Traumberuf Hoteltester?

Hoteltester zu sein, das stellen sich viele Schulabgänger traumhaft vor: Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen, Essen auf Kosten des Arbeitgebers und ständig rund um den Globus unterwegs.Das klingt nach einem fantastischen Beruf. Aber ist das auch wirklich so?

Hoteltester – oder Quality Manager, wie sie fachgerecht bezeichnet werden – sind meist undercover unterwegs. Unerkannt überprüfen sie Hotels mit einer akribischen Checkliste, von der Freundlichkeit des Personals bis zur Qualität der Speisekarte. Was sie prüfen, hängt von den Interessen ihrer Auftraggeber ab: Hoteliers wollen die Qualität ihrer Hotels testen, Organisationen den Hygienestandard prüfen, Institutionen sich ein eigenes Bild verschaffen, bevor sie Gäste dort unterbringen. Es gibt also viele verschiedene Schwerpunkte im Hoteltester-Gewerbe.

Unterwegs in geheimer Mission

Als Qualitity Tester kann man sich dabei durchaus wie ein Geheimagent fühlen, denn um das Testergebnis nicht zu verfälschen, ist es wichtig, dass man nicht enttarnt wird. So ist man angehalten, sein Äußeres ständig zu ändern und auf den jeweiligen Anlass anzupassen. So ändern sich sowohl Kleidung als auch Erscheinungsbild eines Hoteltesters von Auftrag zu Auftrag – fast wie bei einem Agenten. Hoteltester müssen aufmerksam beobachten und ihre Checkliste abarbeiten, ohne dabei aufzufallen. Je nach Auftrag kann die Liste schnell über 1.000 Punkte umfassen, die gecheckt und bewertet werden müssen. Im Umgang mit dem Personal ist Vorsicht angesagt, denn Hotelpersonal reagiert sensibel auf verdächtige Gäste und erfahrene Angestellte kennen die Standardfragen und -Tricks der Hoteltester. Neben guter Beobachtungsgabe sollte man also eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und ein gewisses Schauspieltalent mitbringen.

Im Video: Hoteltester bei Galileo

Urlaub ist etwas anderes

Allzu glamourös sollte man sich das Ganze jedoch nicht vorstellen. Der Alltag eines Hoteltesters kann auch sehr stressig sein. Quality Manger mit langjähriger Berufserfahrung berichten davon, dass es auch mal 20 Stunden Arbeitstage geben kann, die spät in der Nacht enden und frühmorgens beginnen. Nicht immer sind die Aufträge so umfangreich, dass man tagelang in ein Traumhotel eincheckt (Übernachtungshotel): bei den sogenannten Sichthotels muss man sich nur einen Eindruck über die wichtigen Kriterien verschaffen und dann schnell zum nächsten Termin. Und natürlich ist auch nicht jeder Auftrag ein Traumhotel, heruntergekommene Zimmer mit schlechtem Service gehören genauso dazu. Darüber hinaus sind die Abschlussberichte anspruchsvoll und können keineswegs nebenbei verfasst werden, während man es sich auf der Sonnenliege bequem macht. Die Berichte, die Hoteltester erstellen, sind oft gut 20 Seiten lang und müssen manchmal in mehreren Sprachen verfasst werden.

Wie wird man Hoteltester?

Obwohl der Beruf also alles andere als ein Zuckerschlecken ist, erfreut er sich großer Beliebtheit. Entsprechend begehrt und schwer zu bekommen sind die Stellen in der Tourismusbranche. Um sich zu qualifizieren, sollte man sowohl über Praxiserfahrung als auch akademische Weihen verfügen. Entweder, indem man eine klassische Ausbildung im Hotel macht und anschließend ein Studium im Hotelmanagement oder eine Weiterbildung hinterher schiebt. Das hat den Vorteil, dass man in der Ausbildung jeden Winkel des Hotelbetriebs aus eigener Erfahrung kennenlernt und anschließend besser beurteilen kann. Oder aber man studiert Tourismus und holt die Praxiserfahrung mit dem Berufseinstieg nach. Daneben gibt es noch unzählige andere, individuelle Wege, Praxiserfahrung und akademische Ausbildung zu verbinden und sich als Quality Manager zu qualifizieren. In der Regel steht einem der Beruf aber erst nach einigen Jahren Berufserfahrung offen. Mehr Informationen zum Beruf des Hoteltesters und den verschiedenen Bildungswegen gibt es auf der Seite hotelmanagement-studieren.de.

 
 

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