang mit langen Stränden und der Golden Bridge in den Ba-Na-Bergen, einer Fußgängerbrücke, die scheinbar von zwei riesigen Steinhänden getragen wird.
Hue war einst kaiserliche Hauptstadt Vietnams. Zentrum ist die Zitadelle mit der Verbotenen Purpurstadt nach chinesischem Vorbild, die trotz Kriegsschäden im 20. Jahrhundert noch immer beeindruckende Tore, Tempel und Gärten zeigt. Am Parfümfluss gelegen, laden zudem die Kaisergräber in der Umgebung zu Ausflügen ein, oft kombiniert mit einer Bootstour. Die Stadt liegt an der Zentralküste und ist damit auch klimatisch anfällig für die Regen- und Taifunsaison.
Phong Nha – Höhlenwelt
Der Nationalpark Phong Nha-Ke Bang in Zentralvietnam beherbergt eines der größten Höhlensysteme der Welt, darunter die Son-Doong-Höhle, die zu den größten bekannten Höhlen überhaupt zählt. Für die meisten Reisenden zugänglicher sind die Phong-Nha-Höhle und die Paradise Cave, die auch ohne mehrtägige Expedition besichtigt werden können. Die Region ist zudem für ihre unberührte Karstlandschaft mit dichtem Dschungel bekannt und eignet sich für Wanderungen und Radtouren abseits der Touristenpfade. Wer tiefergehende Höhlensysteme besuchen möchte, benötigt meist eine organisierte, mehrtägige Tour, da der Zugang reglementiert ist.
Ho-Chi-Minh-Stadt und das Mekong-Delta
Ho-Chi-Minh-Stadt, weiterhin oft Saigon genannt, ist die größte Stadt Vietnams und wirtschaftliches Zentrum des Südens. Kolonialbauten wie die Notre-Dame-Kathedrale und die Zentralpost stehen neben Wolkenkratzern und dichtem Rollerverkehr, dazu kommen Museen zur jüngeren Geschichte des Landes. Südlich der Stadt beginnt das Mekong-Delta, ein Labyrinth aus Flussarmen und Kanälen, das per Boot erkundet wird. Bekannt sind vor allem die schwimmenden Märkte, auf denen Obst, Gemüse und Waren direkt von Boot zu Boot verkauft werden. Mehrtägige Touren ins Delta verbinden Bootsfahrten mit Übernachtungen bei Gastfamilien.
Strände: Phu Quoc und Nha Trang
Für Badeurlaub bietet Vietnam mehrere Optionen mit unterschiedlichem Charakter. Die Insel Phu Quoc im Golf von Thailand ist für ihre ruhigeren, teils noch naturbelassenen Strände sowie ein wachsendes Angebot an Resorts bekannt. Nha Trang an der Zentralküste ist dagegen eine belebte Stadt mit langer Strandpromenade, die auch als Ausgangspunkt für Tauch- und Schnorcheltouren zu vorgelagerten Inseln dient. Beide Ziele eignen sich gut, um eine kulturell dichte Rundreise mit einigen Tagen Erholung abzuschließen, unterscheiden sich aber deutlich in Tempo und Infrastruktur.
Kultur und Küche
Die vietnamesische Küche gilt als eine der vielseitigsten Asiens und variiert stark von Region zu Region: Im Norden dominieren mildere, klare Brühen wie die Suppe Pho, im Süden wird tendenziell süßer und mit mehr frischen Kräutern gekocht. Streetfood ist fester Bestandteil des Alltags und lässt sich in fast jeder Stadt an kleinen Garküchen erleben. Kulturell prägen sowohl der Buddhismus als auch der Ahnenkult den Alltag, sichtbar an zahlreichen Pagoden und Hausaltären. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist in Museen und Gedenkstätten präsent und wird von vielen Reisenden bewusst in ihre Route eingebaut.
Beste Reisezeit und Klima
Weil sich Vietnam über eine große Nord-Süd-Distanz erstreckt, gibt es keine einheitlich beste Reisezeit für das ganze Land. Im Norden rund um Hanoi und Sapa eignen sich die Monate Oktober bis April, im Süden um Ho-Chi-Minh-Stadt und das Mekong-Delta ist es von Dezember bis April am trockensten. Die Zentralküste mit Hoi An, Hue und Da Nang ist besonders von September bis Dezember anfällig für Regenzeit und gelegentliche Taifune. Wer mehrere Regionen verbindet, sollte die Route entsprechend planen und ungünstige Wetterfenster einkalkulieren.
Einreise, Geld und Fortbewegung
Für Deutsche ist die Einreise nach Vietnam für touristische Aufenthalte bis 45 Tage visumfrei möglich, für längere Reisen steht ein Online-e-Visum zur Verfügung; in jedem Fall ist ein gültiger Reisepass erforderlich. Gezahlt wird mit dem Dong, Kartenzahlung ist in Städten verbreitet, auf dem Land empfiehlt sich Bargeld. Innerhalb des langgestreckten Landes sind Inlandsflüge zwischen Hanoi, Da Nang und Ho-Chi-Minh-Stadt eine gängige, zeitsparende Option, ergänzt durch Nacht- und Fernbusse sowie Zugverbindungen entlang der Küste. In den Städten prägen Motorroller das Straßenbild; das Überqueren stark befahrener Straßen ist zunächst gewöhnungsbedürftig, gelingt aber mit ruhigem, gleichmäßigem Tempo.
Häufige Fragen
Was muss man über Vietnam wissen?
Vietnam ist ein langgestrecktes Land zwischen Halong-Bucht im Norden und Mekong-Delta im Süden mit entsprechend großer landschaftlicher und klimatischer Vielfalt. Hauptstadt ist Hanoi, größte Stadt Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden. Wegen der Nord-Süd-Ausdehnung sollte die Reiseroute die jeweils passende Reisezeit der Regionen berücksichtigen.
Was sind die schönsten Reiseziele in Vietnam?
Zu den Höhepunkten zählen die Halong-Bucht, die Altstadt von Hoi An, die Kaiserstadt Hue und die Reisterrassen um Sapa. Im Süden locken das Mekong-Delta mit seinen schwimmenden Märkten sowie Strände auf Phu Quoc und in Nha Trang. Naturfans zieht es zudem in die Höhlenwelt von Phong Nha.
Wann ist die beste Reisezeit für Vietnam?
Es gibt keine einheitliche beste Reisezeit, da Vietnam sehr lang gestreckt ist: Der Norden eignet sich vor allem von Oktober bis April, der Süden von Dezember bis April. Die Zentralküste ist zwischen September und Dezember besonders anfällig für Regenzeit und Taifune.
Braucht man für Vietnam ein Visum?
Deutsche Staatsangehörige können bis zu 45 Tage visumfrei nach Vietnam einreisen, benötigen dafür aber einen gültigen Reisepass. Für längere Aufenthalte steht ein Online-e-Visum zur Verfügung. Die aktuellen Bestimmungen sollten vor Reiseantritt geprüft werden.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Vietnam?
Offizielle und aktuelle Reiseinformationen zu Vietnam bietet das Fremdenverkehrsamt auf tourismus.de/asien/vietnam/fremdenverkehrsamt/. Dort finden sich Ansprechpartner und weiterführende Hinweise für die Reiseplanung.
Weitere Reiseinformationen zu Asien gibt es im Asien-Reiseführer von tourismus.de. Wer Vietnam mit weiteren Ländern Südostasiens verbinden möchte, findet Informationen zu Thailand und Kambodscha. Offizielle Auskünfte bietet das Fremdenverkehrsamt Vietnam.