Die schönsten Weinrouten auf den Balearischen Inseln: Mallorca, Ibiza & Menorca

Die Balearen im Mittelmeer sind nicht nur für ihre traumhaft schönen Strände und faszinierenden alipidischen Gebirge bekannt. Wie Spanien insgesamt sind diese Inseln ein beliebtes und facettenreiches Reiseziel in Europa. Jedoch auch Weinkenner und Weinliebhaber kommen auf den Inseln auf ihre Kosten.

Wie auf der iberischen Halbinsel insgesamt haben auf den sonnigen balearischen Inseln der Weinbau und die Weinkultur eine lange Tradition. Für Food & Travel-affine Weingenießer bieten sich da genüssliche, schöne und spannende Weintouren an. Hier ein paar Tipps.

Weinbau balearische Inseln

Weinbau hat in Spanien eine lange Tradition. Ganz besonders auf den balearischen Inseln.
Bildquelle: fotolia.com © Kiko Jimenez (CC0 1.0)

Viele wissen das gar nicht: der Weinbau in Spanien ist ein wirtschaftlich wichtiger Faktor für das Land – das Land hat die größte Rebanbaufläche auf der Welt. Regionale Weinsorten stehen deshalb genüsslich im Vordergrund, weil Spanien auch an das romanische Weinrecht gebunden ist. Weltweit berühmt ist der Rioja. Der Wein hat seinen Namen von der Region bekommen. Das Weinbaugebiet Rioja im Norden Spaniens gehört zu den bedeutendsten in Europa.

Obwohl die Pyrenäenhalbinsel, wie Spanien auch genannt wird, als Rotweinland bekannt ist, ist sie auch der größte Weißweinhersteller der Welt. Weißweine sind zweifellos die Stars des spanischen Sommers als perfekte Ergänzung zu Fisch und Meeresfrüchten.

Darüber hinaus zeichnen sich die spanischen Weine durch ihre enorme Vielfalt aus. Dies verdankt das Land der großen Zahl verschiedener Rebsorten. Die spanische Weinlandschaft ist durch die verschiedenen regional klimatischen Begebenheiten geprägt, so dass dadurch viele Rebsorten entstehen, um Weine in den verschiedensten Aromen, Stilen und Qualitäten zu keltern. Das ist freilich auch auf den balearischen Inseln so: Mallorca, Ibiza, Menorca, Formentera und Cabrera. Auf den Balearen werden knapp 3000 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Die zentralen „Wein-Inseln“ sind hier Mallorca, Ibiza und Menorca.

Zentral-Mallorca – Mallorquinischer Wein aus Binissalem

Mallorca ist bekanntlich die größte Insel der Balearen. Lange Strandabschnitte wechseln sich mit traumhaft schönen Buchten ab. Und die faszinierende Berglandschaft rundet die abwechslungsreiche Landschaft ab.

Die Inselmitte ist landwirtschaftlich geprägt und gehört deshalb Wein-technisch zu den ursprünglichen Regionen Mallorcas. Hier bestimmen Olivenhaine, Mandelbäume, Weinbaugebiete und Weinberge das beschauliche Panorama. Fernab der Touristenpfade liegen hier beschauliche Dörfchen, in denen es so scheint, als sei die Zeit stehen geblieben.
Hier befindet sich auch das Zentrum des facettenreichen Weinbaus.

Mallorca Strände

Mallorca hat nicht nur wunderschöne Strände – die Weine sind exzellent.
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Schon zur Zeit der römischen Besetzung – 121 v. Chr. – wird auf Mallorca Wein angebaut. Eng verbunden mit dem Weinbau ist die Kleinstadt Binissalem. Trotz der kleinen Fläche von nur knapp 30 Quadratkilometer und mit nur circa 5500 Einwohnern ist die Gemeinde der bekannteste Weinort Mallorcas. Neben seiner uralten Geschichte, der bezaubernden Architektur im Barockstil des 18. Jahrhunderts und den vielen gourmethaften feinen Restaurants, ist das Städtchen das Mekka des Mallorquinischen Weines. Hört man den Namen der Stadt, fällt im gleichen Satz immer das Wort „Wein„.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde sich hier wieder auf den Weinbau konzentriert. Als erstes Anbaugebiet wurde Binissalem mit der Ursprungsbezeichnung DO – Denominacion de Origen – ausgezeichnet. Das ist die geschützte Herkunftsbezeichnung für spanische Qualitätsweine aus einem bestimmten Anbaugebiet.
Deshalb sollte eine Weinroute hier auch ihren Ausgangspunkt haben. Von hier startet eine geschmackvolle Weinreise über die Nachbarorte Santa Eugenia, Santa Maria und Alaro.
Zum Start ist das Bodega Ramanà Weingut zu empfehlen. Es ist das erste, das roten Schaumwein herstellte. Zugleich ist das Weingut auch ein Museum über die Entwicklung der mallorqunischen Weine und über die Volkskunde Mallorcas. Und gerade deshalb ein Vorreiter im Weintourismus.

Zum nächsten Weinstopp gehört das Kult-Weingut von Jaume Mesquida Barceló. Die in Porreres ansässige Bodega produziert seit 1945 würzige Edelweine im biologisch-dynamischen Weinbau. Hier wurden zum ersten Mal auf Mallorca Cabernet Sauvignon-, Syrah- und Chardonnay-Reben angebaut. Daneben befindet sich hier auch ein Museum, das Wein-Kunst-Museum: Hier sind Künstleretiketten, veredelte Weinkisten in historischen Gewölbekellern zu bestaunen.

Danach sollte der Wanderort Santa Eugenia besucht werden. Dort gibt es die Bodegal Angel Weinkellerei in klassischer mallorkinischer Bauweise. Von da an geht es nach Santa Maria in die Bodega Macià Batle – eine Mischung aus Edelwohnzimmer und Museum. Das Ende der Route ist der zierliche Ort Alaro. Unter Feigenbäumen steht hier die Bodega Castell Miguel. Hier stehen aromatische Premiumweine auf der Weinkarte.

Ibiza – historische Weinbautradition

Nach Mallorca und Menorca ist Ibiza die drittgrößte Insel, orientiert an den Einwohnern die zweitgrößte Insel der Balearen. Wie Mallorca ist die Landschaft geprägt von wunderschönen Gebirgen mit stark zerklüfteten – teils steilen – Küsten, Wald, Meer und Traumstränden.

Neben den ländlich angehauchten Landschaften, den winzige Buchten als auch weite, feine Sandstrände oder Dünenlandschaften, befinden sich im Inselinneren zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten gepaart mit einem facettenreichen Kultur- und Party- und Nachtleben-Angebot.
Die „Weiße“, wie die Insel wegen ihren Sandstränden liebevoll genannt wird, ist weltweiter Anlaufpunkt vieler strandhungrigen Sonnenanbeter, Partyurlauber, Familien, Kulturinteressierten und Sport- und Aktivurlaubern. Dank seines kulturellen Reichtums wurde Ibiza 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Grund: die Mischung aus jahrtausendealter Kultur und biologischer Artenvielfalt.

Ibiza Hafen

Ibiza ist für seine wunderschönen Häfen bekannt.
Bildquelle: fotolia.com© jovanning (CC0 1.0)

Auf Ibiza wird zwar weniger Weinbau im Vergleich zur Schwesterinsel Mallorca betrieben, dafür aber allerdings anspruchsvoller. Die Weinkultur steht hier für Moderne und Tradition. Zentrale Bezugsunkte sind die Gebiete von Sant Mateu, Buscatell und Sant Josep.

Das Besondere an Ibiza – der älteste historische Nachweis für die Herstellung und den Handel von Weingütern auf den Balearen wurde auf Ibiza gefunden. Bei archäologischen Ausgrabungen fanden Historiker Amphoren und Gläser, die nachweisbar auf Ibiza produziert wurden. Im 7. Jahrhundert v. Chr. unter den Kathagern, die eine Kolonie auf Ibiza gründeten, dienten diese Gegenstände für die Aufbewahrung, Herstellung und den Verkauf von Weinen aus Ibiza.

Durch den Einfluss der Phönizier, Griechen und Römer wurde im 8. Jahrhundert der Weinbau weiter ausgebaut. Der regionale Charme des Weines aus Ibiza kommt daher, dass die damalige auf Minifundien basierende Landwirtschaft dafür sorgte, den Wein in erster Linie für den Eigenverbrauch zu erzeugen. Von da an wurden die traditionellen Verfahren zum Anbau und zur Kelterung von Generation an Generation weitergegeben. Und das bis zum heutige Tag.

Die Weine aus Ibiza gehören seitdem zu den besten Mittelmeerweinen. Die Weine haben zumeist ein beschränktes Volumen, provozieren mit balsamischen Aromen, haben einen nötigen Tiefgang und zeichnen sich durch ihre Sanftheit aus. Der Grund: die einheimischen Rotweintrauben Monastrel und Garnacha, und die typische Rebsorte für Weißweine – die Malvasía-Traube.

Die Weintour startet auf dem Weingut Can Rich in Buscatell im mittleren Nordwesten von Ibiza. Hier begann man 1997 in der Nähe von San Antoni auf anfangs nur 17 Hektar mit der Anpflanzung traditioneller Rebsorten. Die Rebsorten Monastrell und Malvasia und das Meersalz sind das Geheimnis des „Vino de la tierra de Ibiza“. Später, um die produzierten Weine zu veredeln, wurden Rebsorten wie Chardonnay und Xarel-lo für Weißweine und Cabernet Sauvignon, Rioja-Trauben und Merlot für Roséweine hinzugefügt. 1999 wurde die Weinkellerei weiter ausgebaut. Auch hier ist man auf den ökologischen Anbau spezialisiert. Mit der neuesten Produktionstechnologie werden in dem unterirdischen Weinkeller Qualitätsweine angeboten. Eine Führung ist hier ein Muss.

Dann geht es weiter in Richtung Sant Mateu auf das Weingut Sa Cova. Das sehr kleine gemütliche Weingut liegt nördlich von Sant Mateu. Die Karte ist auch klein, dafür stimmt die Qualität. Das Besondere: zum Wein werden für Ibiza typische Gerichte in einem dazugehörigen Restaurant angeboten. Gespeist wird auf der Veranda der Bogera.

Der nächste Stopp: Sant Josep. Beim Weineinzel- und Großhändler Vino & Co bietet sich eine gemütliche Weinbar mit regelmäßigen Weinproben an. Regionale Edelweine stehen hier auf der Karte.

Menorca – weniger internationale Weine

Die Weine aus Menorca, der östlichsten und nördlichsten Insel der Balearen, deren katalanischer Name übersetzt „die Kleinere“ bedeutet, sind weniger International bekannt. Dafür haben sie durch ihren regionalen Charme eine besondere Form der Exklusivität.

Wie auf den anderen beiden Inseln hat die Weinproduktion eine lange Tradition. Durch ihr mediterranes Klima und den natürlichen Landschaften hat „die Kleinere“ die besten Eigenschaften für den Weinbau.

 

Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Weinanbau unter der damaligen britischen Herrschaft. Der Hafen von Maó wurde in dieser Zeit aktiver für Exporte genutzt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Weinexport weiter. Aber, als die Briten die Insel wieder verließen, ging die Weinproduktion zurück. Hinzu kam eine Weinkrankheit – viele Rebsorten starben aus. Die Weinwirtschaft brach zusammen. Erst ab den 1980 er Jahren wird wieder Weinbau betrieben. Allerdings weniger exportorientiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem regionalen Markt.

Zu den klassischen „Ille de Menorca-Weinen“ gehören der Cabernet Sauvignong und der Merlot. Das Besondere: weil der Exportdruck fehlt, kommen traditionelle Produktionstechniken zum Einsatz.

Die können bei der Weintour bestaunt werden. Die Route startet auf dem Weingut Binifadet in der wunderschönen Stadt Sant Lluís. Der Weinkeller kann das ganze Jahr besucht werden. Der Genießertipp: der Chardonnnay. Süß und Sauer kommen hier zusammen. Der Grund: das spezielle Aroma bestehend aus Banane und Ananas kombiniert mit Feigen und Aprikosen.

Von Sant Luis geht es zur Vinya Sa Cuda – ein Weingut in Mahón. Hier wird die mediterrane Weintradition gepflegt – die Malvasia- Traube ist die Quintessenz der Weine von dieser Bogera. Das Familiengut fährt zwar geringe Ernten ein, jedoch wird hier durch Handauslese der trockene Weißwein hergestellt. Das ganz Besondere: die Umgebung, denn das Gut befindet sich in einem atemberaubenden Naturpark.

Der letzte Ort der Route: die Bogera Ferrer de Muntpalau. Dieses Weingut ist ein Geheimtipp für Touristen, denn in erster Linie wird es nur von Einheimischen besucht. Besonders edel ist hier de Ferrer de Muntapalau Blanc aus 2008. Der trockene Wein wird nur aus einheimischen Zutaten gekeltert. Fast im Zentrum von Menorca liegend kann man hier bei einem Glas Wein die wunderschöne grüne Landschaft genießen.

 
 

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