Ruhe am russischen Baikalsee

Die russische Tourismusbranche leidet momentan unter einer Krise. Der Konflikt mit dem Nachbarn Ukraine schreckt ausländische Touristen ab während viele Landleute sich einen Urlaub in der Heimat nicht leisten können. 

Krim

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Wir ringen um jeden einzelnen Kunden” sagt die Mitarbeiterin eines Moskauer Reiseveranstalters. Der sinkende Rubelkurs drückt bereits die Nachfrage der russischen Bevölkerung nach Auslandsreisen. Auch die Inflation spielt eine wichtige Rolle, denn derzeit verdient die Bevölkerung monatlich knapp 13 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Europareisen waren bisher beim Mittelstand extrem populär gewesen, jedoch vermindert sich die Nachfrage momentan stetig. Die Nachfrage nach Deutschland-Touren nahm um 33 Prozent ab während  auch die populären Reisen in die Baltikstaaten und Bulgarien sich um teilweise 45 bis 50 Prozent verminderten. Auch Ägypten und die Türkei verloren an Attraktivität. Durch die aktuelle finanzielle Situation bleiben Russen momentan lieber im eigenen Land, jedoch ist man hierauf nicht vorbereitet, denn bisher galten Inlandsreisen als uninteressant und weniger beliebt.

Dumping Preise als Notlösung

Laut einem Top-Manager ist die Branche auf dem besten Weg der Selbstzerstörung – die angebotenen Dumping-Preise decken nicht einmal die Selbstkosten der Reiseveranstalter. Beispielsweise wird eine Woche Strandurlaub an der kaukasischen Schwarzmeerküste mit Flug, Hotel und Vollpension im Juni bereits für knapp 160 Euro angeboten, auf der Krim gibt es bereits Angebote ab 110 Euro. Mittlerweile geht es den Reiseveranstaltern nicht mehr um Gewinnmaximierung sondern um Verlustminimierung. Laut einem Vertriebsmanager könnte man dies nur durch die Masse erreichen – sein Konzern müsse im Sommer mindestens 100000 Touristen auf die Krim schicken, um die Kosten in den Griff zu bekommen.

Bereits im April hat der Marktführer Intourist mit der offensiven Werbung der Region begonnen. Trotz aller Bemühungen besteht die Angst vor überschüssig angemieteten Kapazitäten, denn die Buchungen liefen schon mal besser. Veranstalter hoffen nun auf starke Nachfrage kurzentschlossener Reisender.

Suche nach alternativen Einnahmequellen

Um nicht auf das Ungewisse zu warten sucht man parallel nach alternativen Einnahmequellen. Eine mögliche Einnahmequalle stellen Russland-Reisen für Ausländer dar. „Praktisch ist Russland derzeit bei Ausländern in etwa so populär wie Myanmar oder Jamaika“, sagt eine Vertriebschefin. Auf dem Travel and Tourism Competitiveness Index (TICI), der die Wettbewerbsfähigkeit in 141 Staaten abbildet, steht Russland hinsichtlich kultureller und historischer Sehenswürdigkeiten auf Platz 21 und bei Naturschönheiten auf Platz 34. Die strengen Einreisebestimmungen hemmen jedoch den Tourismus: 2013 zählte man 18.4 Millionen ausländische Besucher während Spanien im selben Jahr 61 Million Besucher verzeichnete. Auch die Krise mit der Ukraine trägt nicht zur Verbesserung dieser Situation bei.

Wer eine Alternative zu den bekannten europäischen Urlaubszielen sucht wird in Russland eine günstige Option finden. Vor allem die aktuellen Preise locken europäische Touristen nach Russland und auf die Krim. Russlandreisen können Sie beispielsweise auf travelscout24.de buchen.

 
 

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