Zum Inhalt springen

Shanghai & Ostchina

Illustration von Shanghai und Ostchina mit der Skyline von Pudong und dem Bund am Huangpu-Fluss, den klassischen Gärten von Suzhou, dem Westsee von Hangzhou und einer Kanal-Wasserstadt mit Steinbrücken und Booten, China

Ostchina rund um Shanghai ist das glänzende Schaufenster des Landes: die weltberühmte Uferpromenade Bund, die futuristische Skyline von Pudong, dazu die klassischen Gärten von Suzhou, der romantische Westsee von Hangzhou und die verträumten Wasserstädte des Jangtse-Deltas mit ihren Kanälen und Steinbrücken. Beste Reisezeit sind das milde Frühjahr (März bis Mai) und der goldene Herbst (September bis November) – ideal, um Metropole, Gärten und Kanalorte in angenehmer Temperatur zu verbinden.

Landkarte Shanghai & Ostchina
Landkarte Shanghai & Ostchina

Shanghai ist Chinas größte Stadt und sein wirtschaftliches Kraftzentrum – eine Metropole, in der koloniale Vergangenheit und Zukunftsvision unmittelbar aufeinandertreffen. Rundherum liegt das dicht besiedelte, uralte Kulturland des Jangtse-Deltas mit den Garten- und Wasserstädten, die seit Jahrhunderten als Inbegriff chinesischer Verfeinerung gelten.

Für Reisende ist Ostchina oft der zugänglichste Teil des Landes: internationale Atmosphäre in Shanghai, dazu in kurzer Bahnentfernung die klassischen Gärten von Suzhou, der berühmte Westsee von Hangzhou und stille Kanalorte, in denen die Zeit stehengeblieben scheint. Metropole und Idylle liegen hier eng beieinander.

Region & Lage

Das Jangtse-Delta liegt an der Ostküste Chinas, dort wo der mächtige Jangtse ins Ostchinesische Meer mündet. Shanghai bildet das Zentrum, umgeben von den wohlhabenden Provinzen Jiangsu und Zhejiang mit ihren Kanälen, Seen und fruchtbaren Ebenen. Die gesamte Region ist eng vernetzt und gilt als eine der dynamischsten Wirtschaftszonen der Welt.

Das Klima ist subtropisch geprägt: milde bis kühle, feuchte Winter und heiße, schwüle Sommer. Dank des dichten Hochgeschwindigkeitsnetzes sind Suzhou (rund 30 Minuten) und Hangzhou (rund eine Stunde) von Shanghai aus bequeme Tages- oder Kurztrips.

Shanghai: der Bund & Pudong

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Bund (Waitan), die Uferpromenade am Huangpu-Fluss mit ihrer prächtigen Reihe kolonialer Bankpaläste aus den 1920er-Jahren. Direkt gegenüber steigt die futuristische Skyline von Pudong mit dem Fernsehturm „Oriental Pearl“ und dem Shanghai Tower in den Himmel – einer der spektakulärsten Stadtblicke der Welt, besonders am Abend, wenn beide Ufer leuchten.

Ein Bummel über den Bund bei Sonnenuntergang gehört zum Pflichtprogramm; danach lohnt die Fahrt auf eine der Aussichtsplattformen in Pudong oder eine kurze Bootstour auf dem Huangpu. Der Kontrast aus alter Vertragshafen-Eleganz und gläserner Gegenwart bringt das Wesen Shanghais auf den Punkt.

Altstadt, Yu-Garten & alte Viertel

Im Herzen der Altstadt liegt der Yu-Garten (Yuyuan), ein klassischer Ming-zeitlicher Garten mit Teichen, Pavillons und dem berühmten Drachenmauer-Motiv, umgeben von einem lebhaften Basarviertel mit Teehäusern und Snackständen. Er ist ein wunderbarer Einstieg in die chinesische Gartenkunst mitten in der Großstadt.

Ganz anders die frühere Französische Konzession: schattige, platanengesäumte Alleen, Art-déco-Villen, Boutiquen und Cafés. Hier, in Vierteln wie Xintiandi und Tianzifang, spürst du das entspannte, kreative Shanghai. Dazwischen erinnern die letzten Shikumen-Steintorhäuser an den Alltag der Stadt vor der großen Modernisierung.

Suzhou: Gärten & Kanäle

Rund 30 Bahnminuten westlich liegt Suzhou, das „Venedig des Ostens“, berühmt für seine klassischen Gärten, von denen mehrere zum UNESCO-Welterbe zählen. Anlagen wie der Garten des bescheidenen Beamten oder der Meister-der-Netze-Garten sind Meisterwerke chinesischer Gartenkunst: sorgfältig komponierte Miniaturlandschaften aus Wasser, Fels, Pavillons und Fenstern.

Suzhou war zudem jahrhundertelang das Zentrum der chinesischen Seidenproduktion. In der Altstadt gleiten Boote durch alte Kanäle, und ein Seidenmuseum erzählt die Geschichte des kostbaren Stoffes. Die Stadt lässt sich gut als Tagesausflug ab Shanghai erleben, lohnt aber auch eine Übernachtung.

Hangzhou & der Westsee

Etwa eine Bahnstunde südwestlich liegt Hangzhou mit dem berühmten Westsee (Xihu), seit jeher Sehnsuchtsort chinesischer Dichter und Maler und heute UNESCO-Welterbe. Weiden am Ufer, Steinbrücken, Pagoden auf den Hügeln und Boote auf dem Wasser ergeben eine Landschaft von fast gemäldehafter Ruhe – am schönsten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu umrunden.

Rund um den See wächst zudem der berühmte Longjing-Grüntee („Drachenbrunnen“) an sanften Hügeln; in den Teedörfern kannst du frischen Tee verkosten. Hangzhou verbindet Naturidylle mit einer lebendigen, wohlhabenden Stadt und ist ein idealer Kontrast zur Hektik Shanghais.

Die Wasserstädte des Deltas

Das Delta ist übersät mit charmanten Wasserstädten (Water Towns), in denen sich weiß getünchte Häuser an schmale Kanäle drängen, überspannt von gewölbten Steinbrücken. Orte wie Zhouzhuang, Tongli und das größere Wuzhen zeigen ein China, das anderswo längst verschwunden ist.

Am schönsten sind sie früh morgens oder am Abend, wenn die Tagesgäste weg sind und die Laternen sich im Wasser spiegeln. Eine Bootsfahrt durch die Kanäle, ein Tee am Ufer und ein Spaziergang durch die Gassen machen den besonderen Reiz aus – Wuzhen bietet sich für eine stimmungsvolle Übernachtung an.

Nanjing & weitere Ziele

Weiter flussaufwärts liegt Nanjing, die alte „südliche Hauptstadt“, die mehrfach Reichshauptstadt war. Sie ist reich an Geschichte: die mächtige Ming-Stadtmauer, das Grabmal des Ming-Gründers, das Sun-Yat-sen-Mausoleum und Gedenkstätten, die an das schwere 20. Jahrhundert erinnern. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug ist Nanjing in gut anderthalb Stunden erreichbar.

Wer mehr Zeit hat, kann das Delta zu einer Rundreise verbinden: Shanghai als Auftakt, Suzhou und die Wasserstädte als Kulturkontrast, Hangzhou für die Natur und Nanjing für die Geschichte. Das dichte Bahnnetz macht solche Kombinationen bequem.

Anzeige

Kultur & Geschichte

Das Jangtse-Delta gilt seit über tausend Jahren als Chinas kultiviertester Landstrich: Hier blühten Gelehrsamkeit, Malerei, Gartenkunst und Handel. Shanghai selbst war lange nur ein Fischerort, bis es im 19. Jahrhundert als Vertragshafen zur kosmopolitischen Handelsmetropole aufstieg – daher die europäisch geprägte Architektur.

Diese Doppelnatur macht den Reiz aus: Auf engstem Raum begegnen sich klassische chinesische Hochkultur in den Gärten und Kanalorten und eine westlich beeinflusste Moderne in Shanghai. Museen wie das Shanghai Museum bündeln Bronzen, Keramik und Kalligrafie von Weltrang.

Kulinarik: Xiaolongbao & Delta-Küche

Die Küche des Deltas ist fein, oft leicht süßlich und stark auf Fluss- und Süßwasserprodukte ausgerichtet. Das berühmteste Gericht sind die Xiaolongbao, zarte, mit heißer Brühe gefüllte Teigtaschen aus Shanghai, die man vorsichtig anbeißt und ausschlürft. Dazu kommen geschmorter Schweinebauch (Hongshao Rou) und die haarige Wollhandkrabbe im Herbst.

In Hangzhou probierst du den in Longjing-Tee gegarten Fisch, in Suzhou feine Süßspeisen. An den Straßen und in den Markthallen brutzeln Frühstücksklassiker wie Shengjianbao, gebratene Teigtaschen. Setz dich dort, wo viele Einheimische anstehen – das ist meist die beste Adresse.

Beste Reisezeit

Am angenehmsten ist das Frühjahr von März bis Mai mit mildem Wetter und blühenden Gärten sowie der Herbst von September bis November mit klarer Luft und goldenem Licht – ideal für Westsee und Wasserstädte. Diese Übergangszeiten zeigen die Region von ihrer schönsten Seite.

Der Sommer (Juni bis August) ist heiß und schwül, dazu fällt die Regenzeit („Pflaumenregen“) und die Taifun-Randsaison. Der Winter ist feucht-kalt und in Innenräumen oft schlecht geheizt. Meide zudem die inländischen Feiertagswochen (etwa die Oktoberwoche), in denen alle Ziele extrem voll sind.

Anreise & Verkehr

Shanghai besitzt zwei große internationale Flughäfen mit Direktflügen aus Europa; vom Flughafen Pudong bringt dich der berühmte Transrapid (Maglev) in wenigen Minuten Richtung Stadt. Für die Einreise gilt aktuell: Deutsche Staatsangehörige können bis Ende 2026 für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen visumfrei einreisen (Pass mind. sechs Monate gültig, Weiter-/Rückreisenachweis). Da die Regelung befristet ist, prüfe die aktuellen Bestimmungen vor der Reise.

Innerhalb der Region ist das Hochgeschwindigkeitsnetz exzellent (Suzhou ~30 Min., Hangzhou ~1 Std., Nanjing ~1,5 Std.). In Shanghai selbst ist die U-Bahn eines der größten Netze der Welt, günstig und zweisprachig beschildert. Fahrkarten, Taxis und selbst kleine Läden funktionieren fast nur noch per Bezahl-App.

Praktische Tipps: Bezahlen, Internet & Sprache

Richte vor der Reise Alipay oder WeChat Pay ein und hinterlege eine ausländische Visa- oder Mastercard – seit 2024 klappt das für Reisende zuverlässig, und in China wird fast alles bargeldlos per Smartphone bezahlt. Etwas Bargeld in Renminbi/Yuan (CNY) als Reserve ist dennoch sinnvoll; klassische Kreditkarten werden außerhalb großer Hotels oft nicht akzeptiert.

Beachte die „Great Firewall“: Google, WhatsApp und Instagram sind gesperrt – installiere ein VPN vor der Anreise. Außerhalb internationaler Hotels wird wenig Englisch gesprochen, eine Übersetzungs-App hilft im Alltag enorm. Die Luftqualität ist meist besser als im Norden, kann aber im Winter schwanken.

Häufige Fragen


Wie viele Tage sollte man für Shanghai und das Delta einplanen?

Für Shanghai selbst lohnen sich zwei bis drei Tage für Bund, Pudong, Altstadt und die Französische Konzession. Für Suzhou, Hangzhou und eine Wasserstadt kommen je ein Tag dazu. In etwa einer Woche bekommst du einen sehr guten Eindruck von Metropole, Gärten und Kanalorten.


Lohnt sich ein Tagesausflug von Shanghai nach Suzhou oder Hangzhou?

Ja. Suzhou ist mit dem Hochgeschwindigkeitszug in rund 30 Minuten erreichbar, Hangzhou in etwa einer Stunde. Beide eignen sich gut als Tagesausflug, lohnen aber wegen der Gärten beziehungsweise des Westsees auch eine Übernachtung, um sie früh morgens oder abends in Ruhe zu erleben.


Braucht man als Deutscher ein Visum für China?

Aktuell können deutsche Staatsangehörige bis Ende 2026 für Aufenthalte bis zu 30 Tagen visumfrei einreisen; nötig sind ein sechs Monate gültiger Pass und ein Weiter- oder Rückreisenachweis. Die Regelung ist befristet und kann sich ändern, daher vor der Reise unbedingt die aktuellen Bestimmungen prüfen.


Wann ist die beste Reisezeit für Ostchina?

Am schönsten sind das Frühjahr von März bis Mai und der Herbst von September bis November mit mildem Wetter und klarer Luft. Der Sommer ist heiß, schwül und regnerisch mit Taifun-Randsaison, der Winter feucht-kalt. Meide die inländischen Feiertagswochen, in denen alles sehr voll ist.


Wie bezahlt man in Shanghai?

In China zahlt man fast überall bargeldlos per Smartphone. Richte vor der Reise Alipay oder WeChat Pay ein und hinterlege eine ausländische Visa- oder Mastercard. Etwas Bargeld in Yuan als Reserve ist sinnvoll, klassische Kreditkarten werden außerhalb großer Hotels oft nicht angenommen.


Was sind die Wasserstädte des Jangtse-Deltas?

Die Wasserstädte wie Zhouzhuang, Tongli und Wuzhen sind historische Kanalorte mit weißen Häusern, Steinbrücken und Booten. Am schönsten sind sie früh morgens oder abends ohne die Tagesgäste. Eine Bootsfahrt durch die Kanäle und ein Spaziergang durch die Gassen gehören zum Erlebnis; Wuzhen eignet sich für eine Übernachtung.


Ein chinesisches Fremdenverkehrsamt mit Publikumsschalter besteht in Deutschland derzeit nicht; für Visa und Einreisefragen ist die zuständige chinesische Auslandsvertretung (Botschaft Berlin bzw. Generalkonsulate) verantwortlich. Für die Region informieren zusätzlich die offiziellen Tourismusportale von Shanghai, Suzhou und Hangzhou. Weiter zur Reiseplanung: das Länderprofil China mit allen Regionen, der Norden mit Peking & Umgebung, der Süden mit Guangdong & Südchina sowie die Übersicht Asien.