Rotes Meer

Die Rote-Meer-Küste ist Ägyptens Badeparadies: Hurghada, das elegante El Gouna, das ruhige Safaga und das taucherische Marsa Alam reihen sich an einer Küste mit ganzjährigem Sonnenschein, warmem Wasser und einigen der schönsten Korallenriffe der Welt. Neben Strand, Tauchen und Schnorcheln locken Wüstensafaris und Tagesausflüge nach Luxor. Beste Reisezeit ist fast das ganze Jahr, am angenehmsten Frühjahr und Herbst.

Die Rote-Meer-Riviera ist das beliebteste Badeziel Ägyptens und für viele deutschsprachige Urlauber der klassische Einstieg ins Land. Entlang der Westküste des Roten Meeres, zwischen der Wüste des ägyptischen Festlands und dem tiefblauen Meer, reihen sich Ferienorte, die von der lebhaften Stadt bis zur exklusiven Lagune alles bieten. Das Wasser ist warm, klar und ganzjährig zum Baden geeignet.
Der eigentliche Schatz liegt jedoch unter der Oberfläche: Die Korallenriffe des Roten Meeres gehören zu den artenreichsten und farbenprächtigsten der Welt. Ob beim Schnorcheln vom Strand, beim Tauchgang am Hausriff oder auf einem Tagesausflug zu vorgelagerten Inseln – die Unterwasserwelt macht diese Küste zu einem Traumziel für alle, die das Meer lieben.
Region & Landschaft
Die Küste zieht sich über hunderte Kilometer zwischen der Bergwüste im Westen und dem Roten Meer im Osten. Hinter dem schmalen bebauten Streifen steigt sofort die karge, zerklüftete Bergkette der Eastern Desert auf, in der noch die Beduinen der Ababda und Bischari leben. Vorgelagert liegen zahlreiche unbewohnte Inseln und Korallenbänke.
Von Norden nach Süden folgen die Orte aufeinander: das internationale Hurghada, das durchgeplante Lagunenresort El Gouna, das windstille Safaga und weiter südlich das taucherische Marsa Alam mit dem Nationalpark Wadi el-Gemal. Je weiter du nach Süden fährst, desto ursprünglicher und ruhiger wird die Küste, desto intakter sind die Riffe.
Hurghada — das lebhafte Zentrum
Hurghada ist der größte und quirligste Ferienort der Küste. Aus einem kleinen Fischerdorf ist über Jahrzehnte eine Stadt mit langer Hotelzeile, Marina und Promenade gewachsen. Im Zentrum bummelst du durch die Sakkala und die Marina Boulevard mit Restaurants, Bars und Läden; das Altstadtviertel Dahar mit seinem Basar zeigt das ursprünglichere Gesicht.
Hurghada eignet sich hervorragend als Basis: Von der Marina starten unzählige Boots-, Schnorchel- und Tauchtouren zu den vorgelagerten Riffen und Inseln wie Giftun. Das breite Angebot an Hotels aller Kategorien, die kurze Flugzeit und die vielen Ausflugsmöglichkeiten machen den Ort besonders beliebt bei Familien und Erstbesuchern.
El Gouna — die Lagunenstadt
Rund 20 Kilometer nördlich von Hurghada liegt El Gouna, eine am Reißbrett entworfene Ferienstadt aus Inseln, Lagunen und Kanälen. Mit ihren Villen im nubisch-mediterranen Stil, Golfplatz, Marina und einer eigenen Downtown wirkt sie wie ein kleines, gepflegtes Venedig am Roten Meer. Wassertaxis bringen Gäste über die Kanäle von Hotel zu Restaurant.
El Gouna gilt als exklusiver und ruhiger als Hurghada und zieht ein internationales, jüngeres Publikum an. Der stete Wind macht die Bucht zudem zu einem beliebten Revier für Kitesurfer und Segler. Wer Wert auf gehobene Atmosphäre, saubere Strände und ein durchgeplantes Umfeld legt, ist hier richtig.
Safaga & Makadi Bay — Ruhe und heilsames Klima
Etwa 60 Kilometer südlich von Hurghada liegt Safaga, ein ruhiger Hafenort, der als Geheimtipp für Taucher und Windsurfer gilt. Die Bucht ist windgeschützt, das Klima besonders trocken und der schwarze, mineralhaltige Sand mancher Strände wird traditionell zur Behandlung von Hautkrankheiten und Rheuma genutzt.
Dazwischen liegt die Makadi Bay, eine ruhige Hotelbucht mit gepflegten Anlagen und flach abfallendem Strand, ideal für Familien. Diese Abschnitte sind weniger belebt als Hurghada und bieten mit ihren Hausriffen direkt vor der Anlage oft hervorragende Schnorchelmöglichkeiten, ohne dass du überhaupt eine Bootstour buchen musst.
Marsa Alam — Tauchparadies im Süden
Weit im Süden hat sich Marsa Alam vom verschlafenen Ort zum Sehnsuchtsziel der Taucher entwickelt. Die Riffe sind hier besonders intakt, das Wasser klar, und die Chancen, große Meeresbewohner zu sehen, sind hoch. In der nahen Bucht von Marsa Mubarak und bei Abu Dabbab lassen sich mit Glück Seekühe (Dugongs) und Meeresschildkröten beobachten.
Der Hausberg der Taucher ist das Riff Elphinstone, ein weltberühmter Steilwand-Tauchplatz mit der Chance auf Hochseehaie. Rund um Marsa Alam erstreckt sich der Nationalpark Wadi el-Gemal mit Mangroven, Wüstentälern und Beduinensiedlungen. Der eigene Flughafen macht den Süden bequem erreichbar.
Tauchen & Schnorcheln
Das Rote Meer ist eines der besten Tauchreviere der Welt. Über 200 Steinkorallen- und rund 1.000 Fischarten bevölkern die Riffe, dazu Rochen, Muränen, Schildkröten und verschiedene Haiarten. Die Sicht reicht oft über 30 Meter, die Wassertemperatur fällt selbst im Winter kaum unter 21 Grad. Tauchbasen aller Ferienorte bieten Kurse vom Schnuppertauchen bis zum Profischein.
Auch ohne Flasche kommst du auf deine Kosten: Viele Hotels haben ein Hausriff direkt vor der Anlage. Zu den bekanntesten Ausflugszielen zählen das Giftun-Riff vor Hurghada und die legendären Riffe des Marsa-Alam-Gebiets. Bitte berühre keine Korallen, füttere keine Fische und achte auf riffschonenden Sonnenschutz – die Riffe sind empfindlich.
Strände & Wassersport
Die Strände sind überwiegend flach abfallend und feinsandig, das Meer ruhig und warm. Neben Tauchen und Schnorcheln ist das Rote Meer ein Top-Revier für Kitesurfen und Windsurfen: Der beständige Nordwind in El Gouna, Safaga und der Lagune von Soma Bay zieht Wassersportler aus aller Welt an. Anfänger finden zahlreiche Stationen mit Kursen.
Wer es entspannter mag, unternimmt eine Katamaran-Tour, eine Glasbodenbootsfahrt oder eine Delfin-Schnorcheltour zum Riff Sha’ab Samadai („Dolphin House“). Für Familien gibt es große Poollandschaften und Wasserparks. Achte am offenen Strand auf die örtlichen Kleiderregeln – innerhalb der Hotelanlagen ist Badekleidung selbstverständlich, außerhalb kleidest du dich zurückhaltender.
Wüstensafaris & Ausflüge
Die Wüste hinter der Küste lädt zu Abenteuern ein: Bei einer Wüstensafari mit Quad, Buggy oder Jeep fährst du in die Berge der Eastern Desert, besuchst ein Beduinencamp, reitest auf dem Kamel und erlebst den Sonnenuntergang über der Wüste mit anschließendem Barbecue und Sternenhimmel.
Der beliebteste Fernausflug führt nach Luxor: In rund vier Stunden erreichst du das Tal der Könige, den Karnak-Tempel und den Hatschepsut-Tempel – ein langer, aber lohnender Tag. Von Marsa Alam aus ist der Weg kürzer. Buche solche Touren über seriöse Anbieter oder dein Hotel, nicht über Straßenverkäufer.
Kulinarik
An der Küste dreht sich vieles um frischen Fisch und Meeresfrüchte: Gegrillte Doraden, Wolfsbarsch, Calamari und Garnelen kommen fangfrisch auf den Tisch, oft mit Reis, Tahina und Salaten. In den Fischrestaurants am Hafen wählst du deinen Fisch direkt aus und lässt ihn frisch zubereiten.
Daneben findest du die klassische ägyptische Küche mit Koshari, Ta’meya (Falafel aus Saubohnen) und gefüllten Weinblättern sowie in den Hotels ein internationales Buffet. Zum Nachtisch locken orientalische Süßspeisen wie Basbousa. Getrunken wird schwarzer Tee und Karkade; Alkohol gibt es in Hotels und lizenzierten Lokalen.
Beste Reisezeit
Die Rote-Meer-Küste ist ein nahezu ganzjähriges Reiseziel. Am angenehmsten sind Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (September bis November) mit warmen 26 bis 32 Grad und angenehm temperiertem Wasser. Auch der milde Winter mit rund 22 bis 25 Grad tagsüber lockt viele Sonnenhungrige, die Nächte werden dann jedoch kühl.
Der Hochsommer (Juli/August) ist mit über 38 Grad sehr heiß, durch die trockene Luft und den Seewind aber erträglicher als im Landesinneren. Das Wasser ist dann besonders warm. Beachte auch hier den Ramadan: In den Hotels läuft der Betrieb normal, außerhalb kann tagsüber manches geschlossen sein.
Anreise & Verkehr
Die Küste hat zwei internationale Flughäfen: Hurghada (HRG) im Norden und Marsa Alam (RMF) im Süden, beide werden aus dem gesamten deutschsprachigen Raum direkt und oft als Charter angeflogen. Vom Flughafen sind es je nach Hotel nur wenige Minuten bis rund eine Stunde per Transfer.
Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Visum (online-E-Visa oder bei Ankunft); der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein. Vor Ort bewegst du dich per Hotel-Shuttle, Taxi oder App. Handle Taxipreise vorab aus oder nutze Ride-Hailing, wo verfügbar. Zwischen den Orten verkehren Busse und private Transfers.
Praktische Tipps: Geld, Bakschisch & Kleidung
Bezahlt wird mit dem Ägyptischen Pfund (EGP); in den Hotels werden Karten akzeptiert, für Basare, Taxis und Trinkgelder brauchst du Bargeld vom Automaten. Bakschisch gehört dazu: für Kofferträger, Zimmerservice, Bootscrew und kleine Dienste hältst du am besten kleine Scheine bereit.
Innerhalb der Hotelanlagen und am Hotelstrand ist Badekleidung selbstverständlich. Außerhalb – im Ort, im Basar oder im Taxi – kleidest du dich zurückhaltender mit bedeckten Schultern und Knien; das gilt besonders für Frauen. In den Souvenirshops und Basaren wird gehandelt, bleibe freundlich und bestimmt. Für aufdringliche Verkäufer hilft ein klares „La, schukran“.
Sicherheit & ehrliche Hinweise
Die Badeorte am Roten Meer – Hurghada, El Gouna, Safaga, Makadi Bay und Marsa Alam – gelten als touristisch sicher und werden ganzjährig von Millionen Urlaubern besucht. Die Hotelzonen sind gut bewacht. Vor Reisen in die entlegenen Wüstengebiete an den Grenzen zu Sudan warnt das Auswärtige Amt; die touristischen Safarirouten hinter der Küste sind davon nicht betroffen.
Achte im Meer auf Strömungen und die Warnhinweise der Bademeister, meide den Kontakt mit Feuerkorallen, Seeigeln und Feuerfischen und nutze im Wasser am besten Schuhe. Bei Wüstensafaris und Bootstouren wählst du seriöse, lizenzierte Anbieter. Trinke ausreichend, schütze dich vor der intensiven Sonne und prüfe vor der Reise die aktuellen Reisehinweise.
Reisetipps & Geheimtipps
Buche mindestens einen Ganztagesausflug per Boot zu einem vorgelagerten Riff wie Giftun – das Schnorcheln im offenen Riff ist eindrucksvoller als am Hausstrand. Für ruhige Strände und intakte Riffe lohnt sich der Süden um Marsa Alam mehr als das belebte Hurghada. Wer Delfine sehen möchte, fährt frühmorgens raus, wenn das Meer noch ruhig ist.
Ein Geheimtipp ist eine Übernachtung im Wüstencamp unter dem Sternenhimmel, fernab der Lichter der Küste. Kombiniere deinen Badeurlaub mit einem Tagesausflug nach Luxor, um die pharaonische Seite Ägyptens zu erleben. Und plane bei Tauchgängen den Rückflug richtig: Zwischen dem letzten Tauchgang und dem Abflug sollten mindestens 24 Stunden liegen.
Häufige Fragen
Welcher Ort am Roten Meer passt zu mir – Hurghada, El Gouna oder Marsa Alam?
Hurghada ist lebhaft, vielseitig und ideal für Erstbesucher und Familien. El Gouna ist die exklusive, ruhige Lagunenstadt für gehobene Ansprüche und Wassersportler. Marsa Alam im Süden ist ruhiger, ursprünglicher und das Ziel für ambitionierte Taucher mit intakten Riffen. Safaga und Makadi Bay liegen dazwischen und sind besonders entspannt.
Wann ist die beste Reisezeit für das Rote Meer?
Die Küste ist nahezu ganzjährig bereisbar. Am angenehmsten sind Frühjahr und Herbst mit 26 bis 32 Grad und warmem Wasser. Der Winter ist mild mit rund 22 bis 25 Grad, die Nächte sind kühl. Der Hochsommer ist heiß, durch den Seewind aber erträglicher als im Landesinneren.
Muss man tauchen können, um die Unterwasserwelt zu erleben?
Nein. Viele Hotels haben ein Hausriff direkt vor der Anlage, das du beim Schnorcheln erkundest. Tauchbasen bieten Schnuppertauchen und Kurse vom Anfänger bis zum Profi. Auch Glasbodenboote und Schnorcheltouren zeigen dir die Riffe, ganz ohne Flasche.
Kann man vom Roten Meer aus Luxor besuchen?
Ja, Luxor mit dem Tal der Könige und den Tempeln ist ein beliebter Tagesausflug. Von Hurghada dauert die Fahrt rund vier Stunden pro Richtung, von Marsa Alam etwas weniger. Es ist ein langer, aber lohnender Tag – buche über einen seriösen Anbieter oder dein Hotel.
Welche Währung gilt und wie viel Bakschisch ist üblich?
Bezahlt wird mit dem Ägyptischen Pfund (EGP); in Hotels werden Karten akzeptiert, für Taxis und Basare brauchst du Bargeld. Bakschisch (Trinkgeld) gehört dazu: für Kofferträger, Zimmerservice und kleine Dienste hältst du kleine Scheine bereit, im Restaurant sind rund zehn Prozent üblich.
Ist ein Urlaub am Roten Meer sicher?
Ja, die Badeorte Hurghada, El Gouna, Safaga und Marsa Alam gelten als touristisch sicher und werden ganzjährig von Millionen Urlaubern besucht. Vorsicht gilt eher der Sonne, den Strömungen und Feuerkorallen im Wasser. Vor entlegenen Wüsten-Grenzgebieten zu Sudan warnt das Auswärtige Amt; die Safarirouten hinter der Küste sind davon nicht betroffen.
Offizielle Reiseinfos zu Ägypten bündelt das nationale Portal experienceegypt.eg. Weiter zur Reiseplanung: das Länderprofil Ägypten mit allen Regionen, die Nachbarregionen Sinai mit Sharm el-Sheikh und Dahab sowie Oberägypten mit Luxor, dazu die Übersicht Afrika.