Teneriffa – Von Dezember bis der Wein alle ist

Die Inselgruppe der Kanaren zählt zu einer der beliebtesten Urlaubsregionen der Deutschen. Darunter ist Teneriffa aufgrund seines Klimas, der Kultur und den Sehenswürdigkeiten mit mehr als fünf Millionen Besuchern pro Jahr das meistbesuchte Urlaubsziel des Archipels. Eine Besonderheit ist dabei die traditionelle Guachinche Route.

Blick auf Teneriffa, Kanaren

Blick auf Teneriffa, Kanaren

Das im Atlantik gelegene Paradies bietet seinen Besuchern bezaubernde Küstenlandschaften und imposante Bergwelten. Der längste Strandabschnitt ist El Medano, der sich über zwei Kilometer erstreckt und somit genügend Freiraum für Privatsphäre bietet. Zum Ausgleich bietet der kleine Kontinent den faszinierenden Nationalpark El Teide, der seit 2007 zum UNESCO – Weltnaturerbe zählt. Mit etwa drei Millionen Besuchern pro Jahr gilt das Weltwunder mit einer Vielzahl an einzigartiger Flora und Fauna als der meistbesuchte Nationalpark in ganz Europa und zweitmeist besuchter auf der ganzen Welt. In Icod de los Vinos versteckt sich ein weiteres Wunder der Natur. Hier ist der älteste und größte Drago (Drachenbaum) der Welt zu finden. Sein exaktes Alter ist ungewiss, aber Schätzungen zufolge ist er zwischen 200 und 800 Jahre alt. Die spezielle Baumart wächst fast ausschließlich auf den Kanaren und zählt zu den Wahrzeichen der Inselgruppe.

Das Guachinche Highlight

Ein wahres kulturelles Highlight auf der Ferieninsel ist jedoch unter dem Namen Guachinche bekannt. Das saisonale Erlebnis bietet kanarischen Wein vom Feinsten, der schon früher als so deliziös galt, dass er bereits in den Schriften von William Shakespeare seine Erwähnung fand. Auch in unserer Zeit hat der kanarische Wein noch immer einen hohen Stellenwert unter Weinkennern, weshalb die Guachinche Route neben ihrem landschaftlichen Charme umso begehrter als alternatives Ausflugsziel zum Badestrand bei Urlaubern ist.

Im Video: Die Weine von Teneriffa

Was einst Mitte des vergangenen Jahrhunderts als Notlösung der Kleinbauern galt, wurde im Laufe der Zeit zu einer Tradition der Einheimischen. Heute ist die Guachinche-Route ein beliebtes Reiseziel für Touristen und und so findet man unter den zahlreichen Hotels auf Teneriffa inzwischen auch viele entlang dieser besonderen Tour, da im Laufe der Zeit die Nachfrage immer größer geworden ist. Dies ist nicht verwunderlich, da es eine einmalige Gelegenheit ist, Land und Leute von einer anderen Seite kennenzulernen. Dabei ist die ursprüngliche Kultur Teneriffas gemeint, die auf der Guachinche- Route und dem einhergehenden Kontakt mit den heimischen Winzern und Kleinbauern authentisch erlebt werden kann.

Es begann als die private Ernte den Eigenbedarf überschritt und die Landwirte mangels kühler Lagerstätten versuchten ihren Wein noch zu verkaufen bevor er zu Essig wurde. Die Einnahmen waren bei manchen notwendig, um die Familie zu ernähren oder wurden mit Verwandten und Bekannten in rauschenden Nächten selbst verzehrt. So wurden Sitzgelegenheiten als auch Trinkgefäße in die Höfe gestellt und der Grundstein für die heutigen Guachinche-Touren von Hof zu Hof damit gelegt.

Von Dezember bis der Wein alle ist

Damit keine Konkurrenz zu den eigentlichen Wirtshäusern und deren Existenzgrundlage geschaffen wurde, sind die Guachinche-Höfe nicht mit einer ganzjährigen Lizenz ausgestattet. Vielmehr heißt es, dass die Kleinbauern ihre Pforten ab Dezember öffnen dürfen und zwar solange, wie der Wein reicht. Da dies durchaus missverstanden werden kann, wurde zudem eine weitere Einschränkung erteilt, denn der Wein kann je nach Größe des Gehöfts auch niemals ausgehen. Deshalb gilt die Regelung immer nur ausschließlich für eine Ernte. Nicht mehr und nicht weniger, aber solange diese noch vorhanden ist, darf der Hof seinen erlesenen Wein und seine heimischen Köstlichkeiten servieren. Diese Auflage hat durchaus seine Berechtigung, da die Kleinbauern Speis und Trank in der Regel sehr günstig feilbieten und ein klassisches Lokal mit diesen Preisen nicht mehr mithalten kann. Es wäre schließlich ein Jammer, wenn es außerhalb der Guachinche-Saison auf Teneriffa keine Restaurants mehr geben würde.

Wer einmal in den Genuss des Weines, der Speisen und der wahren Kultur der Insel gekommen ist, schwärmt zumeist von dem besonderen Erlebnis und so wird es für viele regelmäßigen Teneriffa-Besucher gerne zu einer festen Station ihres Aufenthalts. Dabei entstehen aus ersten Besuchen nur allzu schnell Freundschaften mit den Einheimischen und anderen Guachinche-Schätzern, die beim nächsten Mal mit einem weiteren Glas des delikaten Weines vertieft werden.

 
 

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