Ägypten

Ägypten am Nil verbindet die Pyramiden von Gizeh, das Tal der Könige bei Luxor und die Tempel von Abu Simbel mit Badeorten und Tauchrevieren am Roten Meer. Gezahlt wird mit dem Ägyptischen Pfund; für die Einreise ist ein Visum (auch als E-Visum) nötig. Beste Reisezeit ist der milde Winter von Oktober bis Mai.

Ägypten liegt im Nordosten Afrikas und wird zu großen Teilen von Wüste geprägt – fruchtbares Leben spielt sich fast ausschließlich entlang des Nils ab, an dem auch die Hauptstadt Kairo liegt. Auf rund einer Million Quadratkilometern leben etwa 111 Millionen Menschen, die meisten davon im Niltal und im Nildelta.
Das Land vereint die Monumente des Alten Ägypten – von den Pyramiden von Gizeh bis zu den Tempeln von Luxor und Abu Simbel – mit modernen Badeorten und Tauchrevieren am Roten Meer. Für Kultur- wie für Strandurlauber ist Ägypten damit gleichermaßen attraktiv, klassischerweise verbunden in einer Nilkreuzfahrt mit anschließendem Badeaufenthalt.
Kairo – die Hauptstadt
Kairo ist mit weitem Abstand die größte Stadt des Landes und pulsierendes Zentrum am Nil. Das Ägyptische Museum am Tahrir-Platz sowie das neue, direkt bei Gizeh gelegene Grand Egyptian Museum beherbergen weltweit einzigartige Sammlungen, darunter die Schätze Tutanchamuns. Für Atmosphäre und Shopping sorgt der Basar Khan el-Khalili, während die Zitadelle Saladins mit der Muhammad-Ali-Moschee einen Blick über die Millionenstadt bietet. Koptisches und islamisches Kairo liegen dicht beieinander und zeugen von der langen christlichen wie muslimischen Geschichte der Stadt. Der dichte, laute Verkehr steht in bewusstem Kontrast zur Ruhe der Tempelanlagen im Süden des Landes.
Regionen und Landschaften
Der Nil durchzieht Ägypten von Süden nach Norden und mündet in ein fruchtbares Delta am Mittelmeer – nahezu das gesamte Leben des Landes konzentriert sich auf diesen schmalen grünen Streifen. Beidseitig des Flusses erstrecken sich fast ausschließlich Wüsten: die Westliche (Libysche) Wüste und die Östliche Wüste zum Roten Meer hin. Die Sinai-Halbinsel bildet die Brücke nach Asien, mit Bergen im Inneren und beliebten Badeorten an der Küste. Man unterscheidet traditionell zwischen Oberägypten im Süden, kulturell besonders reich mit Luxor und Assuan, und dem dichter besiedelten Unterägypten rund um Kairo und das Nildelta.
Pyramiden von Gizeh und die Sphinx
Die Pyramiden von Gizeh sind das einzige noch erhaltene der Sieben Weltwunder der Antike und liegen direkt am Stadtrand Kairos. Die Cheops-Pyramide ist die größte der drei großen Pyramiden und war jahrtausendelang das höchste Bauwerk der Welt. Davor wacht die Sphinx, das wohl bekannteste Wahrzeichen Ägyptens. Trotz der Nähe zur Millionenstadt bleibt die Kulisse beeindruckend; am frühen Morgen, kurz nach Öffnung, ist die Anlage spürbar ruhiger. Ein Kamelritt oder eine Fahrt mit der Pferdekutsche rund um das Plateau ist ein klassisches, optionales Zusatzerlebnis.
Luxor – Tal der Könige und die Tempel
Das antike Theben, heute Luxor, gilt vielen als „größtes Freilichtmuseum der Welt“. Im Tal der Könige am Westufer des Nils liegen zahlreiche Pharaonengräber, darunter das berühmte Grab Tutanchamuns. Auf der Ostseite beeindruckt der Karnak-Tempel als einer der größten Sakralbezirke der Antike, während der Luxor-Tempel abends beleuchtet direkt am Nilufer liegt. Der Totentempel der Königin Hatschepsut fügt sich spektakulär in eine steile Felskulisse ein. Wegen der Fülle an Sehenswürdigkeiten und der oft großen Hitze empfiehlt es sich, für Luxor zwei bis drei Tage einzuplanen.
Nilkreuzfahrt Luxor–Assuan
Die klassische Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan dauert in der Regel rund sieben Tage, flussauf- oder flussabwärts. Unterwegs legen die Schiffe an weiteren Tempeln wie Edfu und Kom Ombo an, sodass mehrere historische Stationen bequem verbunden werden, ohne ständig das Gepäck neu zu packen. Kabinen sind meist mit Nilblick ausgestattet, ein Sonnendeck mit Pool gehört zur Standardausstattung vieler Schiffe. Wer weniger Zeit hat, findet auch kürzere Varianten mit drei bis vier Nächten. Für viele Reisende ist die Nilkreuzfahrt der entspannteste Weg, das kulturelle Herz Ägyptens zu erleben.
Assuan und Abu Simbel
Assuan, die südlichste Großstadt am Nil, wirkt deutlich ruhiger als Luxor und ist bekannt für den Tempel der Isis auf der Insel Philae, der beim Bau des Assuan-Staudamms Stein für Stein versetzt wurde, um ihn vor der Flutung zu retten. Der Staudamm selbst formte den riesigen Nassersee. Rund drei Autostunden südlich – oder per Kurzflug erreichbar – liegen die Felsentempel von Abu Simbel, die aus demselben Grund ebenfalls umgesetzt wurden. Sie zählen zu den eindrucksvollsten Tempelanlagen Ägyptens und sind vor allem wegen der überdimensionalen Ramses-Statuen an der Fassade bekannt.
Rotes Meer – Baden und Tauchen
Hurghada ist der größte Badeort am Roten Meer mit breitem Hotelangebot für jedes Budget. Sharm el-Sheikh am südlichen Sinai punktet mit direktem Zugang zu Riffen vom Ufer aus, El Gouna wirkt als kleinere, ruhigere Lagunenstadt etwas exklusiver, und Marsa Alam steht für ursprünglichere Riffe und regelmäßige Delfinbegegnungen. Die Korallenriffe des Roten Meeres zählen zu den artenreichsten weltweit, Tauch- und Schnorchelkurse werden praktisch überall angeboten. Von den Badeorten aus lassen sich zudem Wüstensafaris ins Hinterland buchen, ein guter Ausgleich zum reinen Strandprogramm.
Alexandria, Sinai und die Wüstenoasen
Alexandria am Mittelmeer versprüht mit seiner Strandpromenade eher mediterranes als orientalisches Flair; die moderne Bibliotheca Alexandrina erinnert als Nachfolgebau an die legendäre antike Bibliothek. Im Sinai liegt am Fuß des Mosesbergs das Katharinenkloster, eines der ältesten durchgehend bewohnten Klöster der Welt und beliebtes Ziel für Sonnenaufgangswanderungen. Abseits der Touristenrouten locken die Weiße Wüste mit ihren bizarren, windgeschliffenen Kalksteinformationen sowie die Oase Siwa nahe der libyschen Grenze – beide eher für Reisende, die Zeit und Lust auf ursprüngliche Wüstenlandschaften mitbringen.
Kultur und Küche
Die ägyptische Küche ist herzhaft und arabisch geprägt: Koshari, ein Gericht aus Linsen, Reis und Nudeln mit Tomatensauce, gilt als informelles Nationalgericht, dazu kommen Falafel (Taameya), frisches Fladenbrot und süßes Baklava zum Nachtisch. Bakschisch, also Trinkgeld, ist fest im Alltag verankert und wird schon für kleine Gefälligkeiten erwartet. Außerhalb der Badeorte empfiehlt sich zurückhaltende Kleidung, besonders beim Besuch von Moscheen und in ländlichen Regionen. Gastfreundschaft gilt traditionell als hoher Wert, und Reisende werden meist offen und interessiert empfangen.
Beste Reisezeit und Klima
Oktober bis Mai gilt als ideale Reisezeit, wenn die Temperaturen für Sightseeing angenehm sind. Im Sommer klettern die Werte in Kairo, Luxor und Assuan häufig über 40 Grad, was Tempelbesichtigungen anstrengend und wenig empfehlenswert macht. An den Küsten am Roten Meer und Mittelmeer sorgt der Meereseinfluss für mildere Temperaturen, das Rote Meer ist zudem ganzjährig warm genug zum Baden und Tauchen. In der Wüste können die Nächte selbst im Winter empfindlich kühl werden, tagsüber bleibt es meist sonnig und trocken.
Einreise, Visum und Geld
Für Deutsche ist ein Visum Pflicht. Am einfachsten ist es, vorab ein E-Visum über das offizielle Portal der ägyptischen Regierung zu beantragen; alternativ ist gegen eine Gebühr von rund 25 US-Dollar auch ein Visum bei Ankunft am Flughafen möglich, gültig für 30 Tage. Bezahlt wird mit dem Ägyptischen Pfund (EGP), in Hotels und Resorts werden oft auch US-Dollar oder Euro akzeptiert. Leitungswasser sollte gemieden werden, Bakschisch sollte eingeplant werden. Kartenzahlung ist in Städten und Resorts verbreitet, auf dem Land dominiert Bargeld.
Fortbewegung und praktische Tipps
Inlandsflüge verbinden Kairo, Luxor, Assuan und Hurghada schnell miteinander, alternativ verkehren zwischen Kairo und Oberägypten auch Nachtzüge. Innerhalb Kairos sind Taxis und Fahrdienste wie Uber gängig, der Verkehr ist allerdings dicht und laut. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und in die westlichen Wüstengrenzgebiete ab; die klassische Nil-Route, Kairo und die Badeorte am Roten Meer gelten davon unberührt als touristisch etabliert und gut bereisbar. Auf gute Hygiene bei Speisen und Wasser sollte grundsätzlich geachtet werden.
Ägypten ist ein von Wüste geprägtes Land am Nil, an dem sich fast das gesamte Leben abspielt. Hauptstadt ist Kairo, gezahlt wird mit dem Ägyptischen Pfund, für die Einreise ist ein Visum nötig. Das Land vereint antike Monumente mit Badeorten am Roten Meer. Zu den Höhepunkten zählen die Pyramiden von Gizeh mit der Sphinx, das Tal der Könige und die Tempel von Luxor, die Felsentempel von Abu Simbel bei Assuan sowie die Badeorte Hurghada, Sharm el-Sheikh, El Gouna und Marsa Alam am Roten Meer. Oktober bis Mai eignet sich am besten für Sightseeing, da die Temperaturen dann angenehmer sind. Im Sommer werden Kairo, Luxor und Assuan mit über 40 Grad sehr heiß. Am Roten Meer ist es dank Meereseinfluss milder und ganzjährig zum Baden geeignet. Ja, für Deutsche ist ein Visum Pflicht. Am unkompliziertesten ist ein E-Visum vorab über das offizielle Regierungsportal; alternativ ist gegen rund 25 US-Dollar auch ein Visum bei Ankunft am Flughafen erhältlich, gültig für 30 Tage. Die klassische Route zwischen Luxor und Assuan dauert etwa sieben Tage, mit Zwischenstopps an Tempeln wie Edfu und Kom Ombo. Die Schiffe bieten Kabinen mit Nilblick und Sonnendeck; auch kürzere Varianten mit drei bis vier Nächten sind buchbar. Einen Überblick mit weiterführenden Informationen bietet die Fremdenverkehrsamt-Seite zu Ägypten auf tourismus.de.Häufige Fragen
Was muss man über Ägypten wissen?
Was sind die schönsten Reiseziele in Ägypten?
Wann ist die beste Reisezeit für Ägypten?
Braucht man für Ägypten ein Visum?
Wie läuft eine Nilkreuzfahrt ab?
Wo finde ich offizielle Reiseinformationen zu Ägypten?
Weitere Informationen zum Reiseland finden Sie beim Fremdenverkehrsamt Ägypten, in unserem Afrika-Reiseportal sowie zu den Nachbarländern Tunesien und Jordanien.