China

China reicht von der Großen Mauer und der Verbotenen Stadt in Peking über die Terrakotta-Armee in Xi’an und die Skyline von Shanghai bis zu Karstlandschaften und Tibet. Gezahlt wird mit dem Yuan (Renminbi). Beste Reisezeit sind Frühling und Herbst.

China ist mit rund 9,6 Millionen Quadratkilometern eines der größten Länder der Erde – und eines der kontrastreichsten. Wer das Land bereist, wechselt oft innerhalb weniger Tage zwischen der jahrtausendealten Kaiserstadt Peking, der Hightech-Skyline von Shanghai und stillen Karstbergen oder Reisterrassen auf dem Land. Rund 1,41 Milliarden Menschen leben hier, gesprochen wird vor allem Mandarin, Englisch ist außerhalb der Großstädte selten.
Zwischen der Großen Mauer vor den Toren Pekings, der Terrakotta-Armee in Xi’an und dem Hochland Tibets liegen oft mehrstündige Zug- oder Flugreisen – das Land ist riesig, und wer mehrere Regionen sehen will, sollte großzügig planen. Am angenehmsten reist es sich im Frühling und Herbst, wenn drückende Sommerhitze und Monsunregen nachlassen.
Peking – Hauptstadt zwischen Kaiserzeit und Moderne
Peking ist das politische und kulturelle Herz Chinas. Im Zentrum liegt die Verbotene Stadt, jahrhundertelang Residenz der Kaiser und heute ein weitläufiges Palastmuseum mit Hunderten Gebäuden. Gleich nebenan liegt der Sommerpalast mit seinem großen See und den Gartenanlagen, ein beliebter Rückzugsort schon der kaiserlichen Familie. Vor den Toren der Stadt beginnt die Große Mauer, deren besterhaltene Abschnitte sich als Tagesausflug erreichen lassen. Daneben zeigt Peking ein modernes Gesicht mit breiten Ringstraßen, U-Bahn-Netz und Vierteln wie den erhaltenen Hutong-Gassen, in denen sich traditionelles Alltagsleben noch beobachten lässt.
Shanghai – Chinas Wirtschaftsmetropole
Shanghai steht für das andere China: Am Bund, der historischen Uferpromenade, stehen sich koloniale Bankgebäude und die futuristische Skyline von Pudong mit ihren Wolkenkratzern gegenüber – besonders abends, wenn beide Seiten beleuchtet sind, ein beliebtes Fotomotiv. Die Stadt gilt als Chinas Finanzzentrum und wirkt spürbar internationaler als der Rest des Landes, mit U-Bahn, Einkaufsvierteln und einer wachsenden Gastronomieszene. Von Shanghai aus lassen sich mit dem Hochgeschwindigkeitszug auch die klassischen Wassergärten und Kanäle von Suzhou bequem als Tagesausflug erreichen.
Xi’an und die Terrakotta-Armee
Xi’an war einst Ausgangspunkt der Seidenstraße und beherbergt eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der Welt: die Terrakotta-Armee, Tausende lebensgroße Tonfiguren, die das Grab des ersten chinesischen Kaisers bewachen sollten. Die Ausgrabungshallen sind heute als Museum zugänglich und zeigen die Figuren in ihrer originalen Fundlage. Die Altstadt von Xi’an ist zudem von einer der besterhaltenen Stadtmauern Chinas umgeben, die sich zu Fuß oder per Fahrrad umrunden lässt, und das muslimische Viertel mit seinen Garküchen gibt einen Einblick in die kulinarische Vielfalt Chinas.
Guilin und Yangshuo – Karstlandschaften am Li-Fluss
Wer die Landschaft chinesischer Tuschmalerei in echt sehen will, reist nach Guilin und weiter nach Yangshuo. Entlang des Li-Flusses reihen sich Hunderte spitze Karstberge, die sich am besten von einem Fluss-Boot oder Bambusfloß aus erleben lassen. Um Yangshuo herum lässt sich die Landschaft auch per Fahrrad zwischen Reisfeldern erkunden, mit kleinen Dörfern und Höhlen als Zwischenstopps. Die Region gilt als eine der fotogensten des Landes und ist deutlich ruhiger als die Millionenstädte im Osten – ein guter Kontrastpunkt zu Peking und Shanghai.
Chengdu, Yunnan und der Südwesten
Chengdu in der Provinz Sichuan ist bekannt für seine Panda-Aufzuchtstationen, in denen sich die Tiere aus nächster Nähe beobachten lassen, und für die scharfe Sichuan-Küche. Weiter südwestlich liegt die Provinz Yunnan mit der Altstadt von Lijiang, deren Kanäle und Holzhäuser zum Weltkulturerbe zählen, sowie ethnischer Vielfalt abseits der Han-chinesischen Mehrheitskultur. Die Region ist höher und milder als die Ebenen im Osten, landschaftlich geprägt von Reisterrassen, Bergen und Minderheitendörfern, und bietet einen ruhigeren, ursprünglicheren Reiseeindruck.
Tibet und das Hochland
Das tibetische Hochland im Westen Chinas ist geografisch und kulturell eine eigene Welt: Klöster, der Potala-Palast in Lhasa und Landschaften auf über 3.500 Metern Höhe. Reisen dorthin sind aufwendiger organisiert als im Rest des Landes – ausländische Besucher benötigen zusätzlich zum China-Visum eine gesonderte Genehmigung und in der Regel eine geführte Reise über eine lizenzierte Agentur, individuelles Reisen ist nicht ohne Weiteres möglich. Auch die Höhe verlangt Akklimatisierung. Wer diese Hürden einplant, erlebt eine der eindrücklichsten Landschaften Asiens.
Hongkong und Macau
Auch wenn beide Städte als Sonderverwaltungszonen eigene Einreise- und Grenzregeln haben, lassen sie sich von Südchina aus gut anschließen. Hongkong verbindet Wolkenkratzer-Skyline, Doppeldeckertrams und grüne Wanderberge auf engstem Raum, Macau ist geprägt vom portugiesischen Kolonialerbe und großen Casino-Resorts. Für beide gelten eigene Einreisebestimmungen, die getrennt vom chinesischen Festland-Visum zu prüfen sind – wer eine Kombireise plant, sollte das vorab klären, um an der Grenze keine Überraschung zu erleben.
Kultur, Küche und Alltag
Chinas Küche ist regional extrem unterschiedlich: scharf und würzig in Sichuan, mild und leicht in Kanton, deftig mit Nudeln und Teigtaschen im Norden. Gemeinsames Essen aus geteilten Schüsseln ist Alltag, ebenso Streetfood-Stände und Nachtmärkte. Kulturell prägen Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus das Land bis heute, sichtbar an Tempeln und Festen wie dem chinesischen Neujahr. Höflichkeit, Zurückhaltung und indirekte Kommunikation gelten als Umgangsform – wer sich darauf einstellt, wird meist freundlich und neugierig empfangen, auch wenn sprachlich oft nur mit Händen und Füßen kommuniziert wird.
Beste Reisezeit und Klima
Aufgrund der Größe des Landes gibt es kein einheitliches Klima. Empfehlenswert für die meisten Regionen sind Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober), wenn es in Peking, Xi’an und Shanghai mild und meist trocken ist. Der Sommer wird in weiten Teilen heiß und schwül, im Süden zusätzlich mit Monsunregen und Taifun-Risiko an der Küste. Der Winter im Norden, etwa in Peking, kann empfindlich kalt werden, während Yunnan und der Süden auch dann noch mild bleiben. Wer Tibet besucht, sollte zusätzlich die Höhenlage einplanen, die auch außerhalb der Regenzeit kühl bleibt.
Einreise, Visum und Geld
Die chinesischen Einreiseregeln ändern sich immer wieder: Zeitweise wurden visafreie Kurzaufenthalte für deutsche Staatsangehörige eingeführt, in anderen Phasen ist ein Visum über das chinesische Konsulat nötig – die aktuelle Regelung sollte vor jeder Reise verbindlich geprüft werden. Bezahlt wird offiziell mit Renminbi/Yuan, im Alltag dominieren aber mobile Bezahl-Apps wie Alipay und WeChat Pay; ausländische Kredit- oder EC-Karten werden nur begrenzt akzeptiert, Bargeld sollte man dennoch als Reserve mitführen. Zu beachten ist außerdem, dass der Zugang zu manchen westlichen Online-Diensten eingeschränkt ist – ohne Vorbereitung fehlen unterwegs mitunter gewohnte Apps.
Fortbewegung im Land
China hat eines der am weitesten ausgebauten Hochgeschwindigkeitsnetze der Welt: Strecken wie Peking–Shanghai oder Peking–Xi’an lassen sich in wenigen Stunden komfortabel per Zug zurücklegen und sind meist günstiger und stressfreier als innerchinesische Flüge. Für sehr weite Distanzen, etwa nach Tibet oder in entlegene Provinzen, sind Inlandsflüge oft die realistischere Option. Innerhalb der Städte funktionieren U-Bahnen zuverlässig, Fahrpläne und Beschilderung sind in vielen Metropolen inzwischen zweisprachig. Taxi-Apps und Kartendienste erfordern teils eine chinesische Telefonnummer oder lokale Alternativen zu gewohnten Apps.
Praktische Tipps und Geheimtipps
Wer über die bekannten Höhepunkte hinaus will, sollte sich Zeit für Suzhous klassische Gärten, die Altstadt von Lijiang in Yunnan oder eine Radtour durch die Reisfelder um Yangshuo nehmen – Orte, die abseits der Hauptrouten liegen, aber genauso beeindrucken. Wichtig ist eine gewisse Vorbereitung: mobile Bezahl-App und wichtige Übersetzungen schon vor der Ankunft einrichten, da Mandarin außerhalb der Großstädte fast überall die einzige Sprache ist. Auch Reisepläne mit ausreichend Pufferzeit sind sinnvoll, da Distanzen zwischen den Regionen leicht unterschätzt werden.
Häufige Fragen
Was muss man über China wissen?
China ist riesig, sprachlich fast ausschließlich chinesischsprachig und im Alltag stark auf mobile Bezahl-Apps ausgerichtet. Wer reist, sollte Einreiseregeln vorab prüfen, größere Entfernungen realistisch einplanen und sich auf eingeschränkten Zugang zu gewohnten Online-Diensten einstellen. Mit etwas Vorbereitung ist China aber gut und sicher bereisbar.
Was sind die schönsten Reiseziele in China?
Zu den Höhepunkten zählen Peking mit Verbotener Stadt und Großer Mauer, die Terrakotta-Armee in Xi’an, die Skyline Shanghais, die Karstlandschaften um Guilin und Yangshuo sowie Chengdu mit seinen Pandas. Wer mehr Zeit hat, ergänzt Yunnan oder das Hochland Tibets.
Wann ist die beste Reisezeit für China?
Am angenehmsten sind Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) mit mildem, meist trockenem Wetter in den beliebtesten Regionen. Der Sommer ist in weiten Teilen heiß und schwül, mit Monsunregen im Süden, der Winter im Norden kann streng kalt werden.
Braucht man für China ein Visum?
Die Einreiseregeln ändern sich immer wieder – zeitweise gelten visafreie Kurzaufenthalte, sonst ist ein Visum über das chinesische Konsulat nötig. Da sich die Regelung kurzfristig ändern kann, sollte man das aktuelle Erfordernis vor der Reise unbedingt verbindlich prüfen.
Wie bezahlt man in China?
Offizielle Währung ist der Renminbi/Yuan, im Alltag dominieren aber mobile Bezahl-Apps wie Alipay und WeChat Pay gegenüber Bargeld oder ausländischen Karten. Reisende richten diese Apps am besten vor der Ankunft ein und führen zusätzlich etwas Bargeld als Reserve mit.
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu China?
Aktuelle und verlässliche Informationen zu Einreise, Sicherheit und Reisehinweisen für China bietet das Fremdenverkehrsamt China auf tourismus.de, das vor jeder Reise geprüft werden sollte.
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