Sinai

Die Sinai-Halbinsel verbindet Afrika mit Asien und vereint auf kleinem Raum Weltklasse-Tauchreviere, Wüstenberge und eine der ältesten Klöster der Christenheit. Im Süden locken das quirlige Sharm el-Sheikh, das entspannte Dahab und das ruhige Nuweiba, im Bergland das Katharinenkloster am Fuß des Mosesbergs. Wichtig: Der Süd-Sinai mit den Badeorten gilt als sicher, für den Nord-Sinai besteht dagegen eine Reisewarnung. Beste Reisezeit ist fast das ganze Jahr.

Der Sinai ist eine Welt für sich: Die dreieckige Halbinsel zwischen dem Golf von Suez und dem Golf von Akaba bildet die einzige Landbrücke zwischen Afrika und Asien. Im Süden treffen schroffe, rot glühende Granitberge unmittelbar auf das türkisblaue Rote Meer – eine dramatische Kulisse für einige der berühmtesten Tauch- und Schnorchelplätze der Welt.
Zugleich ist der Sinai heiliges Land: Am Fuß des Mosesbergs steht das über 1.500 Jahre alte Katharinenkloster, eines der ältesten durchgehend bewohnten Klöster des Christentums. Diese Verbindung aus Badeurlaub, Wüstenabenteuer und spiritueller Geschichte macht die Halbinsel zu einem der vielseitigsten Reiseziele Ägyptens.
Region & Landschaft
Der Sinai gliedert sich in einen bergigen Süden und ein flacheres, wüstenhaftes Nordteil. Im Süden ragt aus einem gewaltigen Granitmassiv der Mount Catherine (2.629 m) auf, der höchste Berg Ägyptens, direkt daneben der Mosesberg (Gebel Musa). Die Küsten sind von Korallenriffen gesäumt, die teils direkt vom Ufer aus abfallen.
Entlang des Golfs von Akaba reihen sich die Ferienorte: das internationale Sharm el-Sheikh an der Südspitze, das lässige Dahab weiter nördlich und das ruhige Nuweiba nahe der Grenze zu Israel. Im Inneren durchziehen trockene Täler (Wadis) und Oasen die Bergwüste, in der bis heute Beduinenstämme leben.
Sharm el-Sheikh — der Badeort an der Südspitze
Sharm el-Sheikh ist der größte und bekannteste Ferienort des Sinai. Rund um die Bucht Naama Bay und die Sharks Bay reihen sich Hotels, Restaurants, Basare und eine belebte Promenade. Der Ort ist auf internationalen Tourismus ausgerichtet und bietet Komfort in allen Kategorien, von der Familienanlage bis zum Luxusresort.
Direkt vor der Haustür liegt mit dem Ras-Mohammed-Nationalpark an der Südspitze eines der besten Tauchreviere der Welt, wo die beiden Golfe zusammentreffen. Auch die Straße von Tiran mit ihren berühmten Riffen ist ein Tagesausflug per Boot. Sharm eignet sich hervorragend als Basis für Taucher wie für Familien, die Strand und Ausflüge verbinden möchten.
Dahab — entspannte Alternative
Etwa 90 Kilometer nördlich liegt Dahab, einst ein Beduinendorf und heute ein entspanntes Ziel für Individualreisende, Taucher und Backpacker. Statt großer Hotelburgen prägen kleine Camps, Cafés und Fischrestaurants direkt am Wasser das Bild. Die Atmosphäre ist ruhig, alternativ und deutlich preiswerter als in Sharm.
Der berühmteste Tauchplatz ist das Blue Hole, ein tiefes Unterwasserloch im Riff – für erfahrene Taucher ein Traum, aber auch mit ernsten Risiken verbunden, weshalb du dich unbedingt an seriöse Basen und deine Grenzen halten solltest. Dahab ist zudem ein Top-Spot für Windsurfer und Ausgangspunkt für Kameltouren in die Berge und Wadis.
Nuweiba & die Nordküste des Golfs
Weiter nördlich, näher an der Grenze zu Israel, liegt das ruhige Nuweiba mit langen, einsamen Stränden und einfachen Strandcamps. Der Ort ist der beschaulichste der drei und ein Ausgangspunkt für Fährverbindungen nach Jordanien (Akaba), von wo aus sich das nabatäische Petra besuchen lässt.
Zwischen Nuweiba und Taba, an der äußersten Nordostspitze, reihen sich abgelegene Buchten und Beduinencamps. Diese Küste ist ideal für alle, die Ruhe, klares Wasser und Schnorcheln direkt vom Strand suchen. Beachte jedoch die Hinweise zur Sicherheitslage weiter unten und unternimm Überlandfahrten möglichst nur mit organisierten Transfers.
Tauchen & Schnorcheln am Sinai
Der Süd-Sinai ist ein Traumziel für Taucher. Der Ras-Mohammed-Nationalpark gilt mit seinen Steilwänden und der Artenvielfalt als einer der schönsten Tauchplätze weltweit. In der Straße von Tiran locken die Riffe Jackson, Woodhouse, Thomas und Gordon, vor Sharm liegen mehrere Wracks. Rochen, Napoleonfische, Schildkröten und mit Glück Haie sind keine Seltenheit.
Viele Riffe fallen direkt vom Ufer ab, sodass du auch beim Schnorcheln vom Strand aus in eine farbenprächtige Unterwasserwelt eintauchst. Tauchbasen in Sharm und Dahab bieten Kurse aller Stufen. Bitte behandle die empfindlichen Korallen mit Respekt: nicht anfassen, nicht darauf treten, riffschonenden Sonnenschutz verwenden.
Das Katharinenkloster & der Mosesberg
Im Herzen der Bergwüste liegt das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster, seit dem 6. Jahrhundert bewohnt und UNESCO-Welterbe. Es beherbergt eine der bedeutendsten Ikonen- und Handschriftensammlungen der Welt und den legendären „brennenden Dornbusch“. Das Kloster liegt am Fuß des Mosesbergs (Gebel Musa), auf dem Mose der Überlieferung nach die Zehn Gebote empfing.
Viele Besucher steigen nachts auf den 2.285 Meter hohen Gipfel, um dort den Sonnenaufgang über dem Bergmeer zu erleben – ein unvergessliches Erlebnis. Der Aufstieg dauert je nach Route zwei bis drei Stunden; nimm warme Kleidung, Wasser und eine Taschenlampe mit und gehe nur mit einem lokalen Beduinen-Guide. Das Kloster hat eingeschränkte Öffnungszeiten, informiere dich vorab.
Wüste, Wadis & Beduinenkultur
Abseits der Küste öffnet sich die stille Welt der Bergwüste. Bei geführten Jeep- oder Kameltouren erkundest du farbige Sandsteinschluchten wie den Colored Canyon bei Nuweiba, palmenbestandene Oasen und weite Wadis. Die einheimischen Beduinen prägen das Bild: Bei Tee am Lagerfeuer, unter einem gewaltigen Sternenhimmel, spürst du die Ursprünglichkeit des Sinai.
Ein Klassiker ist die Übernachtung in einem einfachen Beduinencamp mit Barbecue und Sternenhimmel. Die Colored Canyon und die Wadis lassen sich als Tagesausflug ab Dahab oder Nuweiba erkunden. Buche solche Touren stets über seriöse, lizenzierte Anbieter, die die Routen und die Sicherheitslage kennen.
Kulinarik
Auf dem Sinai verbindet sich ägyptische Küche mit Beduinentradition. In den Fischrestaurants von Dahab und Nuweiba kommt fangfrischer Fisch auf den Tisch, dazu Reis, Tahina, Salate und Fladenbrot. In den Beduinencamps probierst du im Sand gebackenes Brot und über offenem Feuer gegartes Fleisch.
Klassiker der ägyptischen Küche wie Koshari, Ta’meya und gefüllte Weinblätter findest du überall, in den Hotels internationale Buffets. Der süße, oft mit Minze oder Salbei aromatisierte Beduinentee ist ein Muss. Alkohol gibt es in Hotels und lizenzierten Lokalen, in den Beduinencamps eher nicht.
Beste Reisezeit
Der Süd-Sinai ist ein nahezu ganzjähriges Reiseziel. Am angenehmsten sind Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (September bis November) mit warmen 26 bis 32 Grad und angenehmem Wasser. Der Winter ist an der Küste mild mit rund 22 Grad tagsüber, im Bergland um das Kloster jedoch empfindlich kalt – nachts sind dort Minusgrade und Schnee möglich.
Der Hochsommer ist mit über 38 Grad heiß, durch die trockene Luft aber erträglich; das Wasser ist dann besonders warm. Planst du den nächtlichen Aufstieg auf den Mosesberg, packe auch im Sommer warme Kleidung ein. Während des Ramadan verschiebt sich außerhalb der Hotels das öffentliche Leben in die Abendstunden.
Anreise & Verkehr
Der internationale Flughafen Sharm el-Sheikh (SSH) wird aus dem deutschsprachigen Raum direkt und häufig als Charter angeflogen; er ist das Tor zum gesamten Süd-Sinai. Vom Flughafen sind es je nach Hotel nur wenige Minuten bis rund eine Stunde per Transfer. Dahab erreichst du von dort in gut anderthalb Stunden.
Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Visum; für reine Aufenthalte im Süd-Sinai (Sharm, Dahab, Nuweiba, Taba, Katharinenkloster) gibt es teils eine kostenlose Sinai-Einreisegenehmigung von maximal 15 Tagen – wer aber die Pyramiden oder das Rote-Meer-Festland besuchen will, braucht das reguläre Visum. Vor Ort bewegst du dich per Transfer, Taxi oder organisierter Tour; Überlandfahrten möglichst tagsüber und begleitet.
Praktische Tipps: Geld, Bakschisch & Kleidung
Bezahlt wird mit dem Ägyptischen Pfund (EGP); in Hotels werden Karten akzeptiert, für Basare, Taxis und Trinkgelder brauchst du Bargeld vom Automaten. Bakschisch ist üblich – für Kofferträger, Guides, Bootscrew und kleine Dienste hältst du kleine Scheine bereit.
In den Hotelanlagen und am Strand ist Badekleidung selbstverständlich, außerhalb kleidest du dich zurückhaltender mit bedeckten Schultern und Knien; beim Klosterbesuch ist bedeckte Kleidung Pflicht. In den Basaren wird gehandelt – bleibe freundlich und bestimmt. Frauen sollten außerhalb der Resorts mit gelegentlichem Ansprechen rechnen und aufdringliche Kontakte einfach ignorieren.
Sicherheit & ehrliche Hinweise
Hier ist Differenzierung wichtig: Der Süd-Sinai mit den Badeorten Sharm el-Sheikh, Dahab, Nuweiba und Taba sowie das Katharinenkloster gelten als touristisch sicher und werden ganzjährig bereist; die Resortzonen sind gut bewacht. Das Auswärtige Amt rät im Süd-Sinai jedoch von unbegleiteten, individuellen Überlandfahrten ab – buche Ausflüge über organisierte Anbieter.
Für den Nord-Sinai (Gouvernement Nordsinai) sowie das Grenzgebiet zum Gazastreifen und zu Israel besteht dagegen eine ausdrückliche Reisewarnung des Auswärtigen Amtes – diese Gebiete meidest du unbedingt und sie liegen fernab der touristischen Routen im Süden. Prüfe vor der Reise stets die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise und halte dich an die Empfehlungen deines Veranstalters.
Reisetipps & Geheimtipps
Kombiniere Strand und Kultur: Ein Badeurlaub in Sharm oder Dahab lässt sich hervorragend mit einer geführten Nachtwanderung auf den Mosesberg und dem Sonnenaufgang am Katharinenkloster verbinden. Für Ruhe und ursprüngliche Atmosphäre wähle Dahab oder Nuweiba statt des größeren Sharm.
Ein Geheimtipp ist eine Übernachtung im Beduinencamp im Colored Canyon unter dem Sternenhimmel. Taucher sollten das Blue Hole nur mit erfahrenen Basen und im Rahmen ihrer Ausbildung angehen – Übermut hat hier schon oft ein böses Ende genommen. Und trinke viel, schütze dich vor der intensiven Sonne und gönn dir den Luxus, einfach am klaren Wasser zu entschleunigen.
Häufige Fragen
Ist der Sinai sicher – was ist mit der Reisewarnung?
Wichtig ist die Unterscheidung: Der Süd-Sinai mit den Badeorten Sharm el-Sheikh, Dahab, Nuweiba, Taba und dem Katharinenkloster gilt als touristisch sicher und wird ganzjährig bereist. Für den Nord-Sinai sowie die Grenzgebiete zu Gaza und Israel besteht dagegen eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes; diese Gebiete meidest du und sie liegen fernab der touristischen Routen im Süden.
Welcher Ort passt zu mir – Sharm el-Sheikh, Dahab oder Nuweiba?
Sharm el-Sheikh ist der große, komfortable Ferienort mit Weltklasse-Tauchrevieren, ideal für Familien und Taucher. Dahab ist entspannt, alternativ und preiswerter, beliebt bei Individualreisenden und Windsurfern. Nuweiba ist am ruhigsten, mit einsamen Stränden und einfachen Camps – ideal, wenn du Ruhe suchst.
Lohnt sich der Aufstieg auf den Mosesberg und der Besuch des Katharinenklosters?
Ja, das ist ein Höhepunkt des Sinai. Viele steigen nachts auf den 2.285 Meter hohen Gipfel, um den Sonnenaufgang über dem Bergmeer zu erleben. Nimm warme Kleidung, Wasser und eine Lampe mit und gehe mit einem lokalen Beduinen-Guide. Das Kloster mit dem brennenden Dornbusch hat eingeschränkte Öffnungszeiten.
Braucht man für den Sinai ein Visum?
Deutsche Staatsangehörige benötigen grundsätzlich ein Visum. Für reine Aufenthalte im Süd-Sinai (Sharm, Dahab, Nuweiba, Taba, Kloster) gibt es teils eine kostenlose Sinai-Einreisegenehmigung von maximal 15 Tagen. Wer aber die Pyramiden oder das Rote-Meer-Festland besuchen will, braucht das reguläre E-Visum. Der Pass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein.
Wann ist die beste Reisezeit für den Sinai?
Der Süd-Sinai ist nahezu ganzjährig bereisbar. Am angenehmsten sind Frühjahr und Herbst mit 26 bis 32 Grad. Der Winter ist an der Küste mild, im Bergland um das Kloster jedoch sehr kalt mit möglichem Schnee. Der Hochsommer ist heiß, aber durch trockene Luft erträglich; das Wasser ist dann besonders warm.
Was macht das Tauchen am Sinai so besonders?
Der Süd-Sinai zählt zu den besten Tauchrevieren der Welt. Der Ras-Mohammed-Nationalpark und die Riffe der Straße von Tiran bieten Steilwände und enorme Artenvielfalt mit Rochen, Napoleonfischen und Schildkröten. Viele Riffe fallen direkt vom Ufer ab, sodass auch Schnorchler auf ihre Kosten kommen. Berühre die empfindlichen Korallen nicht.
Offizielle Reiseinfos zu Ägypten bündelt das nationale Portal experienceegypt.eg. Weiter zur Reiseplanung: das Länderprofil Ägypten mit allen Regionen, die Nachbarregionen Rotes Meer mit Hurghada und Marsa Alam sowie Kairo & Niltal mit den Pyramiden, dazu die Übersicht Afrika.