Vereinigte Arabische Emirate

Die Vereinigten Arabischen Emirate am Persischen Golf verbinden die Wolkenkratzer-Metropole Dubai und die Hauptstadt Abu Dhabi mit Wüste, Stränden und Luxus. Gezahlt wird mit dem Dirham. Beste Reisezeit ist der Winter von November bis März.

Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen aus sieben Emiraten am Persischen Golf und sind mit rund 83.600 Quadratkilometern flächenmäßig überschaubar, aber touristisch enorm gewachsen. Bekannt sind vor allem Dubai mit seinen Rekord-Wolkenkratzern und die Hauptstadt Abu Dhabi mit ihrer prunkvollen Moschee – doch auch die ruhigeren Emirate abseits davon haben eigene Sehenswürdigkeiten. Amtssprache ist Arabisch, im Tourismus wird jedoch überall Englisch gesprochen.
Von rund 10 Millionen Einwohnern sind die meisten keine Emirati, sondern internationale Arbeitsmigranten – ein Grund für den kosmopolitischen Alltag in den Städten. Gezahlt wird mit dem Dirham, gereist wird am angenehmsten im Winter von November bis März, wenn die extreme Sommerhitze der Golfregion einer milderen, trockenen Jahreszeit weicht.
Dubai – Wolkenkratzer, Wüste und Meer
Dubai ist das touristische Aushängeschild der Emirate. Der Burj Khalifa, mit deutlichem Abstand das höchste Gebäude der Welt, dominiert die Skyline und lässt sich von seiner Aussichtsplattform aus über die ganze Stadt und die Wüste dahinter überblicken. Direkt daneben liegt die Dubai Mall, eines der größten Einkaufszentren der Welt mit Aquarium und Eisbahn. An der Küste erstrecken sich die künstliche Halbinsel Palm Jumeirah und die Hochhauskulisse der Dubai Marina. Wer historisches Dubai sucht, findet es im Viertel Al Fahidi mit Windtürmen und im neuen Museum of the Future mit futuristischer Architektur.
Alt-Dubai und die Souks
Abseits der Wolkenkratzer liegt am Dubai Creek das alte Handelsviertel Deira mit seinen traditionellen Souks: dem Gold-Souk mit Auslagen aus purem Gold und dem Gewürz-Souk mit Safran, Weihrauch und Duftölen. Kleine hölzerne Abras, traditionelle Wassertaxis, bringen Besucher für wenig Geld über den Creek und vermitteln einen Eindruck vom Dubai vor dem Ölboom. Der Kontrast zwischen diesem historischen Handelsviertel und den futuristischen Vierteln nur wenige Kilometer weiter ist einer der eindrücklichsten Aspekte einer Dubai-Reise.
Abu Dhabi – die Hauptstadt
Abu Dhabi ist ruhiger und förmlicher als Dubai, aber nicht weniger beeindruckend. Zentrales Wahrzeichen ist die Scheich-Zayid-Moschee, eine der größten Moscheen der Welt mit weißem Marmor, riesigem Kronleuchter und dem größten handgeknüpften Teppich der Welt – auch für Nicht-Muslime bei angemessener Kleidung zugänglich. Das Louvre Abu Dhabi zeigt Kunst aus aller Welt unter einer markanten, durchbrochenen Kuppel direkt am Wasser. Auf der Insel Yas Island liegen Ferrari World, ein Freizeitpark rund ums Automobil, sowie die Formel-1-Rennstrecke, auf der jährlich ein Grand Prix stattfindet.
Wüstensafari und Beduinenkultur
Nur wenige Kilometer hinter den Städten beginnt die Wüste, die sich auf organisierten Safaris erleben lässt: rasante Dünenfahrten im Geländewagen, Sandboarding und Kamelreiten gehören zum Standardprogramm. Abends geht es meist in ein Beduinen-Camp mit traditionellem Essen, Wasserpfeife und Feuershow unter freiem Sternenhimmel. Diese Ausflüge sind touristisch geprägt, geben aber einen Eindruck von der kargen Landschaft, die vor dem Ölreichtum das Leben in der Region bestimmte, und sind ein beliebter Ausgleich zum urbanen Programm in Dubai oder Abu Dhabi.
Sharjah – das Kulturemirat
Sharjah, direkt an Dubai angrenzend, positioniert sich bewusst als kulturelles Gegenstück zum glitzernden Nachbarn: Alkohol ist hier grundsätzlich verboten, dafür punktet das Emirat mit zahlreichen Museen, restaurierten Altstadtvierteln und dem Ruf als kulturelles Zentrum der Emirate. Wer sich für Geschichte, islamische Kunst oder traditionelle Architektur interessiert, findet in Sharjah eine ruhigere, konservativere Alternative zu Dubai, oft mit deutlich günstigeren Eintrittspreisen und weniger Tourismus als in den bekannteren Nachbaremiraten.
Ras al-Khaimah und Fujairah – Berge und Ostküste
Im Norden liegt Ras al-Khaimah, geprägt vom Berg Jebel Jais, dem höchsten Punkt der Emirate mit einer der längsten Ziplines der Welt und kühleren Temperaturen als am Golf. Auf der anderen Seite der Landzunge liegt Fujairah an der Ostküste zum Golf von Oman, mit weniger überlaufenen Stränden und guten Tauch- und Schnorchelspots vor Korallenriffen. Beide Emirate sind touristisch deutlich weniger entwickelt als Dubai, dadurch aber authentischer und für Naturausflüge oder ruhigere Badeurlaube eine gute Ergänzung zum Städteprogramm.
Kultur, Religion und Alltag
Der Islam prägt Alltag, Architektur und Umgangsformen in allen sieben Emiraten, auch wenn Dubai und Abu Dhabi im Straßenbild sehr international wirken. In der Öffentlichkeit gelten konservative Kleidungs- und Verhaltensregeln: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, öffentliche Zuneigungsbezeugungen und lautes Verhalten werden nicht gern gesehen. Alkohol wird ausschließlich in lizenzierten Hotels, Bars und Restaurants ausgeschenkt, nicht frei verkauft. Während des Fastenmonats Ramadan gilt tagsüber besondere Rücksicht – öffentliches Essen und Trinken sollte in dieser Zeit vermieden werden.
Küche und Gastronomie
Die emiratische Küche selbst ist im Alltag eher unauffällig vertreten, dafür prägt die internationale Zusammensetzung der Bevölkerung ein enormes gastronomisches Angebot: von libanesischen und indischen Restaurants über Fine Dining internationaler Sternköche bis zu einfachen Garküchen in den Souks. Typisch emiratisch sind Gerichte wie Machboos, ein Reisgericht mit Fleisch und Gewürzen, sowie Datteln und arabischer Kaffee als Gastfreundschaftsritual. Wer die einheimische Küche erleben will, findet sie eher abseits der großen Hotelrestaurants, etwa in kleineren emiratischen Lokalen in Sharjah oder Al Ain.
Beste Reisezeit und Klima
Die beste Reisezeit ist der Winter von November bis März, wenn Temperaturen um 20 bis Mitte 20 Grad tagsüber angenehm und für Strand, Wüstenausflüge und Städtetouren gut geeignet sind. Der Hochsommer von Juni bis September wird dagegen extrem heiß und schwül, mit Temperaturen regelmäßig über 40 Grad – wer in dieser Zeit reist, verbringt die meiste Zeit in klimatisierten Innenräumen, an Indoor-Attraktionen oder in Hotels mit eigenem Strandzugang. Regen fällt insgesamt selten, am ehesten noch in den Wintermonaten.
Einreise, Visum und Geld
Für deutsche Staatsangehörige ist die Einreise in die Emirate für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tage visumfrei möglich, ein gültiger Reisepass genügt. Gezahlt wird mit dem VAE-Dirham, der praktisch überall an den Dollar gekoppelt ist; Kartenzahlung ist in Dubai und Abu Dhabi die Regel, Bargeld ist in kleineren Souks oder Taxis dennoch nützlich. Das Preisniveau liegt bei Hotels, Restaurants und Attraktionen spürbar über dem vieler anderer beliebter Fernreiseziele, was bei der Budgetplanung eingerechnet werden sollte.
Fortbewegung im Land
Zwischen den sieben Emiraten sind die Entfernungen überschaubar – von Dubai nach Abu Dhabi sind es etwa anderthalb Stunden mit dem Auto oder Bus, nach Ras al-Khaimah oder Fujairah ähnlich viel. Innerhalb Dubais funktioniert die moderne, klimatisierte Metro gut für die wichtigsten touristischen Ziele, ergänzt durch Taxis und Fahrdienst-Apps. Mietwagen sind eine Option für Ausflüge in die Wüste oder in die Berge, verlangen aber Gewöhnung an breite, schnelle Autobahnen und mitunter hohes Tempo der anderen Verkehrsteilnehmer.
Praktische Tipps und Geheimtipps
Wer über Dubai und Abu Dhabi hinaus will, sollte Sharjah für Kultur und Museen, Ras al-Khaimah für Berglandschaft und Abenteuersport oder Fujairah für ruhigere Strände und Tauchgänge einplanen – Orte, die deutlich weniger überlaufen sind. Sinnvoll ist außerdem, größere Ausflüge und Sightseeing in die frühen Morgenstunden zu legen, um Hitze und Menschenmassen zu umgehen, sowie konservative Kleidung für Moscheebesuche und öffentliche Orte griffbereit zu haben. Während des Ramadan lohnt sich vorab ein Blick auf angepasste Öffnungszeiten von Restaurants und Attraktionen.
Häufige Fragen
Was muss man über die Emirate wissen?
Die Emirate bestehen aus sieben Bundesstaaten mit unterschiedlichem Charakter, von glitzernd-modern (Dubai) bis konservativ-kulturell (Sharjah). Der Islam prägt öffentliche Umgangsformen, Alkohol gibt es nur in lizenzierten Lokalen, und im Sommer herrscht extreme Hitze – der Winter eignet sich deutlich besser zum Reisen.
Was sind die schönsten Reiseziele in den Emiraten?
Zu den Höhepunkten zählen der Burj Khalifa und die Souks in Dubai, die Scheich-Zayid-Moschee und das Louvre in Abu Dhabi, eine Wüstensafari mit Beduinen-Camp sowie Ausflüge nach Sharjah, zum Berg Jebel Jais in Ras al-Khaimah oder an die ruhigeren Strände Fujairahs.
Wann ist die beste Reisezeit für die Emirate?
Am angenehmsten ist der Winter von November bis März mit milden Temperaturen für Strand, Stadt und Wüste. Der Sommer von Juni bis September wird extrem heiß und schwül mit regelmäßig über 40 Grad, weshalb dann vor allem Indoor-Aktivitäten und klimatisierte Hotels infrage kommen.
Welche Währung gilt in den Emiraten und braucht man ein Visum?
Bezahlt wird mit dem VAE-Dirham, Kartenzahlung ist in den Städten die Regel. Deutsche Staatsangehörige reisen für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tage visumfrei ein, benötigen aber einen gültigen Reisepass; das allgemeine Preisniveau liegt über vielen anderen Fernreisezielen.
Worauf sollte man beim Verhalten in der Öffentlichkeit achten?
Es gelten konservative Kleidungs- und Verhaltensregeln: Schultern und Knie bedeckt halten, keine öffentlichen Zuneigungsbezeugungen, Alkohol nur in lizenzierten Lokalen. Während des Ramadan sollte tagsüber auf öffentliches Essen und Trinken verzichtet werden, aus Respekt vor Fastenden.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu den Emiraten?
Aktuelle Informationen zu Einreise, Sicherheit und Reisehinweisen für die Vereinigten Arabischen Emirate bietet das Fremdenverkehrsamt Vereinigte Arabische Emirate auf tourismus.de, das vor jeder Reise geprüft werden sollte.
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